Mecklenburg-Vorpommern

Wissenschaftssystem

Im Land sind zwei Universitäten mit Universitätsmedizin, drei Hochschulen, eine Hochschule für Musik und Theater, eine Verwaltungshochschule, fünf Leibniz-Institute (davon eine Außenstelle von Sachsen-Anhalt), drei Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, zwei Max-Planck-Institute, ein Fraunhofer-Institut, ein Fraunhofer-Teilinstitut, eine Außenstelle, ein Teilstandort und eine Projektgruppe der Fraunhofer-Gesellschaft ansässig, dazu drei Landesinstitute und drei Akademievorhaben.

Besondere Schwerpunkte der Forschung sind u. a. die Plasmaphysik und die Biotechnologie. Die Plasmaphysik ist der prioritäre Schwerpunkt am Standort Greifswald mit dem Kernfusionsexperiment Wendelstein 7-X.

Mit dem Aufbau des Ocean Technology Campus soll Rostock durch die Zusammenarbeit zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft, der Universität Rostock, dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde sowie weiteren Wissenschafts- und Wirtschaftspartnern zum führenden Standort der technologischen Unterwasserforschung ausgebaut werden.

Das Land beteiligte sich am BioRegio-Wettbewerb des Bundes und baute mit dem BioTechnikum Greifswald ein branchenspezifisches Forschungszentrum auf. Im Mittelpunkt der Forschung stehen praktische Anwendungen für die Landwirtschaft, die Medizin und die marine Biotechnologie. In Nähe zum BioTechnikum werden seit 2019 Pläne zum Bau eines Zentrums für Life Science und Plasmatechnologie umgesetzt. Im Land ist die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ansässig.

Folgerichtig ist seit 2021 Rostock Teilstandort des neuen Fraunhofer-Zentrums für Biogene Wertschöpfung und Smart Farming und verbindet so diese Wertschöpfung mit neuen Wegen für nachhaltige hochmoderne Verfahren in der Landwirtschaft.

Die Universität Greifswald hat ihre Forschungsschwerpunkte in der Plasmaphysik, der Community Medicine und individualisierten Medizin, in mikrobielle Proteomics und Proteintechnologien, in Environmental Change: Responses and Adaptation und in den Kulturen des Ostseeraums. Außerdem wird zu nordeuropäischen und baltischen Schwerpunktthemen mit dem Ziel des Aufbaus eines Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum sowie zur Kultur des Mittelalters geforscht.

An der Universität Rostock besteht eine eigenständige Interdisziplinäre Fakultät. Profillinien sind die Departments Leben, Licht & Materie einschließlich des Schwerpunkts regenerative Medizin; Maritime Systeme einschließlich des Wissenschafts-Campus Phosphorforschung; Altern des Individuums und der Gesellschaft sowie Wissen – Kultur – Transformation.

Mit der Universität Rostock wurde am Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien das Kompetenzzentrum Medizintechnik M-V und an der Fraunhofer-Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik das Kompetenzzentrum für Produktionstechnik und Schiffbau gegründet.

Die Hochschule für Musik und Theater Rostock forscht vor allem auf dem Gebiet der Musikwissenschaft (mit einem Akademienprojekt zum Komponisten Erich W. Korngold) und der Musikpädagogik; sie strebt zugleich neue Wege der künstlerischen Forschung an.

Im Fokus der Forschungsaktivitäten der Hochschule Neubrandenburg stehen nachhaltiger Strukturwandel und Umbau ländlicher Räume sowie Gesundheit und Ernährung. Die Hochschule Neubrandenburg zählt mit ihrem Projekt „HiRegion – Hochschule in der Region. Gemeinsam den Wandel gestalten mit Kooperationen, Netzwerken und Digitalisierung“ zu den Gewinnern der Bund-Länder-Initiative Innovative Hochschule.

Zu den drei Forschungsschwerpunkten der Hochschule Stralsund zählen die angewandte Informatik, KI und medizinische Entscheidungsfindung, die Technik und Energie sowie Unternehmen, Region und Tourismus.

Die Forschungsschwerpunkte der Hochschule Wismar beziehen sich auf Märkte, Handel, Seeverkehr im globalen Wandel, auf neue Materialien und Verfahren, Automatisierung und Sensorik sowie auf die Produkt-Gestaltung nachhaltiger Objekte und urbaner Strukturen.

Die Wissenschaftslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist ein integraler Bestandteil der Landesentwicklungsstrategie. Die Hochschulen haben sich durch die neuen Zielvereinbarungen mit Laufzeit 2021–2025 bei gesicherter Finanzierung noch profilierter aufgestellt. Die Universitätsmedizinen sind überaus forschungsstark. Durch die Neuansiedlung von außerhochschulischen Forschungseinrichtungen in Rostock und Greifswald ist eine zusätzliche Dynamik entstanden, die das gesamte System weiter beleben wird. Die bereits jetzt sehr intensive Vernetzung von Hochschulen und den außerhochschulischen Einrichtungen, darunter auch die Bundesforschungseinrichtungen in Rostock und auf der Insel Riems, wird weiter vorangetrieben, Synergien werden genutzt, sodass in den hauptsächlichen Schwerpunkten der Forschung nationales und internationales Niveau erreicht und stabilisiert wird. Durch die Ansiedlung von wissensbasierten Arbeitsplätzen wird die Attraktivität des Landes gesteigert. Studierende und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler werden aus dem In- und Ausland angezogen, um hier ihre wissenschaftliche Qualifikation zu erwerben und das Land als Ort für die Realisierung ihrer beruflichen Pläne und ihrer Lebensperspektive zu begreifen.

Ziel ist es, die Nachwuchskräfte auf den komplexen Arbeitsmarkt Wissenschaft vorzubereiten und gleichzeitig ihre frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit zu fördern. Attraktive Forschung in den Hochschulen und im Umfeld der Hochschulen ist essenzielle Voraussetzung, um junge Leute längerfristig an das Land zu binden.

1,81
Prozent
Anteil der Ausgaben für FuE am BIP 2019
Weitere Indikatoren im Online-Angebot Länder in Zahlen
0,65
Prozent
Anteil der Ausgaben für FuE am BIP im Staatssektor 2019
Weitere Indikatoren im Online-Angebot Länder in Zahlen
0,65
Prozent
Anteil der Ausgaben für FuE am BIP im Hochschulsektor 2019
Weitere Indikatoren im Online-Angebot Länder in Zahlen
0,51
Prozent
Anteil der Ausgaben für FuE am BIP im Wirtschaftssektor 2019
Weitere Indikatoren im Online-Angebot Länder in Zahlen
460
Promotionen im Jahr 2020
Weitere Indikatoren im Online-Angebot Länder in Zahlen
70
Patentanmeldungen je 1 Mio. Einwohner im Jahr 2020
Weitere Indikatoren im Online-Angebot Länder in Zahlen
3,3
Prozent
Gründungsrate in den FuE-intensiven Industrien 2018–2020
Weitere Indikatoren im Online-Angebot Länder in Zahlen
4,4
Prozent
Gründungsrate in den wissensintensiven Dienstleistungen 2018–2020
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30.704
Euro
Bruttoinlandsprodukt je Einwohner 2021
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