Die Hochschullandschaft des Saarlandes ist vielfältig und breit. Exponierte Stellungen für Forschungs- und Innovationspolitik haben die Universität des Saarlandes (UdS), die Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw saar) und das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) mit der medizinischen Fakultät inne. Sie tragen maßgeblich dazu bei, den Hochschul- und Forschungsstandort im Land zu stärken. Seit 2020 ist die UdS Europäische Hochschule. Darüber hinaus zeichnet sich die UdS, begünstigt durch die Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, durch drei Forschungsschwerpunkte aus: Informatik, NanoBioMed und Europa. Die htw saar ist eine forschungsstarke, international ausgerichtete, anwendungsorientierte Hochschule mit starkem regionalem Bezug.
In Saarbrücken befindet sich außerdem der Verwaltungssitz der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH). Die DFH ist eine 1997 von Deutschland und Frankreich gegründete, paritätisch finanzierte völkerrechtliche Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit. Ihre Mission besteht vor allem darin, deutsch-französische Studiengänge zu initiieren, zu evaluieren und finanziell zu fördern.
Zur staatlichen Hochschullandschaft gehören darüber hinaus die Hochschule für Musik Saar (HfM) und die Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK).
Von herausragender Bedeutung sind auch die außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Das Saarland zählt zu den größten und leistungsstärksten Standorten für IT-Sicherheitsforschung weltweit. Das dynamisch wachsende CISPA-Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit ist international führend auf diesem Gebiet. Internationale Ausstrahlung in der Informatik haben auch die beiden Max-Planck-Institute für Informatik (MPI-INF) sowie für Softwaresysteme (MPI-SWS), das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das Leibniz-Zentrum für Informatik – Schloss Dagstuhl (LZI). In den Bereichen Materialwissenschaften und Life Science sind insbesondere das Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM), das Material Engineering Center Saarland (MECS) und das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) tätig. Gestärkt wird der Forschungsbereich durch das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), das seinen Schwerpunkt auf antibakterielle und antivirale Wirkstoffe legt. Ziel der zwischen HIPS und UdS gemeinsam betriebenen Kooperationsplattform PharmaScienceHub ist die schnelle und effiziente Identifizierung und Entwicklung von Arzneimitteln gegen gesellschaftlich relevante Krankheiten wie Infektionen, Krebs und altersbedingte Erkrankungen. Zum Thema Sustainable Smart Production & New Mobility leisten das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP), das Fraunhofer-Zentrum für Sensor-Intelligenz (ZSI), das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) und das DFKI einen exzellenten Beitrag für den Brückenschlag von der Forschung zur Anwendung in der Wirtschaft. Standortrelevante Bedeutung besitzen darüber hinaus das Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme (IZES) und das Korea Institute of Science and Technology Europe (KIST Europe) in Saarbrücken.
Die strategische Entwicklungssteuerung der Hochschulen erfolgt über jeweils eigene Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die u. a. darauf abzielen, die intelligente Spezialisierung weiter zu schärfen und Kooperationen zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu vertiefen. Die saarländischen Hochschulen verfolgen das Ziel, ihre Wettbewerbsfähigkeit insgesamt zu steigern sowie wichtige Impulse für den wissenschaftlichen Fortschritt und die wirtschaftliche Entwicklung in der Region und darüber hinaus zu geben. Beispielsweise sind UdS und htw saar als einzige deutsche Hochschulen Mitglied im frankophonen Hochschulverbund „Agence universitaire de la Francophonie“. Dies unterstreicht die Bedeutung des Saarlandes als frankophoner Standort in der internationalen Hochschullandschaft. Darüber hinaus wurde im April 2025 an der UdS die bundesweit bisher einzige Arbeitsstelle für die wissenschaftliche Frankophonie in Deutschland eingerichtet. Ziel dieser „cellule francophone“ ist die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Akteurinnen und Akteuren der Frankophonie.