Das niedersächsische Wissenschaftssystem zeichnet sich durch eine vielfältige und leistungsstarke Forschungslandschaft aus, die aus dem engen Zusammenspiel der Hochschulen mit renommierten außeruniversitären Einrichtungen entsteht. Mit sechs Exzellenzclustern im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern sowie 21 Sonderforschungsbereichen und Transregios behauptet Niedersachsen seine Position als international wettbewerbsfähiger Forschungsstandort.
Die Forschungsschwerpunkte orientieren sich an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen und zielen darauf ab, bestmögliche Rahmenbedingungen für Exzellenz und internationale Sichtbarkeit zu schaffen. Im Fokus stehen Themenfelder wie Agrar- und Lebenswissenschaften, Energie und Wasserstoff, Mobilität, Meeres- und Klimaforschung, Quantentechnologie sowie die Geistes- und Sozialwissenschaften. Letztere wirken als zentrale Akteure bei der Erforschung gesellschaftlicher Transformationsprozesse, eröffnen u. a. durch Programme wie Pro*Niedersachsen interdisziplinäre Perspektiven und setzen Impulse für die Weiterentwicklung moderner Gesellschaften. So wirken die Geistes- und Sozialwissenschaften als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und tragen zur Gestaltung zukunftsfähiger Strukturen bei. Diese Bereiche adressieren zentrale gesellschaftliche Fragestellungen und wirtschaftsstrategische Schlüsselthemen mit hoher Zukunftsrelevanz.
Um Spitzenforschung gezielt zu fördern und die Profile der Hochschulen zu stärken, setzt Niedersachsen auf ein abgestimmtes Förderinstrumentarium. Kernstück ist das Programm zukunft.niedersachsen, das in Zusammenarbeit mit der VolkswagenStiftung themenbezogene Förderlinien bereitstellt. Diese Ausschreibungen richten sich an exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, fördern hochschulübergreifende Kooperationen und unterstützen den Auf- und Ausbau modernster Forschungsinfrastrukturen.
Neben der thematischen und institutionellen Förderung legt Niedersachsen besonderen Wert auf die Gewinnung und Bindung herausragender Persönlichkeiten. Es besteht die Möglichkeit, in drei Förderlinien Anträge stellen zu können. Durch gezielte Unterstützungsmöglichkeiten sollen internationale Spitzenkräfte (FL1 „Die Niedersachsen-Professur“), leistungsstarke Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (FL2 „Die Niedersachsen-Impuls-Professur“) und für die Hochschulstandorte profilgebende Persönlichkeiten aus der Forschung (FL3 „Die Niedersachsen-Profil-Professur“) nach Niedersachsen geholt bzw. an den Standort gebunden werden.
Mit diesen Maßnahmen stärkt Niedersachsen seine Rolle als exzellenter Forschungsstandort, der sowohl national als auch international Maßstäbe setzt.
Das Land Niedersachsen hat gemeinsam mit der Landeshochschulkonferenz und der VolkswagenStiftung eine strategische Agenda entwickelt, die unter den Leitbegriffen Transformation, Digitalität und Spitzenforschung die Forschungspolitik des Landes fokussiert und ausrichtet.
Im Bereich Transformation liegen die besonderen Herausforderungen in den Feldern ressourcenschonendes Wirtschaften, Mobilität und Energie. Das Land wird gezielt Vorhaben fördern, die innerhalb der kommenden fünf bis zehn Jahre spürbare Wirkungen entfalten, den Fortschritt in Zeiten des Wandels vorantreiben und die notwendigen systemischen Veränderungen unterstützen.
Auch die Bund-Länder-finanzierten außeruniversitären Forschungseinrichtungen spielen eine zentrale Rolle für die Innovationskraft Niedersachsens. Um neue Institute in das Land zu holen, stellt Niedersachsen Kofinanzierungsmittel bereit und unterstützt Antragsverfahren sowie Initiativförderungen.
Damit die landesfinanzierten regionalen Forschungseinrichtungen den vielfältigen Herausforderungen der Energiekrise sowie weiteren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen wirksam begegnen können, plant das Land eine deutliche Verbesserung ihrer Finanzierung. Dazu gehören eine dynamisierte Förderung zur Abdeckung von Tarifsteigerungen sowie gezielte Investitionen in die Infrastruktur.