Bayern – Wissenschaftssystem

Kennzeichnend für die Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Freistaat Bayern ist ihre besondere Vielfalt. Neben zehn staatlichen und mehreren nichtstaatlichen Universitäten bzw. wissenschaftlichen Hochschulen sowie sechs Universitätsklinika und zwei Medizincampus, 17 staatlichen und mehreren nichtstaatlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften bzw. Technischen Hochschulen, sechs staatlichen und zwei nichtstaatlichen Kunsthochschulen sind hier zwölf Institute und eine Forschungsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), zwei Zentren und drei Institute der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), eine Kooperation im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT-WERA) sowie acht Institute der Leibniz-Gemeinschaft, zehn Institute bzw. Institutsteile und 25 weitere Standorte der Fraunhofer-Gesellschaft angesiedelt. Auch existieren zahlreiche landesseitig finanzierte Forschungseinrichtungen, etwa die traditionsreiche Bayerische Akademie der Wissenschaften oder die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns.

An den Hochschulen in Bayern waren im Wintersemester 2024/25 insgesamt 409.615 Studentinnen und Studenten eingeschrieben, davon 85.184 mit ausländischer Staatsangehörigkeit – beides sind historische Höchstwerte.

In internationalen Rankings gelten die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und die Technische Universität München (TUM) seit Jahren als die beiden besten deutschen Universitäten. Für die Hochschulen und Universitätsklinika stellte der Freistaat 2025 7,20 Mrd. Euro zur Verfügung.

Die Gründung der Technischen Universität Nürnberg zum 1. Januar 2021 hat das Wissenschaftssystem in Bayern um eine international, interdisziplinär und digital ausgerichtete Modelluniversität bereichert.

Den Wissenschaftsstandort Bayern prägt auch eine breit gefächerte außeruniversitäre Forschungslandschaft. Mit Fraunhofer und der Max-Planck-Gesellschaft haben zwei führende deutsche Forschungsorganisationen ihren Sitz in München. Mit der Einrichtung mehrerer Institute aller vier großen nationalen Wissenschaftsorganisationen auch außerhalb des weltweit sichtbaren Großraums München wurden in den letzten Jahren wichtige Impulse gesetzt.

Bayern bietet attraktive Rahmenbedingungen für den besonders leistungsfähigen Nachwuchs. Das Elitenetzwerk Bayern akzentuiert dieses Angebot für junge Talente vom Abitur bis zur Postdoc-Phase. Sein Kerngedanke ist die Vernetzung zwischen den verschiedenen Wissenschaftsstandorten und über Disziplinen hinweg.

Zudem fördert der Freistaat im Rahmen des Bayerischen Wissenschaftsforums (BayWISS) Verbundkollegs, in denen hochschulartübergreifend gemeinsame Promotionsverfahren nach dem Modell der Verbundpromotion durchgeführt werden.

Ein Meilenstein für das Wissenschaftssystem in Bayern ist die durch das Bayerische Hochschulinnovationsgesetz (BayHIG) ermöglichte Verleihung des Promotionsrechts für forschungsstarke Bereiche an bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HaW) und Technischen Hochschulen (TH). Seit Inkrafttreten des BayHIG am 1. Januar 2023 konnten über alle HaW und TH hinweg in ganz Bayern verteilt 22 Promotionszentren in verschiedenen Fachbereichen eingerichtet werden.

Die Hochschulrechtsreform hat erfolgreich dazu beigetragen, die Führungsrolle des Wissenschaftsstandorts Bayern in Deutschland und im europäischen Kontext zu sichern. Das Wissenschaftsministerium steht zu den seitdem veränderten Bedingungen im Wissenschaftsbereich, der Verbesserung der Agilität und dem Abbau bürokratischer Hürden weiterhin im engen Austausch mit den Hochschulen.

Die neue strategische Hochschulsteuerung sieht mehrjährige Rahmenvereinbarungen vor, in denen auf der Grundlage staatlicher Zielsetzungen und gesetzlicher Vorgaben ein angemessenes Angebot an Hochschulleistungen und hochschulübergreifende Schwerpunkte abgestimmt werden – die aktuelle Rahmenvereinbarung läuft bis Ende 2027.

Eine wegweisende Entscheidung für den Wissenschaftsstandort Bayern ist die Verstetigung der HTA.

Mit der Highmed Agenda Bayern stärkt der Freistaat die Zukunft der Medizin durch beste Versorgung und innovative Forschung und mit der M1 – Munich Medicine Alliance wird München das bundesweit stärkste Zentrum für Spitzenforschung im Medizinbereich.

Das Department of Aerospace and Geodesy der TUM gehört bereits heute zum internationalen Spitzenfeld. Im Endausbau soll es die größte Luft- und Raumfahrtfakultät Europas bilden.

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