In Rheinland-Pfalz sind vier staatliche Universitäten, sieben staatliche Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) sowie weitere Hochschulen (kirchliche Hochschulen, Wirtschaftshochschulen, Verwaltungshochschulen etc.) beheimatet. Diese verfügen über ein vielfältiges Spektrum in der Forschung und setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Gemeinsam mit den Hochschulen prägen die außeruniversitären Forschungseinrichtungen der großen vier außeruniversitären Forschungsorganisationen das Wissenschaftssystem in Rheinland-Pfalz. Zu diesen zählen fünf Leibniz-Institute, drei Fraunhofer-Institute, drei Max-Planck-Institute sowie zwei Helmholtz-Institute. Als weitere Forschungseinrichtungen sind besonders die Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (TRON), das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern und das Institut für Molekulare Biologie (IMB) in Mainz zu erwähnen.
Den Universitäten, HAWs und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Land gemeinsam ist die Bedeutung der interdisziplinären Forschung und Kooperation mit anderen Einrichtungen und der Wirtschaft. Beispiele hierfür sind die Forschungskollegs des Landes, die kooperative Promotionen zwischen HAWs und Universitäten unter einem übergeordneten thematischen Dach ermöglichen, und die im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geförderten gemeinsamen Promotionen zwischen KMU und Hochschulen. Beispielhaft für die verstärkte Vernetzung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Spitzentechnologien sind die Quanteninitiative Rheinland-Pfalz (QUIP), welche rheinland-pfälzische Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammenbringt, das Max-Planck-Graduate-Center (MPGC), welches die beiden Mainzer Max-Planck-Institute mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Bereich der Nachwuchsförderung verbindet, das Leistungszentrum Simulations- und Software-basierte Innovation am Standort Kaiserslautern, welches die Fraunhofer-Einrichtungen, das DFKI, weitere Forschungseinrichtungen und die Hochschulen am Standort mit der Wirtschaft zusammenbringt, das Leistungszentrum Einzelzelltechnologie am Standort Mainz, welches das Fraunhofer Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM in Mainz mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und ihrer Universitätsmedizin sowie mit weiteren Einrichtungen in Mannheim und Darmstadt und mit der Wirtschaft verbindet und die Initiative AI, Computing & Society, in welcher der Schulterschluss zwischen dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme in Kaiserslautern und der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau zum Thema gelebt wird. Hinzu kommen die vier regionalen Wissens- und Innovationsallianzen (Mainzer Wissenschaftsallianz, Science and Innovation Alliance Kaiserslautern, Wissenschaftsallianz Trier, Wirtschafts- und Wissenschaftsallianz Koblenz), in denen Know-how geteilt wird. Insbesondere im Bereich der Biotechnologie und Alternsforschung gibt es zahlreiche Kooperationen der Einrichtungen im Land, die fortlaufend gestärkt werden.
Mit einer Strategie zur Stärkung von Forschung und Innovation begleitet Rheinland-Pfalz die Hochschulen bei der Profilbildung in der Forschung sowie bei Forschungskooperationen. Das Land will neue Ideen und Technologien aus der Wissenschaft schnell und zielgerichtet als Innovationen in die Gesellschaft bringen. Basis dafür ist eine hervorragend aufgestellte grundlagenorientierte Forschung. Ein wichtiges Förderinstrument ist die Forschungsinitiative des Landes, im Rahmen derer auf der Basis von Zielvereinbarungen über jeweils fünf Jahre Forschungsschwerpunkte ausgebaut sowie neue Potenzialbereiche erschlossen werden.
Ferner werden die Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Forschung zu aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen gezielt unterstützt, um so den Beitrag der rheinland-pfälzischen Forschung national und international beispielsweise in den Feldern Künstliche Intelligenz, Quanten-, Bio- und Wasserstofftechnologie, in der Gesundheitsforschung sowie bei den Querschnittsthemen Nachhaltigkeit und Digitalisierung noch sichtbarer zu machen. Insbesondere stärken wir dabei auch den Schulterschluss zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.