In kaum einer anderen Region Europas konzentrieren sich so viele Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen wie in Berlin: Vier staatliche Universitäten, die Charité – Universitätsmedizin Berlin, drei staatliche Kunsthochschulen, vier staatliche und zwei konfessionelle Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW), 24 private Hochschulen und rund 70 öffentlich finanzierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen haben ihren Sitz in der Bundeshauptstadt.
Die – für Berlin typische – Nähe von und Interaktion zwischen Natur-, Technik- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften schafft ein günstiges Innovationsklima mit einer großen Zahl miteinander vernetzter außeruniversitärer Forschungseinrichtungen – sichtbar im Verbund BR 50 e. V.
Dabei bündelt Berlin wissenschaftliche Exzellenz mit Kompetenzen im Bereich der Wissenschaftskommunikation und Transdisziplinarität zu einem offenen Wissenslabor, welches auch Bürgerinnen und Bürger zur Mitgestaltung einlädt. Die zehntägige Berlin Science Week und die Lange Nacht der Wissenschaften zählen jedes Jahr insgesamt mehr als 35.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.
Seit 2010 erfolgt die Hochschulfinanzierung auf Basis der erbrachten Leistungen in den Bereichen Lehre, Forschung und Gleichstellung. Die Hochschulverträge werden in der Regel für eine fünfjährige Laufzeit abgeschlossen und bieten den Hochschulen damit Planungssicherheit zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Seit 2018 konnten und können bis 2028 im Rahmen der Hochschulverträge jährliche Mittelaufwüchse von rund 3,5 % realisiert werden.
An den Berliner Universitäten sind die fünf Exzellenzcluster Contestations of the Liberal Script (SCRIPTS), NeuroCure, Math+, ImmunoPreCept und das Center for Chiral Electronics (CCE) ansässig. Zudem wird seit November 2019 der Verbundantrag der Berlin University Alliance in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten der Exzellenzstrategie gefördert. Die Verstetigung großer Verbundvorhaben, wie das Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD), das Weizenbaum Institut und das Zuse-Institut Berlin, sichern langfristig die Leistungsfähigkeit in der Forschung und Entwicklung von Schlüsseltechnologien, während neue Initiativen wie Berlin Quantum und das Projekt Innovative Hochschule der Berliner HAWs wichtige strategische Impulse für das Ökosystem geben.
Seit 2025 ist zudem die Promotion an einer HAW, in einem kompetitiv ausgewählten und fachlich fokussierten Promotionszentrum möglich.
Derzeit können die Berliner Universitäten auf 30 Sonderforschungsbereiche und Transregioprojekte, zwölf Schwerpunktprojekte, 22 Forschungsgruppen, zwei klinische Forschungsgruppen sowie 21 Graduiertenkollegs (davon vier internationale) verweisen.
Die Charité, welche aus der Medizinischen Fakultät, dem Universitätsklinikum und (seit 2021) dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) besteht, zeichnet sich durch hohes wissenschaftliches Renommee und internationale Präsenz aus. Unter dem Dach des BIH wird seit 2013 translationale biomedizinische Forschung auf höchstem Niveau und in enger Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) betrieben.
Eine wichtige Rolle bei der Förderung der Berliner Spitzenforschung kommt der Einstein Stiftung Berlin zu. Mit Programmen wie den Einstein Visiting Fellows oder der Einstein-Profil-Professur werden gezielt herausragende Spitzenkräfte aus dem Ausland in die Berliner Wissenschaftslandschaft eingebunden.
Berlin gehört mit seiner vielfältigen und dynamischen Forschungslandschaft zu den führenden Wissenschaftsstandorten in Deutschland. Gleichzeitig bieten die hohe Konzentration an Forschungseinrichtungen und -verbünden sowie neue Forschungsfelder und Technologien ungenutzte Potenziale. Die forschungspolitische Strategie Berlin sichert und stärkt die Exzellenz und Innovationskraft der Forschung durch strategische Schwerpunktsetzung und strukturelle Unterstützung innovativer Forschungsfelder. Dies erhöht Berlins Schlagkraft und Wettbewerbsfähigkeit als Ort für Spitzenforschung und Innovation, indem ein förderliches Forschungsumfeld und optimale Rahmenbedingungen geschaffen werden. Durch eine koordinierte Außenkommunikation, strategische Partnerschaften und gezielte politische Vertretung auf Bundes- und EU-Ebene wird die Position und Strahlkraft Berlins als exzellenter Forschungsstandort gestärkt.