Nordrhein-Westfalen – Wissenschaftssystem

Die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen haben ihre Forschungsleistung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und dem Land eine bundesweite Spitzenposition in der Forschung gesichert. So konnten sie in der ersten Programmphase der Exzellenzstrategie (2019–2026) ihre Forschungsstärke erfolgreich zur Geltung bringen: 14 Exzellenzcluster und zwei Exzellenzuniversitäten werden gefördert, d. h. mehr als ein Drittel der eingereichten Skizzen für Exzellenzcluster war erfolgreich – kein anderes Bundesland hatte eine solche Erfolgsquote. In der nächsten Förderperiode ab 2027 baut das Land sein Spitzenniveau mit 15 Exzellenzclustern weiter aus.

Bei 63 von 263 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichen (SFB) hat eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler einer nordrhein-westfälischen Hochschule die Sprecherrolle inne (rund 24 %), darunter bei 22 von 91 SFB-Transregios (rund 24 %). Zudem sind nordrhein-westfälische Hochschulen an vielen SFB anderer Bundesländer beteiligt. Aus dem Programm „Forschung an Fachhochschulen“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt flossen 2019–2023 mehr als 26 % der 247 Mio. Euro betragenden Gesamtförderung nach Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung für Hochschulen für angewandte Wissenschaften haben die nordrhein-westfälischen Hochschulen erfolgreich 33 Projektvorhaben beantragt, wodurch bislang 23 Mio. Euro in den Haushaltsjahren 2025–2030 bewilligt wurden (Stand Juli 2025, weitere Förderaufrufe stehen aus).

Neben den Hochschulen haben mehr als 50 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen – darunter 14 von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Max-Planck-Institute, 16 Fraunhofer-Institute, drei Fraunhofer-Anwendungszentren, neun Leibniz-Institute sowie drei Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft und ein Helmholtz-Institut. Ein Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre sowie eine Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastruktur und Geothermie befinden sich im Aufbau. Hinzu kommen 15 vom Land geförderte Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft sowie die ZB MED – Informationszentrum Lebenswissen-schaften.

Sichtbar wird die Leistungsfähigkeit von Forschung und Innovation und deren wirtschaftliches Anwendungspotenzial in Nordrhein-Westfalen auch durch den Innovationspreis des Landes, der – mit 135.000 Euro dotiert – zu den bedeutendsten deutschen Auszeichnungen zählt.

Die Errichtung des Promotionskollegs für angewandte Forschung der Fachhochschulen Nordrhein-Westfalens (Promotionskolleg NRW) diversifiziert das Promotionssystem in Nordrhein-Westfalen. Die Zusammenarbeit der Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Nordrhein-Westfalen im Bereich Promotion und Forschung wurde auf der Basis von § 67b Hochschulgesetz NRW reformiert. 2022 erhielt das Promotionskolleg NRW nach Begutachtung durch den Wissenschaftsrat das Promotionsrecht, um eigenständige Promotionsverfahren durchzuführen, die zuvor nur in Kooperation mit Universitäten möglich waren.

Am Promotionskolleg NRW werden Promovierende entweder in Promotionsprogrammen oder bei kooperativen Promotionen begleitet. Das Kolleg versteht sich als landesweites Forschungsnetzwerk der Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit inter- und transdisziplinärem Anwendungsbezug. Promovierende werden in strukturierten Programmen qualitätsgesichert zur Promotion geführt. Das Kolleg unterstützt seine Mitglieder bei der hochschulübergreifenden Vernetzung, Forschung sowie beim Transfer und bereitet Promovierende auf wissenschaftliche und außerwissenschaftliche Karrieren vor.

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