Das Wissenschaftssystem in Sachsen-Anhalt ist wettbewerbsfähig und zieht qualifizierte Nachwuchskräfte an. Der Ausbau von Hochschulen und Forschungseinrichtungen durch Land und Bund hat die Basis für öffentlich finanzierte Forschung geschaffen.
Träger dieser Forschung sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle sowie vier Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (Anhalt, Magdeburg-Stendal, Harz, Merseburg). Die stärkere Profilierung und institutionelle Kooperation haben die Wettbewerbsfähigkeit erhöht.
In Magdeburg konzentriert sich die Forschung auf Neurowissenschaften und Immunologie, etwa im Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) mit dem LIN und dem DZNE sowie im Center for Dynamic Systems (CDS) mit dem Max-Planck-Institut. Halle-Wittenberg setzt Schwerpunkte in der Pflanzenforschung und Bioökonomie, u. a. in Zusammenarbeit mit vier Leibniz-Instituten. Mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) entstand ein international ausgerichtetes Zentrum für globale Biodiversitätsfragen. Ein herausragendes Beispiel für wissenschaftliche Spitzenleistung ist die erfolgreiche Aufnahme des Center for Chiral Electronics an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und weiteren Partnern als Exzellenzcluster in die bundesweite Exzellenzstrategie. Die dortige Forschung im Bereich der chiralen Elektroniksysteme setzt international Maßstäbe in der Materialwissenschaft.
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg fokussiert auf Automotive und Ingenieurwissenschaften sowie Medizintechnik, etwa im Forschungscampus STIMULATE, der bildgestützte Therapien und Technologien zur Verbesserung der Patientenversorgung entwickelt.
Das Kompetenznetzwerk für Angewandte und Transferorientierte Forschung (KAT) wurde von den vier Fachhochschulen gegründet. Die KAT-Zentren orientieren sich an den Leitmärkten der Regionalen Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt und bieten Unternehmen regionale Ansprechpartner für den Wissenstransfer.
Ergänzt wird die Hochschulforschung durch außeruniversitäre Einrichtungen wie fünf Leibniz-Institute, drei Max-Planck-Institute, zwei Fraunhofer-Institute und zwei Helmholtz-Zentren. Kooperationen zwischen Hochschulen und diesen Einrichtungen bestehen in Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung und basieren auf Kooperationsverträgen und gemeinsamen Berufungen.
Die kommende Wissenschaftspolitik in Sachsen-Anhalt wird die Forschung und Lehre an den Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen fördern und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft stärken. Dabei sollen die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöht werden. Zudem sollen die gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und demografischer Wandel besonders berücksichtigt werden.
Die Wissenschaftspolitik orientiert sich an den Zielen der nationalen und europäischen Forschungs- und Innovationsstrategien sowie an den spezifischen Bedarfen und Potenzialen des Landes. Sachsen-Anhalt verfolgt dabei einen integrierten Ansatz, der alle Bereiche der Wissenschaft von den Grundlagen bis zur Anwendung umfasst und die Vernetzung und den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren unterstützt.