Thüringen – Wissenschaftssystem

Thüringen verfügt über eine ausdifferenzierte und leistungsfähige Wissenschaftslandschaft, in der Hochschulen, außeruniversitäre Forschung und wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen an neuen Erkenntnissen und besseren Anwendungen arbeiten. Staatlich geförderte Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind Rückgrat, Treiber und personeller Garant für das regionale Innovationssystem.

Das Hochschulsystem setzt sich aus zehn staatlichen Hochschulen an acht Standorten zusammen: Jena, Weimar, Erfurt, Ilmenau, Nordhausen, Schmalkalden, Gera und Eisenach.

Hinzu kommen die Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Gotha und insgesamt drei in privater Trägerschaft befindliche Hochschulen, welche in Erfurt und Gera angesiedelt sind.

Die im Dezember 2023 verabschiedeten „Leitlinien zur Hochschulentwicklung in Thüringen 2026–2030“ beschreiben die wesentlichen strategischen Ziele des Landes. Dazu gehören insbesondere die Sicherung der Hochschulfinanzierung unter Einbeziehung des Bundes, die weitere Profilierung der Hochschulen, die Stärkung der Hochschulen als regionale Wachstumskerne, die Weiterentwicklung der Ingenieurwissenschaften, die Gestaltung des digitalen Wandels an den Hochschulen sowie die Sicherung einer modernen Infrastruktur für Lehre, Forschung und Verwaltung.

Um die Leistungsfähigkeit der Hochschulen des Landes stetig auszubauen und ihnen längerfristige Planungssicherheit zu gewährleisten, wurde die Rahmenvereinbarung V im Jahr 2020 beschlossen. Mit einer jährlichen Steigerung von 4 % gegenüber dem Vorjahr erhalten die Hochschulen von 2021 bis 2025 (verlängert bis 2026) insgesamt Finanzzuweisungen in Höhe von rund 2,68 Mrd. Euro. Im Ergebnis der Verhandlungen im Land wird die Rahmenvereinbarung V für das Jahr 2026 mit einer Steigerung von 3,5 % fortgeschrieben.

Neben den Hochschulen existieren in Thüringen hochspezialisierte Forschungseinrichtungen, u. a. Institute bzw. Institutsteile der vier großen deutschen Forschungsorganisationen. Darunter fallen sechs Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft, drei Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, fünf Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft sowie drei Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft. Zusätzlich trägt das Land vier eigene Forschungseinrichtungen, die unterschiedliche Forschungsschwerpunkte aufweisen und zum Teil wichtige Impulse in der Forschungszusammenarbeit für die klein- und mittelständisch geprägte Wirtschaft Thüringens geben.

Zudem haben sich im Freistaat zehn wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen etabliert. Diese bieten in Jena, Erfurt, Rudolstadt, Weimar, Sonneberg, Schmalkalden, Bad Langensalza und Greiz insbesondere KMU gezielt Forschungs- und Entwicklungsleistungen mit hohem Anwendungsbezug an. Die Einrichtungen sind inhaltlich an den breit gefächerten Innovationsbedarfen der Thüringer Unternehmen ausgerichtet, auf Bundesebene unter dem Dach der Zuse-Gemeinschaft organisiert sowie auf Landesebene in dem Forschungs- und Technologieverbund Thüringen e. V. (FTVT) zusammengeschlossen.

Ziel ist es, die ausdifferenzierte und vielfältige Wissenschafts- und Forschungslandschaft des Freistaats so zu fördern, dass sie auch zukünftig Impulse für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen liefert und als Innovationstreiber für den Fortschritt der Gesellschaft und zu einer starken Wirtschaft fungiert. Dies schließt Maßnahmen in Thüringen ein, die Anzahl der durch den Bund mitfinanzierten Forschungseinrichtungen zu erhöhen, gleichzeitig Neugründungen zu fördern, die Vernetzung von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen auszubauen und weiterhin den Wissenstransfer zu gewährleisten.

Im Bereich der Hochschulen gewinnt die flächendeckende Sicherstellung des Zugangs zu Technologien mit datenintensiver Forschung wie KI oder High-Performance Computing an Bedeutung, um besonders komplexe Simulationen oder Datenanalysen vorzunehmen.

Mit speziell auf die wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen ausgerichteten Förderprogrammen wird dem Unterstützungsbedarf der Institute begegnet und die Zukunftsfähigkeit der Einrichtungen gestärkt.

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