Thüringen – Transfer und Gründungen

Hightech-Gründungen haben bundesweit und in Thüringen einen geringen Anteil am gesamten Gründungsgeschehen. Start-ups aus dem industriellen Bereich stellen nur eine Minderheit dar. In Thüringen fällt ihr Anteil jedoch im Spitzentechnologiesektor vergleichsweise hoch aus. Insbesondere der Wirtschaftsraum Jena bildet eine Ausnahme von der flächendeckenden Innovationsschwäche Ostdeutschlands. Im Freistaat werden zwar mit einer geringeren Gesamtintensität neue Unternehmen hervorgebracht, bei den realisierten Gründungen ist indes der Anteil an innovativen Unternehmen im Vergleich zum Bundesschnitt am höchsten.

Als erste Anlaufstelle für Gründende und KMU in Thüringen dient das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx). Es bündelt die geförderten Beratungs- und Unterstützungsangebote. Dafür arbeiten die ThEx-Partner in verschiedenen Projekten in ganz Thüringen mit weiteren Akteuren zusammen. Das Projekt ThEx innovativ hat sich zum Ziel gesetzt, Synergien zwischen innovativen KMU zu erzeugen. ThEx innovativ steht hinter dem Thuringian Regional Innovation Program (TRIP) und den Investor Days Thüringen.

Ein weiterer Baustein zur Förderung von innovativen Gründungen ist die Gründungsprämie mit dem Ziel, innovative Start-ups in der Vorgründungsphase zu unterstützen. Die Gründerinnen und Gründer erhalten hierbei je nach beruflicher Qualifikation einen monatlichen Zuschuss von 2.500 bis 3.500 Euro zur Existenzsicherung.

Der Freistaat hat den Einsatz für die Nutzung von Beteiligungskapital zur Finanzierung innovativer Existenzgründungen und KMU weiter verstärkt. Dies geschieht mit den zwei maßgeschneiderten Fonds Thüringer Start-up-Fonds II (TSF II) und dem Thüringer WachstumsBeteiligungsFonds II (WBF II). Mit dem Thüringer Zukunftsfonds III (TZF III) unterstützt das Land zudem Start-ups, die insbesondere ökologische, digitale oder soziale Innovationen verfolgen.

Gründungen aus Hochschulen werden vom Hochschulgründernetzwerk StarTH unterstützt. Mit dem Programm „get started 2gether“ wird Start-ups die Möglichkeit gegeben, mit einer der zehn wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen des Freistaats zu kooperieren. Start-ups haben die Chance, Infrastruktur und Expertise der Institute zu nutzen und von der Vernetzung im Industrienetzwerk zu profitieren. Mit der Förderung der Thüringer Innovation Hubs an den zwei Fraunhofer-Leistungszentren wird in Zusammenarbeit mit den beteiligten Forschungseinrichtungen ein schneller Transfer über Ausgründungen ermöglicht; wissenschaftliche Ausgründungen werden hier direkt in den Fachbereichen Optik/Photonik sowie Sensorik unterstützt.

Forschungsintensive und innovative Gründungen haben für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaats Thüringen eine besondere Bedeutung. Junge Unternehmen bringen das sehr hohe Potenzial mit sich, nicht nur den technologischen Fortschritt voranzutreiben, sondern auch ganze Branchen zu verändern. Darüber hinaus werden Start-ups als wichtige Schlüsselfaktoren für anstehende Transformationsprozesse gesehen. Bei der zielgerichteten Unterstützung für Gründungen wird auf eine Verzahnung dieser mit den weiteren Förderleistungen geachtet, um Gründungen im Freistaat Thüringen ein lückenloses Unterstützungsangebot ohne Doppelungen anzubieten und den Wissenstransfer zu stimulieren. Start-ups sollen zukünftig weiterhin in ihren Wachstumsmöglichkeiten gestärkt und dabei in die Lage versetzt werden, ihren Erfolg in einem vernetzten Gründungsökosystem auszuweiten.

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