Die Thüringer Hochschulen und Forschungseinrichtungen leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, die internationale Ausstrahlung des Freistaats als innovativen und weltoffenen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort zu stärken.
Die Thüringer Hochschulen haben in den vergangenen Jahren wesentliche Fortschritte in der Internationalisierung von Forschung, Lehre, Wissenstransfer und Hochschulmanagement erzielt. Grundlage dafür ist die laufende Rahmenvereinbarung V (2021–2025, verlängert um ein Jahr bis Ende 2026), die die gezielte Nutzung internationaler Vernetzung als zentrales strategisches Ziel festlegt.
Die Hochschulen haben ihre strategischen Partnerschaften weiterentwickelt, die internationale Sichtbarkeit erhöht und ihre Internationalisierungsstrategien flächendeckend verankert. Die Maßnahmen zielen insbesondere auf die Steigerung der Outgoing-Mobilität, die Erhöhung der Attraktivität für internationale Studierende und Forschende sowie auf eine bessere Anbindung an die regionalen Bedarfe in Wirtschaft und Forschung. Zur Umsetzung wurden Beratungs- und Betreuungsangebote, Sprachkurse sowie fremd- und insbesondere englischsprachige Studienangebote im Masterbereich deutlich ausgebaut.
Ein qualitativer Sprung in der internationalen Sichtbarkeit gelang 2024 durch die erfolgreiche Aufnahme zweier weiterer Thüringer Hochschulen in von Erasmus+ geförderte Europäische Hochschulnetzwerke. Die Bauhaus-Universität Weimar (Bauhaus4EU) und die Technische Universität Ilmenau (SUNRISE) übernehmen dabei jeweils die Rolle der Konsortialführung und koordinieren somit zwei von aktuell nur 64 Allianzen europaweit.
Bereits seit 2020 ist die Friedrich-Schiller-Universität Jena als erste Thüringer Hochschule Teil der Allianz EC2U – European Campus of City-Universities und baut die multilaterale Hochschulzusammenarbeit seither erfolgreich mit aus.
Damit sind drei der zehn staatlichen Thüringer Hochschulen in Europäischen Hochschulnetzwerken vertreten – ein beachtlicher Erfolg, der die gestiegene internationale Wettbewerbsfähigkeit und strategische Positionierung des Hochschulstandorts Thüringen im europäischen Hochschulraum unterstreicht.
Im Rahmen von 1.771 internationalen Kooperationen Thüringer Hochschulen mit Partnereinrichtungen in 102 Ländern findet ein beständiger Austausch von Ideen statt. Die Zahl der ausländischen hauptberuflich tätigen Forschenden konnte weiter gesteigert werden.
Als Beispiel für die konkrete grenzübergreifende Forschungskooperation ist die Beteiligung Thüringens am Gemeinsamen Unternehmen CHIPS JU zu nennen. In dieser Zusammenarbeit wird die Thüringer Forschungs- und Technologieförderung mit der europäischen transnationalen Förderung verzahnt. Die Innovations- und Wertschöpfungsketten sind und bleiben dadurch grenzübergreifend, wobei Thüringer Akteuren die Möglichkeit gegeben wird, einen wichtigen Beitrag bei der Festigung der europäischen Technologiesouveränität zu leisten. Ziel ist dabei auch, die Investitionsbereitschaft der Industrie für die Mikroelektronik-Produktion in Deutschland und Thüringen weiter zu stärken.
Die Thüringer Hochschulen wollen ihre internationale Positionierung weiter stärken und die Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandorts Thüringen im europäischen und globalen Kontext ausbauen. Im Fokus stehen die Vertiefung strategischer Partnerschaften, die Mitgestaltung im Europäischen Hochschulraum und mehr internationale Mobilität. Ein zentrales Ziel ist die Fachkräftesicherung: Der Studienerfolg internationaler Studierender soll gesteigert, ihre Integration in den regionalen Arbeitsmarkt verbessert und Verbleibsquoten erhöht werden – auch durch Kooperationen mit Wirtschaft und Kommunen. Studienangebote werden zielgruppengerecht weiterentwickelt und um mehrsprachige, vor allem englischsprachige Studiengänge ergänzt. Die Digitalisierung wird systematisch genutzt, um internationalen Zugang und Kooperationen in Forschung und Lehre zu stärken.