Aktuelle Schwerpunktthemen in der rheinland-pfälzischen Forschungs- und Innovationspolitik sind u. a. die Biotechnologie, die Künstliche Intelligenz, Wasserstoff und die Quantentechnologie. Rheinland-Pfalz wird zu einem führenden Biotechnologie-Standort ausgebaut. Im Rahmen dessen werden auch die Standortbedingungen für Biotechnologieunternehmen weiterentwickelt und ein noch attraktiveres Umfeld für ansiedlungswillige Unternehmen in diesem Bereich geschaffen. Die Gesundheitsforschung wird gestärkt. Ziel ist, Lösungen für drängende Probleme einer alternden Gesellschaft zu entwickeln und einen Beitrag zum gesunden Altern zu leisten. Dies geschieht im Schulterschluss von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
Für diese Aktivitäten bildet die starke, vielfältige und dynamische rheinland-pfälzische Wissenschaftslandschaft das zu einer modernen Wissensgesellschaft gehörende Fundament. Eine leistungsfähige Wissenschaft, eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und ein funktionierendes Innovationssystem mit effizienten Austauschprozessen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sind das Rückgrat für Wohlstand und Beschäftigung. Damit Unternehmen und Gesellschaft vom Know-how der Hochschulen und Forschungseinrichtungen bestmöglich profitieren können, hat Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren die Infrastrukturen für den Wissens- und Technologietransfer auf- und ausgebaut sowie zahlreiche Initiativen und Maßnahmen ins Leben gerufen.
Ein zentrales Instrument des Landes für die Förderung der Forschung an Hochschulen ist die Forschungsinitiative. Diese setzt auf ein klares Forschungsprofil und die Entwicklung strategischer Ziele, was im Rahmen von Profilbereichen und Potenzialbereichen an den Hochschulen deutlich wird. Die Forschungsinitiative an den Hochschulen wird konsequent fortgesetzt, um die Profilbildung voranzutreiben und Potenziale zu heben.
In regionalen Wissens- und Innovationsallianzen in Mainz, Kaiserslautern, Koblenz und Trier bündeln Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ihr Know-how. Im Rahmen eines Innovations- und Technologieförderprogramms bietet Rheinland-Pfalz spezifische Instrumente, welche vorrangig KMU sowie die Kooperation dieser mit Hochschulen unterstützen.
Ziele der Forschungs- und Innovationspolitik des Landes sind die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Optimierung der Austauschprozesse zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Stärkung der Innovationsfähigkeit der Wirtschaft, insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Dazu entwickelt Rheinland-Pfalz die Schnittstellen zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter, um den Wissenstransfer niederschwellig auch für kleine Unternehmen zu ermöglichen und neues Wissen und neue Technologien aus der Wissenschaft schnell und zielgerichtet als Innovationen in die Wirtschaft und Gesellschaft zu bringen.
Im Rahmen der KI-Agenda Rheinland-Pfalz wird eine gezielte und zukunftsorientierte Weiterentwicklung dieser Schlüsseltechnologie in der Erforschung und Anwendung gefördert, um die rheinland-pfälzische Vorreiterrolle auf diesem Gebiet zu sichern. Dazu wurden KI-Lotsen und KI-Botschafter etabliert, zusätzliche KI-Professuren geschaffen und eine KI-Allianz gegründet. Aktuell werden im Rahmen des EFRE spezielle KI-Labs aufgebaut, die den KI-Transfer in die Wirtschaft beschleunigen. Zukunftsthemen wie die Quantentechnologien, Wasserstofftechnologie, Batterietechnik und das Smart Farming sind weitere Schwerpunktsetzungen des Landes.
In der Studie „Künstliche Intelligenz – Herausforderungen und Chancen für die rheinland-pfälzischen KMU“ wurde zudem die Landschaft der KI-Akteure in Wirtschaft, Wissenschaft, Netzwerke & Transfer erfasst und Ende 2024 aktualisiert.
Die Landesregierung verfolgt das Ziel, die strukturellen und innovationspolitischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich Rheinland-Pfalz zu einem international führenden Standort der Biotechnologie entwickeln kann, insbesondere im Bereich der Lebens- und Gesundheitswissenschaften. Dazu werden neben der Ansiedlung eines internationalen Wissenschaftspark- und Netzwerkbetreibers weitere Ansiedlungen internationaler Pharmaunternehmen begleitet. Das Life Science Zentrum (LZM) wird in dem entstehenden Gebäude einen Inkubator betreiben, Flächen an Gründende aus dem Life Science-Bereich vermieten und ist gemeinsam mit diesen Bestandteil eines internationalen Life Science-Netzwerkes. Gleichzeitig unterstützt das LZM den Aufbau einer Plattform für Biotechnologie / Life Sciences, für eine engere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft.