Der Wissens- und Technologietransfer aus Hochschulen hebt das Innovationspotenzial und trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Ziele des Technologietransfers in Nordrhein-Westfalen sind die systematische Erschließung hochschulischer Transferpotenziale sowie die Optimierung der Transfer- und Austauschprozesse von Wissenschaft und Wirtschaft.
Mit den Patent- und Verwertungsverbünden der nordrhein-westfälischen Hochschulen wurde eine Schutzrechtspolitik für Hochschulen und Forschungseinrichtungen geschaffen, die von der Erfinderberatung bis zur finanziellen Förderung von Patentanmeldungen und deren Verwertung reicht. Ergänzend unterstützt das Land die Hochschulen mit spezifischen Fördermaßnahmen, wie z. B. mit der NRW-Patent-Validierung zur Verbesserung der Verwertungschancen durch Lizenzierung, Verkauf oder Ausgründung aus den Hochschulen und Start-up-Innovationslaboren zur Schaffung nachhaltiger Unterstützungsstrukturen für technologie- und wissensbasierte Gründungen und Start-ups.
Das Programm Mittelstand Innovativ & Digital (MID) ermöglicht es KMU, Unterstützung für Beratungs-, Entwicklungs- und Umsetzungsdienstleistungen hinzuzuziehen. Außerdem unterstützt es KMU dabei, Hochschulabsolventinnen und -absolventen als MID-Assistenzkräfte einzustellen, um einen Wissenstransfer von Hochschulen in Betriebe zu vollziehen.
Nordrhein-Westfalen intensiviert den Wandel der Hochschulen hin zu gründungsfreundlichen Organisationen und nachhaltigen Keimzellen für innovative Start-ups. Die im Rahmen des Programms „Exzellenz Start-up Center.NRW“ bis Ende 2025 geförderten Universitäten haben die Unterstützung von Gründungsvorhaben auf einem exzellenten Niveau verstetigt, sowohl in organisatorischer als auch personeller und finanzieller Hinsicht. Im Herbst 2025 starteten die Nachfolgeprogramme zum Ausbau der Gründungsunterstützung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Programm Start-up Center, und zum Aufbau landesweiter Hochschul-Netzwerke in den Themenfeldern Gründungen von Akademikerinnen, KI-Gründungen und Gründungen mit einem Beitrag zur Klimaneutralität, Programm Start-up Fokuszentren. Konkrete Gründungsvorhaben werden weiterhin durch das bewährte Programm Start-up Transfer.NRW unterstützt. Die eLearning- und Austausch-Plattform „smart-up.NRW“ ermöglicht Coaches in den Hochschulen auch zukünftig, sich berufsbegleitend zu qualifizieren und landesweit Erfahrungen auszutauschen.
Im Rahmen des BMWE-Wettbewerbes „EXIST Startup Factories“ waren die von den sechs ESC-Universitäten gegründeten vier Start-up Factories BRYCK Start-up Alliance, Gateway Factory, R-Factory und Factory 33 in der Konzeptphase vertreten. BRYCK Start-up Alliance und Gateway Factory erhalten in der laufenden Projektphase jeweils bis zu 10 Mio. Euro Bundesmittel und haben private Mittel in gleicher Höhe akquiriert.
In der EU-Strukturfondsperiode 2021–2027 soll die Förderung von Forschung, Technologie und Exzellenz mit Fokus auf der Kooperation von Wissenschaft und Unternehmen im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 dazu beitragen, die Stärken des Standorts Nordrhein-Westfalen fortzuentwickeln. Die Förderung erstreckt sich auf die in der Innovationsstrategie 2021–2027 identifizierten Bereiche. Innovationswettbewerbe lösen einen technologieoffenen Wettbewerb um den besten Weg aus. Diese Wettbewerbe werden in sechs Innovationsfeldern ausgeschrieben, die auch Schlüsseltechnologien im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) berücksichtigen. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Resilienz sowie innovative Geschäftsmodelle sind als Querschnittsthemen angelegt und finden sich in allen Innovationsfeldern. Zielgruppen sind in der Regel KMU, große Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Kammern, Vereine und Stiftungen. Die Förderung wird zudem auf die Ziele der Plattform für strategische Technologien für Europa (STEP) ausgerichtet.