Brandenburg – Wissenschaftssystem

Brandenburg verfügt über eine vielfältige, dynamische und leistungsstarke Forschungslandschaft. Zu deren strukturbildenden Merkmalen gehört die Kooperation zwischen außeruniversitärer und hochschulischer Forschung, die sich nicht zuletzt in einer hohen Zahl Gemeinsamer Berufungen niederschlägt.

Das Brandenburger Hochschulsystem ist sehr divers. Es umfasst neun staatliche Hochschulen, darunter fünf Universitäten und vier Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Größte Hochschule ist die Universität Potsdam mit besonderen Stärken in den Natur- und Kognitionswissenschaften. Sie ist Teil des Potsdamer Forschungsökosystems der Geo- und Klimawissenschaften und arbeitet eng mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen.

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg hat ihren Sitz in der Lausitz. In Cottbus hat das Land zudem 2024 die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem gegründet. Beide Universitäten spielen zusammen mit den dort angesiedelten außeruniversitären Forschungseinrichtungen eine entscheidende Rolle im Strukturwandel der Region. Inhaltliche Schwerpunkte liegen u. a. in der Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens, im emissionsarmen Fliegen, in der Mobilität, in der künstlichen Intelligenz und Mikroelektronik und -sensorik sowie in der Energieforschung.

Die geistes- und sozialwissenschaftlich geprägte Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) stellt die Auseinandersetzung mit der europäischen Gesellschaft in den Mittelpunkt. Die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF ist die einzige Kunsthochschule im Land mit einem spezifischen Profil, das wissenschaftliche, wissenschaftlich-künstlerische und künstlerische Forschung umfasst. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind regional stark verankert und haben je nach Profil Forschungsstärken entwickelt. Als forschungsstarke Institutionen sind insbesondere die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und die TH Wildau hervorzuheben.

Teil der Wissenschaftslandschaft sind elf staatlich anerkannte private Hochschulen, darunter drei Universitäten: Die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane mit dem Schwerpunkt Versorgungsforschung, die Health and Medical University Potsdam mit einer integrativen Perspektive auf die Themenfelder Gesundheit und Medizin und die German University of Digital Science, die sich als vollständig digitale Universität versteht. Zudem existieren zwei landesinterne Fachhochschulen für Polizei und Finanzen.

Um attraktive und transparente Karrierewege ergänzend zur Professur zu fördern, hat das Land mit der Novelle seines Hochschulgesetzes neue Stellenkategorien in Lehre, Forschung und Wissenschaftsmanagement eingeführt. Darüber hinaus strebt Brandenburg einen landesweiten Anteil an unbefristeter Beschäftigung im akademischen Mittelbau von 40 % an, wozu konkrete Vereinbarungen in den Hochschulverträgen getroffen wurden.

Zur Stärkung der kooperativen Forschung zwischen außeruniversitären Einrichtungen und Hochschulen wird das Land zusammen mit den Einrichtungen eine Forschungsstrategie erarbeiten. Eine weitere Priorität ist die Digitalisierung der Hochschulen. Hier wird mit dem Zentrum für Digitale Transformation (ZDT) auf hochschulübergreifende Lösungen gesetzt. Wichtige Impulse geben die gemeinsame Digitalisierungsagenda des Landes und der Hochschulen sowie die Landesstrategie Künstliche Intelligenz.

Herausgehobene Bedeutung hat der Ausbau des Hochschul- und Forschungsstandortes Lausitz. Neben der erfolgten Gründung der Medizinischen Universität Lausitz und dem Ausbau des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus zu einem Universitätsklinikum entsteht unter Engagement der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg der Lausitz Science Park, der wissenschaftliche und technologische Exzellenz bündeln wird. Ziel der Forschungen zu hybridelektrischen und elektrischen Antriebssystemen am Center for Hybrid Electric Systems an der BTUCS (chesco) ist es u. a., Innovationszyklen zu beschleunigen und zur Bewältigung der Klimakrise beizutragen. 2024 wurde eine erste Forschungsfabrik eröffnet: Erste Forschungsprojekte und ein internationales Forschungs- und Businessnetzwerk sind bereits angelaufen.

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