Brandenburg setzt auf leistungsfähige Netzwerke, strategische Allianzen und den zielgerichteten Ausbau von Forschungsverbünden – auch in neuen Formen struktureller Kooperation. Bundesweit bislang einmalig ist die Kooperation von Universität Potsdam (UNIP) und Hasso-Plattner-Institut (HPI) in ihrer gemeinsamen Digital Engineering Fakultät.
Alleinstellungsmerkmal hat auch die Kooperation von Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft unter dem Dach der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTUCS) in den Bereichen Elektronik und Mikrosensorik zum Aufbau eines Innovationscampus μSensorik (iCampus). Das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) in Frankfurt (Oder) ist Teil der vom Bund geförderten Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) und beteiligt sich am Aufbau einer innovativen Pilotlinie im Rahmen des EU Chips Acts.
In der Agrarforschung werden durch das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V. (ATB), das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e. V. (ZALF) und das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) e. V. in Kooperation mit anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Universitäten Methoden der Datenwissenschaft/KI mit Landwirtschaftsthemen in innovativer Weise verbunden. Dies ermöglicht eine systemische Agrarforschung über Digital Twins, Reallabore und Demonstrationsbetriebe sowie die hierfür notwendige Ausbildung von Fachkräften. Der Leibniz-Innovationshof für nachhaltige Bioökonomie (InnoHof) verbindet Forschungsinfrastrukturen für nachhaltige zirkuläre Bioökonomie vom ATB und Partnereinrichtungen. Unter Koordination des ATB arbeitet das InnoHof-Netzwerk mit über 35 Partnereinrichtungen aus der Forschung und Landwirtschaft an der Konzipierung und Erprobung neuartiger Produkte, Verfahren und Dienstleistungen im Sinne einer nachhaltigen biobasierten Kreislaufwirtschaft. Bis 2027 soll die Infrastruktur des Leibniz-InnoHofs in Groß Kreutz fertiggestellt sein. Außerdem wird mit dem neuen Innovationszentrum für Agrarsystemtransformation (IAT), dass das ZALF in Brandenburg gemeinsam mit drei Partnereinrichtungen in Hessen 2026 aufbaut, künftig unter Einbindung von nichtwissenschaftlichen Akteuren zur Transformation der Agrarsysteme in Reallaborregionen geforscht.
Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY), das MPI für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) und die UNIP kooperieren im Astrophysik Netzwerk Potsdam und sind in internationalen Konsortien vernetzt. In der Geo- und Klimaforschung verfügen das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung mit dem RIFS Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit | am GFZ und das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) über exzellente interdisziplinäre Kompetenzen in der Erdbeobachtung, Modellierung und Prognose bis zur Formulierung von Klimaanpassungsstrategien, die sie in internationalen Netzwerken einbringen.
Im Rahmen zweier EFRE-Förderrichtlinien werden clusterbezogen Forschung, Entwicklung und Innovation an Hochschulen und Forschungseinrichtungen gefördert. Die Programmlinien BIG (Brandenburgischer Innovationsgutschein) und ProFIT (Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien) unterstützen die Zusammenarbeit von KMU mit Wissenschaftseinrichtungen sowie Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationseinzelprojekte von Unternehmen.
Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie – Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse (IZI-BB) mit seinem Zentrum für Digitale Diagnostik tritt an, digitale Lösungen für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zu erarbeiten und u. a. gemeinsam mit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL) ein entsprechendes Ökosystem in der Lausitzregion aufzubauen.
Die regionale Schwerpunktsetzung und intelligente Spezialisierung hat für Brandenburg hohe Priorität und erfolgt länderübergreifend im Rahmen der Gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB 2025). Für die Arbeit in den gemeinsamen fünf Clustern und den Brandenburg-spezifischen Clustern gewinnen clusterübergreifende Innovationen zunehmend an Bedeutung. Dies adressiert in erster Linie Transformationsthemen wie Digitalisierung, Green Deal, Energie- und Mobilitätswende, Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft, eHealth und innovative Versorgungskonzepte sowie die Schlüsseltechnologien Quantentechnologien, Mikroelektronik und Künstliche Intelligenz (KI).