Brandenburg – Internationale Zusammenarbeit

Internationale Forschungskooperationen sind für Brandenburg von strategischem Interesse. Sowohl Hochschulen als auch außeruniversitäre Einrichtungen kooperieren mit einer Vielzahl von internationalen Forschungspartnern. Um die Erfolge bei der Einwerbung von EU-Drittmitteln, insbesondere aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, weiter auszubauen, betreiben die Brandenburger Hochschulen in Kooperation mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein von der Landesregierung unterstütztes EU-Kompetenznetzwerk.

Nachhaltige Strukturen für eine Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit bilden die Europäischen Hochschulallianzen, die besonders tiefreichende Formen der Zusammenarbeit etablieren. Die Universität Potsdam arbeitet im Konsortium European Digital UniverCity (EDUC) mit acht europäischen Partnerhochschulen zusammen. Die BTU Cottbus-Senftenberg bildet mit neun Universitäten den Verbund European University for Customised Education (EUNICE); die Europa-Universität Viadrina ist Mitglied der European Reform University Alliance (ERUA) und koordiniert durch den Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien Frankfurt (Oder) – Berlin (KIU) ein internationales Netzwerk akademischer Ukraine-Expertise.

Zahlreiche globale Forschungsaktivitäten betonen die multinationale Verantwortung Brandenburger Einrichtungen. Einen besonderen Fokus nimmt dabei die Astrophysik ein: Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) beispielsweise beteiligt sich sowohl am Umbau des VISTA-Teleskops als auch am Instrumentendesign des zukünftig weltgrößten optischen Teleskops, des Extremely Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) im Norden Chiles. Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (AEI) arbeitet federführend in einem internationalen Kooperationsvorhaben an der Testmission des ersten satellitengestützten Gravitationswellendetektors Laser Interferometer Space Antenna (LISA). Das AEI ist Mitglied in der LIGO Scientific Collaboration (LSC) und arbeitet im Observatorium LIGO (Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory) mit. Zudem arbeitet das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) erfolgreich beim Cherenkov Telescope Array Observatory (CTAO) in der bodengebundenen Gamma-Astronomie. Die Entscheidung, das sogenannte Science Data Management Centre (SDMC) und den Sitz eines wissenschaftlichen Direktors des CTA in Zeuthen anzusiedeln, unterstreicht die internationale Bedeutung von DESY in der Astroteilchenphysik (Grundsteinlegung 2022).

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) trägt als Teil der Earth League wesentlich zur Erarbeitung von Wissensgrundlagen zu den drängendsten Zukunftsthemen für nationale und internationale Entscheidungsträger bei. PIK-Forscher sind regelmäßig in den Arbeitsgruppen des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) tätig.

Dem GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung obliegt die wissenschaftliche Leitung der vom DLR Raumfahrtmanagement in Bonn entwickelten hyperspektralen Satellitenmission EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Program), deren globale Umweltdaten der internationalen Nutzergemeinschaft zur Verfügung gestellt werden.

Das Land strebt an, durch attraktive Rahmenbedingungen internationale Spitzenforscher für das Land zu gewinnen, die Teilnahme an den EU-Forschungsprogrammen zu erhöhen und die Kooperation Brandenburger Institutionen insbesondere mit Polen und der Ukraine anzuregen. Auf Hochschulebene werden die Brandenburger Institutionen künftig ihre Internationalisierung strategischer an ihrer jeweiligen Profilbildung orientieren mit dem übergreifenden Ziel, die jeweiligen Strukturen zur internationalen Studierendengewinnung, für den Übergang in den Arbeitsmarkt und zur Gewinnung von internationalen Forschenden weiter zu professionalisieren. Internationale Zusammenarbeit ist dabei auch veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen unterworfen. Die Gewährleistung von Wissens- und Forschungssicherheit wird dabei eine zunehmende Rolle spielen. Ziel ist es, die Hochschulen auf diese neuen Dynamiken vorzubereiten und Lösungen zu entwickeln, die gleichwohl internationale Kooperation ermöglichen.

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