Folgende Forschungs- und Technologiefelder weisen in Schleswig-Holstein eine besonders dynamische Entwicklung auf: Erneuerbare Energien/Energiewende, Lebenswissenschaften, Medizintechnik, Meereswissenschaften, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie Kultur- und Kreativwirtschaft.
Gemeinsam mit dem Bund werden derzeit die Exzellenzcluster „PMI – Precision Medicine in Chronic Inflammation“ und „ROOTS – Social, Environmental and Cultural Connectivity in Past Societies“ gefördert.
In der Meeresforschung fördert Schleswig-Holstein zusammen mit dem Bund und vier weiteren Bundesländern die Deutsche Allianz Meeresforschung. Damit wird die Zusammenarbeit in der Meeresforschung gestärkt und Ressourcen gebündelt.
Zur Forschungsförderung im Schwerpunkt Lebenswissenschaften besteht eine Beteiligung mit Standort an den Deutschen Zentren für Herz-Kreislauf-Forschung, Infektionsforschung und Lungenforschung und eine Partnerschaft zum Deutschen Zentrum für Diabetesforschung. Die Nako-Gesundheitsstudie hat ein Studienzentrum in Kiel.
Ziel des Landes ist es, den Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Einklang mit der Regionalen Innovationsstrategie des Landes (RIS3.SH) nachdrücklich zu stärken, ein gutes Gründungsklima im Land zu erzeugen sowie erfolgversprechende Hebel in den Bereichen Fachkräftegewinnung, Weiterbildung und Internationalisierung anzusetzen.
Das Innovationspotenzial wird mit folgender Zielsetzung über das Landesprogramm Wirtschaft (LPW) mit EFRE- und Landesmitteln erweitert: (1) Ausbau der Forschungs- und Innovationskapazitäten und Einführung fortschrittlicher Technologien; (2) Nutzung der Vorteile der Digitalisierung für die Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Behörden sowie (3) Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU.
Dafür vorgesehene Maßnahmen sind u. a.: Ausbau der FuI-Infrastruktur, Verbund- und Kooperationsprojekte, betriebliche Innovationen, niedrigschwellige Einstiegsförderungen, der Innovationsfonds SH sowie Transfer-, Cluster- und Netzwerkstrukturen.
Das KI.SH-Vorhaben fördert systematisch den Transfer von KI-Forschung in die Anwendung in Schleswig-Holstein als offenes Netzwerk. Im Mittelpunkt stehen das KI-Anwendungszentrum (KIAZ) und der KI-Transfer-Hub (KITH). Der KITH unterstützt vor allem KMU beim Einstieg in KI, während das von Landeshochschulen gegründete KIAZ als Innovationsmotor und technologische Plattform fungiert. Mit Standorten in Kiel, Lübeck, Flensburg und Heide entsteht ein Innovationsökosystem, das KI-Forschung praxisnah in die Wirtschaft überführt. Das Projekt wird mit rund 17 Mio. Euro aus EFRE- und Landesmitteln gefördert.
Der Digital Learning Campus (DLC) schafft ein Netzwerk physischer Lernorte, an denen neue Kollaborationsformate für Digitalisierung und KI umgesetzt werden. Mit 37,5 Mio. Euro aus EFRE und dem Landesprogramm Wirtschaft unterstützt, sind 30 geförderte und rund 80 assoziierte Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft beteiligt, darunter alle staatlichen Hochschulen und viele Schulen.
Diese Maßnahmen sollen zukünftig Innovationstätigkeiten und -strategien in den lokalen Unternehmen – insbesondere den KMU – noch besser aktivieren und dauerhaft etablieren, flankierend unterstützt auch durch verbesserte Rahmenbedingungen. Den gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen will das Land mit einer intelligenten und dialogorientierten Innovationspolitik und durch smarte, ressourcensparende und klimaschonende Lösungen begegnen. Um den digitalen Wandel erfolgreich umsetzen und auch Wettbewerbsvorteile entwickeln zu können, werden die Wissenschaft und Wirtschaft dabei unterstützt, vermehrt digitale Technologien und Lösungen in Branchen und Schlüsseltechnologien zu erproben und anzuwenden.