Bedingt durch seine Geschichte und seine Grenzlage ist das Saarland traditionell von seinem starken Frankreichbezug und seinen grenzüberschreitenden Beziehungen, insbesondere zu seinen Nachbarländern, geprägt. Auch die saarländische Hochschullandschaft ist seit jeher von ihrer Internationalität und ihrem Frankreichbezug gekennzeichnet. Das große Angebot internationaler Studiengänge, die zu einem Doppelabschluss führen oder – in Kooperation mit einem dritten ausländischen Partner – sogar Dreifachabschlüsse ermöglichen und der im Vergleich zu den anderen deutschen Bundesländern prozentual höchste Anteil internationaler Mitarbeitenden spiegeln das internationale Profil der saarländischen Hochschulen wieder. Einer der wichtigsten Akteure in der grenzüberschreitenden Hochschulkooperation ist die 2008 gegründete Universität der Großregion (UniGR), ein Netzwerk von sieben Hochschulen, die im Grenzraum der Großregion liegen: Deutschland mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Belgien mit der Wallonie und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Frankreich mit der Region Grand Est sowie Luxemburg. Der Verbund zählt mittlerweile über 140.000 Studierende, über 7.000 Doktorandinnen und Doktoranden und mehr als 10.000 Lehrende, die in vier Ländern und drei Sprachen forschen und lernen. Die UniGR-Partnerhochschulen bieten insgesamt 30 grenzüberschreitende Studiengänge an, an denen mindestens zwei der Partnerhochschulen der Universität der Großregion sowie weitere Hochschulen beteiligt sind. Eine Intensivierung der wissenschaftlichen Kooperation in der UniGR wird insbesondere in Bereichen angestrebt, die europaweit als Herausforderung identifiziert wurden und in der Großregion von besonderer Bedeutung sind, zum Beispiel: CIRKLA – Metals and Materials in a Circular Economy, Secure Societies/Security or Trust in the digital world (incl. Cybersecurity) sowie Health & Aging (incl. Biomedicine, Silver Economy). Für Doktorandinnen und Doktoranden soll außerdem ein neuartiges grenzüberschreitendes Ausbildungs- und Serviceangebot geschaffen werden, das auch das Angebot zum Erwerb transversaler Kenntnisse (soft skills) wie beispielsweise Unternehmertum auf europäischer Ebene beinhaltet. Nennenswert ist zudem das Deutsch-Französische Hochschulinstitut (DFHI-ISFATES) der htw saar, das in Zusammenarbeit mit der Université de Lorraine aktuell zwölf vollintegrierte deutsch-französische Studiengänge anbietet und die größte deutsch-französische Kooperation ist.
In der Sicherheitsforschung arbeiten das CISPA und das französische Laboratoire lorrain de recherche en informatique et ses applications (LORIA) in einem gemeinsamen Forschungszentrum für Cybersicherheit zusammen und widmen sich der Stärkung der Transfer- und Innovationsaktivitäten zwischen Frankreich und Deutschland. Eine ebenfalls enge Zusammenarbeit besteht zwischen DFKI und Inria. Im Mittelpunkt stehen eine strategische Forschungsagenda zu KI, daraus hervorgehende Forschungs- und Innovationsprojekte sowie die gemeinsame Teilnahme an Forschungsprogrammen und -aktivitäten auf europäischer Ebene. Mit CAIRNE (Confederation of Labs for AI Research in Europe) soll die Exzellenz der gesamten KI-Forschung in Europa vereint werden. Das CAIRNE-Büro am DFKI in Saarbrücken initiiert und koordiniert u. a. grenzüberschreitende KI-Aktivitäten in der Großregion SaarLorLux.
Internationalisierung ist ein zentraler Baustein der institutionellen Profilentwicklung der saarländischen Hochschulen. Die Weiterentwicklung des „Dreisprachigen Campus Saar“, der Deutsch, Englisch und Französisch als gleichberechtigte Arbeitssprachen etabliert, ist Teil der Willkommenskultur an UdS und htw saar. Strategische internationale Partnerschaften zwischen den Hochschulen und in Hochschulnetzwerken wie die Erasmus+-Modellregion sollen genutzt werden, um Studierende, wissenschaftlichen Nachwuchs und Fachkräfte für die Region gewinnen zu können. So startete am 1. Juli 2025 das Projekt eines interdisziplinären Hochschulnetzwerks zwischen der UdS und fünf ukrainischen Partneruniversitäten, in dessen Rahmen u. a. gemeinsame Lehr-Lern-Module entwickelt und Fortbildungsmaßnahmen zu Internationalisierung von Hochschulen durchgeführt werden sollen. Das Projekt wird vom DAAD mit Mitteln des BMFTR für die Dauer von vier Jahren gefördert.