Mit der Förderung von vier Exzellenzclustern wurden 2019 zentrale Forschungsschwerpunkte Hamburgs bestätigt und 2025 erfolgreich verteidigt: Klimaforschung („Climate, Climatic Change, and Society“), Physik („Advanced Imaging of Matter“ und „Quantum Universe“) sowie die interdisziplinären Geisteswissenschaften („Understanding Written Artefacts“). Die TUHH konnte mit einem neuen Exzellenzcluster „BlueMat“ ihren materialwissenschaftlichen Schwerpunkt weiter ausbauen und ist damit die kleinste Universität mit eigenem Exzellenzcluster.
Hamburg hat sich zudem zu einem dynamischen Standort für Quantentechnologien entwickelt. Hochschulen und Forschungseinrichtungen (u. a. UHH, TUHH, DESY, DLR) kooperieren eng mit der Wirtschaft, unterstützt durch Programme und Netzwerke wie das Hamburg Quantum Innovation Capital (hqic). So wird die Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendung gezielt gestärkt.
Im Energieforschungsverbund Hamburg (EFH) arbeiten fünf Hochschulen – UHH, TUHH, HSU, HCU und HAW – gemeinsam mit Partnern an der nachhaltigen Energieversorgung. Die HAW ist mit dem CC4E und dem neuen Promotionsrecht in drei Bereichen ein zentraler Akteur der anwendungsorientierten Forschung.
Mit dem German Institute for Global and Area Studies (GIGA), dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) und dem Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung verfügt Hamburg über international beachtete Kompetenzen in der Regional- und Globalisierungsforschung sowie der Friedens- und Sicherheitsforschung. Adressiert werden Themen wie internationale Beziehungen, Rüstungskontrolle, Migration oder Klimawandel und deren sicherheitspolitische Implikationen. Die Institute arbeiten politiknah und leisten einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Fundierung globaler Zukunftsfragen.
Das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut untersucht den Wandel öffentlicher Kommunikation und trägt zur Analyse demokratischer Grundlagen bei. Das Forschungszentrum für Zeitgeschichte (FZH) und das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) setzen mit ihrer Arbeit zu Nationalsozialismus, Antisemitismus und jüdischem Leben wichtige Impulse für Forschung zu Erinnerungskultur, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Die Entwicklung der Forschungsschwerpunkte geht einher mit dem Ausbau modernster Infrastruktur. In Bahrenfeld ist ein einzigartiges naturwissenschaftliches Strukturforschungszentrum entstanden, in dem universitäre und außeruniversitäre Partner kooperieren. Die langjährige Zusammenarbeit von UHH und DESY in der physikalischen Grundlagenforschung hat zur Ansiedlung international führender Lichtquellen (FLASH, PETRA, European XFEL) geführt; der Ausbau (PETRA IV) ist in Planung.
Im Zentrum für Struktur- und Systembiologie (CSSB) werden Struktur- und Systembiologie mit Fokus auf Infektionskrankheiten gebündelt. Die Kombination von Physik, Chemie, Biologie und Medizin sowie die enge Kooperation von Helmholtz- und Leibniz-Einrichtungen, Hochschulen und Kliniken ist ein Alleinstellungsmerkmal. Mit der von DFG und dem Land geförderten neuen Kryo-Elektronenmikroskopie-Facility verfügt Hamburg über das erste deutsche Zentrum dieser Art in direkter Nähe zu komplementären Infrastrukturen.
Mit der Science City Hamburg Bahrenfeld entsteht ein zukunftsweisendes Quartier, das Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnen verbindet. Zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers wird dort (finanziert von Bund und FHH) die DESY Innovation Factory für anwendungsnahe Forschung errichtet.
Am UKE wird die Infektionsforschung durch das neue Hamburg Center for Translational Immunology weiter gestärkt. Gemeinsam mit dem BNITM und dem LIV engagiert sich das UKE im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung; zudem entsteht der Standort des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit.
Hamburg will seine Rolle im Bereich Quantentechnologien festigen, mit den Schwerpunkten Quantencomputing, -kommunikation und -sensorik, Transfer, Förderung von Start-ups sowie dem geplanten Quantum Hub in der DESY Innovation Factory.
Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik wird ausgebaut und strebt die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft an, um friedenspolitische Forschung in Hamburg langfristig zu sichern.
Am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung werden durch den Ausbau der Informatik-Kompetenzen neue Forschungsfelder zu KI, Plattformisierung und Automatisierung im Kontext gesellschaftlicher Kommunikation erschlossen.