Hessen – Wissenschaftssystem

Hessen weist sich durch ein leistungsfähiges System von staatlichen und privaten Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus, das von einem hohen Maß an institutioneller Autonomie geprägt ist. Die 14 staatlichen Hochschulen (fünf Universitäten, fünf HAW, drei Kunsthochschulen und die Hochschule Geisenheim University als Hochschule Neuen Typs) widmen sich den gesellschaftlichen Herausforderungen sowie wichtigen Fragen unserer Zeit. Die Förderung von Forschung und Wissenschaft ist ein kontinuierlicher Schwerpunkt der Landespolitik. Durch konsequente Profilbildung und passgenaue Förderinstrumente werden die Potenziale in der grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung landesseitig gezielt gestärkt.

Ein besonderes Merkmal der hessischen Forschungslandschaft ist ein hoher Grad der Vernetzung und Kooperation von Forschungseinrichtungen, die sich etwa in zwei sehr leistungsstarken, regionalen Hochschulverbünden zeigt:

Die bundesländerübergreifende Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) wird von den Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Mainz getragen. Die drei Universitäten arbeiten seit mehr als einem Jahrzehnt eng zusammen – von gemeinsamen Forschungsvorhaben und Studiengängen über eine koordinierte Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses bis hin zu kooperativ genutzten Infrastrukturen und der abgestimmten Rekrutierung von Forschenden. Durch eine gemeinsame Governance stellen die Universitäten eine enge Abstimmung sicher.

Der Verbund der Universitäten Gießen und Marburg ist über 30 Jahre gewachsen. Zusammen mit dem gemeinsamen Universitätsklinikum Gießen und Marburg, der Technischen Hochschule Mittelhessen und vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen bilden sie den Forschungscampus Mittelhessen (FCMH). Die Kooperation umfasst u. a. gemeinsam definierte Forschungsschwerpunkte, gemeinsame Studiengänge, ein gemeinsames hochschuldidaktisches Netzwerk und eine hochschulübergreifende Nutzung von Forschungsinfrastrukturen.

Darüber hinaus kennzeichnet ein hohes Maß an Kooperation zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen das hessische Wissenschaftssystem. Hessen verfügt über eine – disziplinär wie institutionell – dichte und vielfältige Landschaft an außeruniversitären Forschungseinrichtungen, darunter sechs Max-Planck- und fünf Leibniz-Institute sowie fünf Fraunhofer-Einrichtungen und ein Helmholtz-Zentrum, welche eng verflochten sind mit den lokalen Hochschulen. Das zeigt sich auch bei den sechs Exzellenzclustern in Hessen.

Einrichtungen wie das Beschleunigerzentrum FAIR, eine Forschungsinfrastruktur der internationalen Spitzenforschung und zugleich eines der größten Forschungsvorhaben weltweit, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die sechs Exzellenzcluster an vier hessischen Universitäten sind international sichtbar und für Forschende weltweit attraktiv. Das Land unterstützt die außeruniversitären Forschungsinstitute auf vielfache Weise, um die Sichtbarkeit der Einrichtungen im weltweiten Wettbewerb weiter zu verbessern.

Ein weiteres besonderes Kennzeichen des hessischen Wissenschaftssystems ist die gezielte Förderung der Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). Hessen ermöglicht seit 2016 besonders forschungsstarken Bereichen an den HAWs das eigenständige Promotionsrecht. Damit war das Land bundesweit Vorreiter. Mit insgesamt sieben Promotionszentren und einer DFG-Förderung der Hochschule Fulda im Rahmen der „Forschungsimpulse“ befinden sich die fünf hessischen HAWs auf einem vielversprechenden Weg.

Die erfolgreiche Einwerbung von sechs Exzellenzclustern ermöglicht vier hessischen Universitäten eine Bewerbung in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten mit zwei regionalen Verbünden: die bundesländerübergreifende Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) der Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Mainz sowie der Verbund der Universitäten Gießen und Marburg, die im Rahmen des Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) zusammenarbeiten. Das Land wird die Spitzenforschung weiterhin nachhaltig unterstützen.

Auch die Forschung an den HAW fördert das Land Hessen gezielt, um deren großes Potenziale in der anwendungsorientierten Forschung und der regionalen Kooperation bestmöglich zu heben. Ab Oktober 2025 werden die „LOEWE-Transfer-Professuren“ künftig fortlaufend ausgeschrieben; ein Angebot, das sich an Universitäten und HAWs richtet. So unterstützt das Land die HAWs weiterhin beim gezielten Auf- und Ausbau eines eigenen akademischen Mittelbaus sowie der Promotionszentren.

Um die Hochschulen fit für die Zukunft zu machen, investiert das Land Hessen in den nächsten Jahren – zusätzlich zu etwa 70 Mio. Euro jährlich für LOEWE, 75 Mio. Euro für Exzellenzcluster und 14 Mio. Euro zur Stärkung der Demokratieforschung – weitere substanzielle Finanzmittel. Die digitale Transformation wird bis 2031 im Digitalpakt 2.0 mit 120 Mio. Euro unterstützt. Daneben werden die beiden Zentren für Nationales Hochleistungsrechnen (NHR) in Darmstadt und Frankfurt durch Bund und Land gefördert. Dem KI-Zentrum hessian.AI stehen 12 Mio. Euro Landesförderung p. a. zur Verfügung. Im Rahmen des Hochschulbauprogramms HEUREKA werden für die Modernisierung der baulichen Infrastruktur bis 2031 5,7 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt.

Nach oben