Thüringen – Cluster und Netzwerke

Die Cluster- und Netzwerklandschaft Thüringens spiegelt die vielfältige, zumeist kleinteilige Unternehmenslandschaft Thüringens wider, die geprägt ist von technologiegetriebenen KMU über nahezu alle Branchen des verarbeitenden Gewerbes. Entsprechend breitgefächert stellen sich die branchen- bzw. themenspezifischen Clusterorganisationen dar – vertreten sind Clusterorganisationen in den Bereichen Automotive, insbesondere der Zulieferindustrie, Optik und Photonik, Medizintechnik, Diagnostik und Pharma, Fertigungstechnik, IT-Wirtschaft, Keramik, Kunststoffe, Logistik, Smarte Textilien, Mikro- und Nanotechnologien, Sensorik, Ernährungsgewerbe und Transformationstechnologien. Gerade dadurch, dass in den Schwerpunktfeldern technologiegetriebene Unternehmen aller Größenklassen in Netzwerke- und Clusterorganisationen zusammenfinden, die teilweise stark technologie- und andere eher anwendungsorientiert sind, ergibt sich an den Schnittstellen ein großes Innovations- und Wertschöpfungspotenzial.

Mit OptoNet e. V. hat Thüringen ein mit dem „Gold Label“ der European Cluster Collaboration Platform (ECEI) sowie mit ThEEN e. V. und medways e. V. zwei mit dem „Silber Label“ der ECEI ausgezeichnete Clusterorganisationen. Hinzu kommen drei mit dem „Bronze Label“ der ECEI ausgezeichnete Organisationen.

Mit dem Thüringer Wasser-Innovationscluster (ThWIC) besteht eines von sieben vom BMFTR geförderten Zukunftscluster der 2. Wettbewerbsrunde und mit InfectoGnostics Forschungscampus Jena e. V. einer von neun vom BMFTR geförderten Forschungscampi.

Unternehmensgetriebene Thüringer Clusterorganisationen können über die GRW-Richtlinie des Freistaats als Kooperationsnetzwerke oder Innovationscluster unterstützt werden. Zudem können im Rahmen der Forschungs-, Technologie- und Innovationsförderung Thüringen (FTI-Thüringen) innovationsorientierte Projekte von Clustern und Netzwerken mittels Innovationsgutscheinen gefördert werden.

Als Instrument zur Unterstützung des Ausbaus und der strategischen Weiterentwicklung von leistungsfähigen und innovativen Clustern und Netzwerken in Thüringen wurde im Jahre 2012 das Thüringer ClusterManagement (ThCM) – nunmehr Innovativ Thüringen (ITH) – eingerichtet. ITH unterstützt die Cluster- und Netzwerkorganisationen bei der branchen- und clusterübergreifenden Vernetzung und Zusammenarbeit untereinander (cross-cluster) sowie bei der Umsetzung gemeinsamer Projekte. Ziel ist, die branchen- und clusterübergreifende Vernetzung und den Wissenstransfer zu steigern und die Innovationskraft sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Freistaat weiter zu stärken.

Schließlich gibt es fünf Thüringer Innovationszentren, die strategische Schwerpunkte stärken, Schnittstellen zwischen Schwerpunkten besetzen und strategische Lücken in der Innovationswertschöpfungskette und bei wichtigen Zukunftsthemen schließen sollen. Innovationszentren werden über das Förderinstrumentarium FTI-Thüringen unterstützt und werden an bestehenden oder potenziellen Bedarfen der Thüringer Wirtschaft ausgerichtet, indem sie die dazu passfähige anwendungsorientierte Forschung bündeln.

Das Ziel des Freistaates bleibt weiterhin eine exzellente Clusterlandschaft, die kontinuierlich zur Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Thüringer Unternehmen, insbesondere des verarbeitenden Gewerbes, sowie deren Produktivitätswachstum beiträgt und hochwertige Arbeitsplätze in der Region sichert. Dafür bedarf es Clustermanagement-Organisationen, die den Austausch, Wissenstransfer und die Kooperation der Clusterakteure koordinieren, Lücken in Innovations- und Wertschöpfungsketten schließen und Synergien der Akteure maximieren. Daher unterstützt der Freistaat die (Weiter-)Entwicklung der Clusterinitiativen sowie deren nationaler und internationaler Sichtbarkeit. Mit Blick auf exzellent agierende Clusterorganisationen, welche aufgrund der beihilferechtlichen Vorgaben die Förderhöchstdauer nach der GRW-Richtlinie erreichen, werden aktuell mit Clusterinitiativen Strategien für die Clusterpolitik überarbeitet, um Kontinuität und Fortentwicklung der Strukturen sicherzustellen.

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