Mecklenburg-Vorpommern – Cluster und Netzwerke

In den letzten Jahren haben sich in den wichtigsten Wirtschaftsbranchen und Technologiebereichen des Landes tragfähige Cluster- und Netzwerkstrukturen gebildet, vielfach initiiert durch die Netzwerkförderung des Landes. In diesen Strukturen sind neben Unternehmen häufig auch Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen als Partner eingebunden. Unternehmensbezogene und technologieorientierte Cluster- und Netzwerkstrukturen finden sich insbesondere in den Bereichen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Logistik; Agrar- und Ernährungswirtschaft; erneuerbare Energien; Informationstechnologie und höherwertige Unternehmensdienstleistungen; Life Sciences/Gesundheitswirtschaft; maritime Industrie sowie industrielle Fertigung und Werkstoffe.

Es werden bereits bestehende Netzwerkstrukturen als Innovationscluster gefördert, deren Schwerpunkt auf einer nachhaltigen Stärkung der Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern liegt. Aktuell wird demzufolge das branchenbezogene Netzwerk der Windenergiebranche – WindEnergy Network e. V. – gefördert. Zudem werden derzeit zwei Netzwerke als Innovationscluster gefördert: In der Automobilzulieferindustrie der automotive-mv e. V. sowie das Regionale Innovationscluster Maritime Zuliefer Allianz Schiffbau (RIC MAZA M-V e. V.).

Die besondere Bedeutung der maritimen Branche für alle norddeutschen Länder erfordert eine enge Zusammenarbeit in zahlreichen maritimen Themenstellungen. Alle norddeutschen Länder engagieren sich gemeinsam im Maritimen Cluster Norddeutschland e. V. (MCN), der eine wichtige Funktion an der Schnittstelle von Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand einnimmt und sich als Dienstleister für diese Branche in ganz Norddeutschland versteht. Ziel der länderübergreifenden Kooperation im MCN mit seinen rund 350 Mitgliedern ist die Stärkung der Innovationskraft und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der norddeutschen maritimen Akteure durch die Förderung der branchenübergreifenden Vernetzung, die Unterstützung des Technologie- und Wissenstransfers, die Initiierung und Begleitung von Innovationsprojekten, die Organisation von Fachveranstaltungen sowie die Arbeit in Fachgruppen.

Die Mitgliedschaft von Mecklenburg-Vorpommern im MCN unterstreicht die Bedeutung der maritimen Wirtschaft auch über die Landesgrenzen hinaus. Ein länderübergreifendes Clustermanagement in dieser Form ist bundesweit einzigartig.

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP) erhält derzeit eine Förderung für das Innovationscluster HyCoreMV aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Das Netzwerk dient der Förderung der Herstellung und Anwendung von Wasserstofftechnik im Land. Der Cluster unterstützt die Umsetzung des Aktionsfeldes 1 – erneuerbare Energien, insbesondere Wasserstoff – der Regionalen Innovationsstrategie M-V und leitet das Expertenteam mit dem Ziel, anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu realisieren.

Die Cluster und Kompetenzzentren werden sich zukünftig stark auf die Umsetzung der RIS MV 2021–2027 in den dort definierten Aktionsfeldern konzentrieren und auch den in der RIS definierten Schwerpunkt der Internationalisierung vorantreiben. Bei den Kompetenzzentren werden zudem die Infrastrukturen weiter ausgebaut. Perspektivisch soll ein neues Cluster im Bereich der Künstlichen Intelligenz mit Schwerpunkt in der Medizintechnik aufgebaut werden.

Die Universitäten und Hochschulen des Landes sind an einer Reihe von Vorhaben beteiligt, die neben der Forschungsförderung auch die Stärkung von Cluster- und Netzwerkstrukturen zum Ziel haben.

Zur Etablierung und Weiterentwicklung institutioneller Strukturen und fachlicher Schwerpunkte tragen zwei von der DFG geförderte Sonderforschungsbereiche (SFB) bei, die in Kooperation mit zahlreichen Einrichtungen durchgeführt werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Medizin, Elektrotechnik und Physik.

Seit 2025 werden zudem zwei Transregio-Sonderforschungsbereiche (TRR) mit dem Schwerpunkt Biologie an den Universitäten des Landes gefördert. Darüber hinaus unterstützt die DFG aktuell fünf Graduiertenkollegs, darunter zwei Internationale Graduiertenkollegs. Weitere Graduiertenkollegs befinden sich in Vorbereitung. Die thematischen Schwerpunkte reichen von Medizin, Chemie und Physik bis hin zu Sprache, Literatur und Kultur.

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