Um die rheinland-pfälzische Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, verfügt das Land über ein differenziertes Förder- und Unterstützungsspektrum, so auch im Bereich von technologieorientierten Netzwerken und Clustern in zukunftsfähigen Innovationsfeldern.
Diese Cluster und Netzwerke resultieren sowohl aus universitären oder außeruniversitären Einrichtungen als auch aus Initiativen von Unternehmen in Kooperation mit starken Forschungspartnern, die ein hohes anwendungsorientiertes Innovationspotenzial besitzen.
Zu diesen Clustern zählt beispielsweise der Mainzer Zukunftscluster curATime, der zu den sieben Siegern der zweiten Wettbewerbsrunde des Zukunftsclusterwettbewerbs des BMFTR gehört.
Ziel des curATime-Clusters ist, innovative immuntherapeutische Technologien zu nutzen, um bessere Therapieansätze für die Behandlung von durch Atherothrombosen bedingte kardiovaskuläre Erkrankungen zu ermöglichen. Dabei werden auch neuartige, KI-basierte Datenanalysen eingesetzt, um neue patientenspezifische Biomarker für die verbesserte Prävention und Intervention zu identifizieren. Der Cluster hat sich aktuell für die zweite Förderphase des BMFTR beworben und hat für den Erfolgsfall durch das rheinland-pfälzische Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit (MWG) eine flankierende Förderung in Höhe von bis zu einer Mio. Euro in Aussicht gestellt bekommen.
Ergänzend wird das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW) durch die bereits vorhandenen etablierten Infrastrukturen, wie das Life Science Zentrums Mainz (LZM) mit der Plattform BioVation, den Wissens- und Technologietransfer zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung stärker unterstützen. Gleichzeitig können durch die Kooperation des LZM mit einem internationalen Wissenschaftspark- und Netzwerkbetreiber fachübergreifendes Know-how gefördert und durch ein starkes regionales und internationales Partnernetzwerk Synergien im Bereich Life Sciences genutzt werden.
Ein weiteres Beispiel für einen Cluster mit gesamtgesellschaftlichem Wirkungspotenzial ist der Cluster „Waste2Value – Mikroorganismen verändern die Westpfalz“. In diesem Cluster schaffen Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft in der Westpfalz die Grundlagen, um mit Hilfe von Mikroorganismen Farbstoffe aus CO2 und Sonnenlicht, Treibstoff aus Pizzaresten oder clevere Kunststoffe, die sich selbst abbauen können, herzustellen.
Auch im Bereich der Zukunftstechnologie 6G zählt Rheinland-Pfalz zu den wissenschaftlichen Hotspots: So konnte sich jüngst der Transferhub Open6GHub+ im nationalen Wettbewerb durchsetzen. Das MWG wird diesen Hub in den kommenden Jahren mit einer flankierenden Förderung von ca. 1,2 Mio. Euro unterstützen.
Beispiele weiterer technologieorientierter Netzwerke und Cluster sind: Ecoliance Rheinland-Pfalz e. V.; BIM-Cluster Rheinland-Pfalz – Building Information Modeling; Förderverein Digital Farming e. V. – FDF; Composites United e. V. – CU West; MePrecise; Innovationsplattform Magnetische Mikrosysteme – INNOMAG; Technologie-Initiative SmartFactoryKL; Optence – networking in photonics; Rheuma-VOR; Diabetes-Cluster RLP; InnoNet Health Economy; Digital Hub Chemistry & Health GmbH – 5 HT; Commercial Vehicle Alliance CVA, bestehend u. a. aus: Commercial Vehicle Cluster – Nutzfahrzeug GmbH; CVC Südwest; Fraunhofer-Transferzentrum Digitale Nutzfahrzeugtechnologie DNT; Fahrzeug-Initiative Rheinland-Pfalz e. V. – Fi RLP; SmartFactory Kaiserslautern/EU-EWIV; Gipfelsprint – Digital Transformation Hub; Gutenberg Digital Hub – GDH; Mittelrhein.Digital.
Die Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Cluster- und Netzwerklandschaft basiert auf einem erfolgreichen Zusammenspiel von Bottom-Up- und Top-Down-Prozessen, die geprägt sind durch ein hohes Maß an interorganisationaler Kommunikation zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden. Dabei gilt es, sowohl die existierenden Stärken im Land weiter auszubauen als auch neue Entwicklungen zu unterstützen und zu forcieren. Die finanzielle Unterstützung dieser Weiterentwicklung erfolgt im Wesentlichen durch den Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Landesmitteln.