Der Wissens- und Technologietransfer aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist ein wichtiges Anliegen der Forschungs- und Innovationspolitik des Landes.
Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft werden gezielt gefördert, so durch die EFRE-Förderrichtlinie “Innovation durch Hochschulen” des Wissenschaftsministeriums und das “Innovationsförderprogramm” des Wirtschaftsministeriums. Zahlreiche große, vom Land geförderte Forschungsverbünde integrieren bewusst den Transfer, so z. B. in der Quantentechnologie (QVLS), bei KI und kausalen Methoden in der Medizin (CAIMED), Energieforschung (TEN.efzn) oder Digitalisierung (ZDIN).
Zentrale Einrichtung zur Unterstützung des Transfers sind die Transferstellen und Gründungsberatungen an den niedersächsischen Hochschulen sowie das Innovationsnetzwerk Niedersachsen, in dem rund 280 Beratungs- und Vermittlungseinrichtungen aus Forschung, Verbänden und Gebietskörperschaften zusammenarbeiten.
Ein weiterer Fokus ist das Gründungsökosystem, dessen Ausbau gezielt gemeinsam vom Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium vorangetrieben und durch den Start-up-Beirat des Landes unterstützt wird. Mit der Übernahme des hannoverschen Start-ups Cardior Pharmaceuticals durch den dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat die niedersächsische Gründungsszene sein erstes Unicorn hervorgebracht. Grundsätzlich liegt ein Fokus auf Ausgründungen aus der Wissenschaft. So fördert das Wissenschaftsministerium “Gründungs- und Innovationsräume” und mit der Ausschreibung “Science Startups” die Entrepreneurship-Sensibilisierung und -Ausbildung sowie Gründungsvorbereitung an Hochschulen. Auch das Institute for Biomedical Translation Lower Saxony und die “Startup-Factory GOe FUTURE” der akademischen Life Science Einrichtungen in Göttingen, Hannover und Braunschweig initiieren gezielt Startups im lebenswissenschaftlichen Bereich. Ergänzend unterstützt das Wirtschaftsministerium mit hochschulnahen Start-up-Zentren und Hightech-Inkubatoren. Der Start-up-Preis des Landes „Durchstarter“ prämiert jährlich u. a. Wissenschafts-Start-ups in der Kategorie „Science Spin-off“.
Nach erfolgreicher Umsetzung der Pilotphase wird das 2022 gegründete Institute for Biomedical Translation (IBT) regelmäßig weitere Ausschreibungen veröffentlichen, um lebenswissenschaftliche Ausgründungsinitiativen zu unterstützen und zur Vernetzung gründungsinteressierter Forschender beizutragen. Zudem widmet sich der bereits erwähnte Innovationsrat unter anderem dem Handlungsfeld „Transfer und Ausgründungen“, sodass auch hier Empfehlungen zur Weiterentwicklung zu erwarten sind.