Die Internationalisierung der Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern ist in den letzten Jahren weiter vorangeschritten. Alle Hochschulen im Land haben eine eigene Internationalisierungsstrategie und verfolgen ihre internationale und europäische Vernetzung, z. B. durch die Mitgliedschaft in über ERASMUS+ geförderten Europäischen Hochschulallianzen. Die Universitäten Rostock und Greifswald sowie die Hochschule Stralsund sind Mitglieder einer derartigen European University.
Besonderes Augenmerk liegt auf der verstärkten Zusammenarbeit im demokratischen Ostseeraum. Die Kooperation der Hochschulen mit den baltischen Ländern wird durch das „Kontaktbüro Hochschulen Mecklenburg-Vorpommern“ in Riga gefördert und unterstützt.
Um den Hochschulstandort auch für ausländische Forschende attraktiver zu gestalten, wurden an den Universitäten Welcome Center als zentrale Service- und Anlaufstellen für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler etabliert.
Die EU-Rahmenprogramme für Forschung und Innovation (FRP) haben für Mecklenburg-Vorpommern eine besondere Bedeutung. Über Horizont 2020 und Horizont Europa wurden bzw. werden mehr als 150 Vorhaben im Land mit mehr als 50 Mio. Euro finanziell gefördert. Neben der Forschungsförderung und innovativen Entwicklungen im Land tragen Projekte des FRP auch in erheblichem Maße zur internationalen Vernetzung bei.
Bei der Einwerbung von Fördermitteln für die internationale Zusammenarbeit sind die außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Land überdurchschnittlich erfolgreich. Die stärkere Beteiligung von Unternehmen unterstreicht den Fokus von Horizont 2020 auf Innovationen.
Die Hochschulen des Landes arbeiten in verschiedenen von der EU bewilligten Vorhaben, z. B. der Medizin, Biotechnologie, Plasmaphysik, Lebensmitteltechnologie sowie zur Entwicklung von neuen Technologien, mit außeruniversitären Forschungsinstituten und Unternehmen international zusammen. Die Bandbreite an Beteiligungen am FRP zeigt zudem, dass die Bewältigung von globalen gesellschaftlichen Herausforderungen ein zentrales Ziel von Forschung und Innovation in Mecklenburg-Vorpommern ist.
Die internationale Geschäftstätigkeit regionaler KMU ist in Mecklenburg-Vorpommern noch zu gering. Das Land wird in Zukunft stärker internationale Kooperationen unterstützen. Ziel ist es, durch eine verstärkte ressortübergreifende Zusammenarbeit die verschiedenen Handlungsebenen und unterschiedlichen Akteure stärker zusammenzubringen und zu vernetzen.
Bezüglich internationaler Fördermöglichkeiten bieten Programmbereiche der ERA-nets, des IraSME oder bilaterale Kooperationsmöglichkeiten wie bei Eurostars gute Einstiegsmöglichkeiten. Darüber hinaus sollen die neuen aufgelegten EU-Programme zur Stärkung der Europäischen Gemeinschaft und des Europäischen Forschungsraumes (u. a. HORIZON Europe, HORIZON Green Deal, Next Generation EU, INTERREG) genutzt werden. Diese Programme bieten gute Möglichkeiten, die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft auch mit internationalen Partnern zu erproben.
Ein wichtiger Ansatz ist eine kompetente Beratung im Vorfeld und die Selektion der geeigneten Programmlinien ist eine wesentliche Voraussetzung einer erfolgreichen Beteiligung von Unternehmen. Das Enterprise Europe Network M-V (EEN M-V) soll sich in diesem Projektentwicklungsprozess als beratender und moderierender Akteur engagieren. Die inhaltlichen Themen müssen im Umsetzungsprozess der Strategien in den Aktionsfeldern und Querschnittstechnologien generiert werden.
Die Internationalisierungspolitik im Bereich FuEuI koordiniert die Aktivitäten des Landes und die Internationalisierungsbemühungen in Hochschule und Forschung insgesamt. Dabei geht es strategisch darum, in den für das Land wichtigen Themen zu der internationalen Spitzenforschung aufzuschließen. Die relevanten Forschungsfelder bilden dabei vor allem die Energieforschung und die Lebenswissenschaften. Die zweite strategisch wichtige Linie ist die Orientierung auf den Ostseeraum und die dortigen Forschungspotenziale.
Ziel ist, die Internationalisierung des Wissenschaftsstandortes Mecklenburg-Vorpommern auszubauen. Hierfür wird derzeit eine Wissenschafts- und Forschungsstrategie entwickelt. Neben den eigenen Internationalisierungsstrategien der Hochschulen des Landes ist auch die im Juni 2024 verabschiedete Strategie der Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern zu berücksichtigen.