Brandenburg – FuI-Politik in Kürze

In Brandenburg existieren zwei regionale Forschungs- und Innovationsschwerpunkte: Die Metropolregion Berlin-Potsdam wird als Teil des gemeinsamen Hauptstadtforschungsraums als internationales Zentrum exzellenter Forschung weiterentwickelt. Zugleich wird die Lausitz im Kontext des Strukturwandels gezielt als zweiter Standort wissenschaftlicher Exzellenz profiliert. Ziel ist es, dort neue Forschungskapazitäten aufzubauen, Wissens- und Technologietransfer zu stärken und einen dynamischen Innovationsraum zu etablieren. Zugleich stärkt die FuI-Politik weitere im Land vorhandene Wissenschaftsstandorte.

Ein zentraler Entwicklungsschritt ist seit 2025 die partizipative Erarbeitung einer Landesforschungsstrategie. Sie soll landesspezifische Forschungspotenziale sichtbar machen, strategische Handlungsfelder benennen und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen stärken. Als bewährtes Instrument zur Erschließung regionaler Innovationspotenziale bildet die seit 2017 etablierte Transferstrategie des Landes die Grundlage für den Ausbau von Kooperationen und Transferstrukturen. Darüber hinaus hat sich Brandenburg zusammen mit Berlin eine gemeinsame Innovationsstrategie InnoBB gegeben. Viele Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Berlin und Brandenburg haben ihre Kompetenzen in der Gründungsförderung strategisch gebündelt und werden im Rahmen der Start-up Factory „JUNI“ ein gemeinsames Gründungsökosystem in der Metropolregion aufbauen.

Brandenburg engagiert sich zudem verstärkt in der Förderung wissenschaftlicher Auseinandersetzung und Kooperation mit dem östlichen Europa. Ein sichtbares Zeichen ist der 2024 an der Europa-Universität Viadrina gegründete Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien Frankfurt (Oder) – Berlin (KIU). Vier Brandenburger Hochschulen beteiligen sich darüber hinaus an deutsch-ukrainischen Hochschulnetzwerken, die den wissenschaftlichen Austausch und den Wiederaufbau des ukrainischen Wissenschaftssystems unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt ist zudem die Kooperation mit polnischen Partnern, u. a. im Rahmen der Europäischen Hochschulallianzen, gemeinsamen Forschungsprojekten und Joint Labs.

Um die Attraktivität des Wissenschaftsstandortes zu steigern, hat das Land zwischen 2020 und 2023 den Dialogprozess „Gute Arbeit in der Wissenschaft“ durchgeführt. Strukturelle Weichenstellungen erfolgten mit der Novelle des Brandenburgischen Hochschulgesetzes 2024. Sie führte neue Personalkategorien ein, die differenzierte wissenschaftliche Karrierewege ermöglichen und damit die Personalentwicklung und wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen stärken. Das Postdoc Network Brandenburg ist eine weitere zentrale Maßnahme zur Gewinnung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) stärkt das Land durch ein gemeinsames Promotionskolleg der Brandenburger HAW, das sich derzeit im Aufbau befindet. Neu eingerichtete Transferprofessuren steigern zudem die Attraktivität der Hochschulen im Wissens- und Technologietransfer.

Als Querschnittsaufgabe bleibt die Förderung wissenschaftlicher Talente auf allen Qualifikationsstufen ein zentrales Anliegen. Brandenburg stärkt gezielt die Rahmenbedingungen für internationale Mobilität, Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie sowie Diversität und chancengerechte Teilhabe. Damit sollen auch in Zukunft attraktive Bedingungen für exzellente Forschung und Innovation im Land gesichert werden.

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