Das Land Hessen zeichnet sich durch eine dichte Landschaft von Hochschulen und Forschungsinstituten aus, die maßgeblich zur Innovationsfähigkeit und Wertschöpfung beitragen. Die Forschungsschwerpunkte reichen über die gesamte disziplinäre Breite von Cybersicherheit über Krebsforschung bis zu Demokratieforschung. In der Herz-Lungen-Forschung, Künstlichen Intelligenz, Batterieforschung, Wahrnehmungsforschung, Mikrobiologie und Zellbiologie zählt Hessen international zur Spitze. In diesen Forschungsfeldern werden ab 2026 Exzellenzcluster an hessischen Universitäten gefördert. Der Bund und das Land Hessen stellen dafür im Rahmen der Exzellenzstrategie bis Ende 2032 knapp 300 Mio. Euro zur Verfügung. Alle sechs Exzellenzcluster bieten neben international herausragender Grundlagenforschung auch bedeutsame Transferpotenziale. Sie verfolgen individuelle Transferstrategien, welche den Wissensaustausch mit regionalen Praxispartnern sicherstellen und damit vielfältige Impulse für wichtige Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft liefern.
Der eindrucksvolle Erfolg im Exzellenzcluster-Wettbewerb basiert auch auf dem landeseigenen Forschungsförderprogramm, der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE). U.a. haben die LOEWE-Professuren, eine von insgesamt fünf Förderlinien, in den vergangenen Jahren einen zentralen Beitrag zur personellen Sicherung und Stärkung der Exzellenzverbünde geleistet. Gleichzeitig werden mit Hilfe des Programms neue Initiativen gezielt gefördert.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt der hessischen Forschungsförderung liegt auch in der Demokratieforschung, die mit einem themengebundenen Förderprogramm nachhaltig gestärkt wird. Das Programm besteht aus sechs Förderlinien, die gezielt die Vernetzung hessischer Akteure sowie Forschung mit großem Transferpotenzial fördern. Bis 2028 stellt das Land dafür bis zu 14 Mio. Euro zur Verfügung. In Zeiten zunehmender Polarisierung und gesellschaftlicher Spaltung trägt die Hessische Landesregierung damit zur Unterstützung demokratischer Strukturen und des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei.
In der Innovations-, Transfer- und Gründungsförderung verfügt das Land Hessen über eine Prozesskette miteinander vernetzter Förderangebote für Innovationen, Gründungen und wissensbasierte Start-ups. Sie reichen von der LOEWE-Forschungsförderung und der Frühphasenförderung von Hochschulgründungen im Rahmen von „Hessen Ideen“ bis zu konkreten Unterstützungen für digitale Innovationen im Rahmen von Distr@l und der Förderung von KI und dem Ausbau des Tech- & Start-up-Ökosystems Hessen im Rahmen der Start-up-Initiative Hessen. So werden die Rhein-Main-Universitäten mit „Futury“, das zu den zehn führenden Startup Factories zählt, in den nächsten fünf Jahren mit Unterstützung des Bundes wichtige Impulse für Innovation und Unternehmensgründungen in Deutschland setzen. Mit dem ressortübergreifenden EFRE-Programm zum Wissens- und Technologietransfer mit einem Fördervolumen von 40 Mio. Euro werden Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Hessen strukturell gestärkt und die Zusammenarbeit mit Unternehmen weiter ausgebaut.
Wichtige Impulse werden ebenso in der Digitalisierung gesetzt – etwa mit dem Digitalpakt 2.0 für Hochschulen. Im Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) wird die KI-Expertise von 13 hessischen Hochschulen gebündelt und mit insgesamt 72 Mio. Euro bis 2031 gefördert; es ist eins von vier nationalen KI-Servicezentren und baut mit Partnern eine europäische AI Factory auf. Einen Beitrag zur Entwicklung von KI-Qualität leistet die AI Quality & Testing Hub GmbH, die mit hälftiger Landesbeteiligung Kompetenz und Wissensvermittlung im Bereich KI-Qualität anbietet. Zugang zu KI-spezifischer Recheninfrastruktur für Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung ermöglicht das KI-Innovationslabor. Nicht zuletzt leistet das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) mit der zugehörigen Infrastruktur einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung von verantwortungsbewusster Digitalisierung und KI.