Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten

Die BRICS sind eine Assoziation der Volkswirtschaften Brasiliens, Russlands, Indiens, Chinas und Südafrikas. Wissenschaft, Technologie und Innovation sind zentrale Handlungsfelder für Entwicklung und Wachstum in diesen prosperierenden Wissensgesellschaften und somit auch für Deutschlands Zusammenarbeit mit ihnen.

Ungeachtet der Heterogenität der fünf Staaten verfolgen sie vor allem in der Wirtschaft und im Finanzwesen gemeinsame Interessen. Ein deutlicher Ausdruck dieser Kräftebündelung ist die Gründung der gemeinsamen New Development Bank 2016. Unter dem indischen Vorsitz 2016 verabschiedeten die BRICS-Staaten die „Erklärung von Jaipur“ zur Intensivierung, Diversifizierung und Institutionalisierung ihrer Zusammenarbeit in Forschung, Technologie und Innovation. Im September 2017 wurde unter Chinas Vorsitz ein Aktionsplan entwickelt, den eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur „Science Technology Innovation and Entrepreneurship Partnership“ (STIEP) konkretisieren soll.

Mit über 40 % der Weltbevölkerung und einem Anteil von 18 % am globalen Bruttoinlandsprodukt bleiben die BRICS trotz Konjunkturabschwächung im Zuge fallender Rohstoffpreise und zum Teil erheblicher politischer und sozialer Spannungen strategisch wichtige Partnerländer für Deutschland. Die Bundesregierung kooperiert erfolgreich mit jedem dieser Staaten auf bilateraler Ebene.

Brasilien

Brasilien ist für die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung das wichtigste Partnerland Deutschlands in Lateinamerika. Als Schwerpunkte der bilateralen Forschungszusammenarbeit wurden Bioökonomie, Klimaforschung, wirtschaftsstrategische Rohstoffe und Meeresforschung vereinbart.

In der BMBF-Initiative Internationale Partnerschaften für nachhaltige Innovationen (CLIENT II) gehört Brasilien zu den prioritären Zielländern im Themenbereich wirtschaftsstrategische Rohstoffe. Drei gemeinsame CLIENT II-Forschungsverbünde zur Gewinnung und Aufbereitung seltener Erden und Entwicklung einer nachhaltigen Wertschöpfungskette für Magnete wurden gestartet (2017–2021). Brasilien verfügt zudem über langjährige Erfahrung in der Herstellung und Nutzung von Biotreibstoffen und über großes Potenzial für die nachhaltige Erzeugung von Biorohstoffen. Im Forschungsprogramm Bioökonomie International werden gemeinsam mit brasilianischen Förderorganisationen mehrere Forschungsverbünde zu biogenen Rohstoffen und Energieträgern gefördert.

Mitten im brasilianischen Amazonasgebiet steht der Atmosphärenmessturm ATTO (Amazonian Tall Tower Observation Facility) mit einer Höhe von 325 Metern. Der Turm ist ein deutsch-brasilianisches Gemeinschaftsprojekt. Seit Mai 2017 fördert das BMBF ein Projekt, bei dem mit hochempfindlichen Messgeräten auf dem Turm der Zusammenhang zwischen Klima, Atmosphärenchemie und dem Regenwald beobachtet wird. Die Messergebnisse sollen bessere langfristige Klimaprognosen ermöglichen.

Seit April 2017 fördert das BMBF außerdem die Zusammenarbeit mit Brasilien in den Geistes- und Sozialwissenschaften. So wird in São Paulo ein „Maria Sibylla Merian Centre for Advanced Studies“ aufgebaut, in dem etablierte Spitzenforscherinnen und -forscher mit wissenschaftlichem Nachwuchs zusammenarbeiten. Die Freie Universität Berlin, die Universität von São Paulo und weitere Partner aus Deutschland und Lateinamerika untersuchen Ansätze für ein nachhaltiges Zusammenleben in Gesellschaften, die von starker Ungleichheit geprägt sind.

In der Messtechnik arbeitet die PTB seit über 40 Jahren mit dem brasilianischen Partnerinstitut INMETRO zusammen, sowohl bilateral als auch im europäischen Verbund. Aktuell bestehen Forschungsvorhaben im Bereich der flüssigen Energieträger mit Schwerpunkt auf thermophysikalischen Eigenschaften, neuartige Brennstoffe und Analyse biologischer Kraftstoffe. Auch die BAM pflegt seit Jahren intensive Kontakte zu brasilianischen Partnern. Zahlreiche u. a. durch den DAAD geförderte Kooperationen und der regelmäßige Personalaustausch in der Werkstofftechnik oder beim Thema globale Werkstoffkreisläufe zeugen davon. Im Bereich zertifizierter Referenzmaterialien kooperiert die BAM mit INMETRO.

Russland

Die traditionell gute deutsch-russische Wissenschaftskooperation wird – auch in schwierigen politischen Zeiten – vom BMBF und dem russischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MON) sowie den deutschen und russischen Förder- und Wissenschaftsorganisationen weiter vorangetrieben. Mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zu vertiefen, fand auch die Sitzung der Gemischten deutsch-russischen Kommission für wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) am 22. November 2016 in Moskau statt. Die vier befristeten Fachvereinbarungen (Biotechnologie/Bioökonomie, Umwelttechnologien, Meeres- und Polarforschung, Laserforschung) wurden um zwei Jahre verlängert. Hinzu kam eine Absichtserklärung auf dem Gebiet der Berufsausbildung und der Weiterbildung.

Zwischen BMBF und MON wurde im Frühling 2017 vereinbart, eine deutsch-russische Roadmap für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu erarbeiten. Die Roadmap dient der mittel- bis langfristigen strategischen Orientierung der deutsch-russischen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung und soll ab 2018 die Schwerpunkte für die nächsten zehn Jahre vorgeben. Zwischen Deutschland und Russland besteht bereits eine enge Partnerschaft in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung. So wurde am 1. September 2017 in Hamburg der europäische Röntgenlaser European X-FEL eröffnet. Russland trägt hier ein Viertel der anfallenden Kosten. Beim Bau der Beschleuniger-Anlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen FAIR in Darmstadt fungiert Russland als zweitgrößter Gesellschafter nach Deutschland.

Basierend auf gemeinsamen Interessen und aktuellen Entwicklungen in beiden Ländern startete das BMBF im Jahr 2017 eine Initiative zur Zusammenarbeit zum Thema Zukunftsstadt mit Russland. Ziel der Initiative ist es, die Rolle Deutschlands in Russland als strategischer Partner für nachhaltige Stadtentwicklung zu stärken. Im Rahmen der 14. Deutsch-Russischen Städtepartnerschaftskonferenz richtete das BMBF im Juni 2017 in Krasnodar die Session „Stadt der Zukunft: Deutsch-Russische Kooperation für eine nachhaltige Stadtentwicklung“ aus, in der die Städte Dresden, Erlangen und Gelsenkirchen ihre Projektideen mit Partnern aus Russland vorstellten.

Mit einem Volumen von 20 Mio. Euro ist das ERA.net Plus mit Russland das größte geografische ERA-NET bisher und gilt als Meilenstein in der EU-Russland-Kooperation. Auf russischer Seite behandeln insbesondere das MON sowie die Stiftung für Grundlagenforschung (RFFI) das ERA.net Plus mit hoher Priorität. Eine neue Ausschreibungsrunde mit zwei Förderlinien wurde im Mai bzw. Juli 2017 ohne Finanzierung der Europäischen Kommission mit einem Fördervolumen von ca. 15 Mio. Euro geöffnet. Das BMBF unterstützt ausdrücklich die Fortsetzung dieser Aktivitäten.

Seit Ende 2015 ist der Kontur-2-Joystick auf der Internationalen Raumstation ISS und demonstriert erfolgreich die Telepräsenz-Technologie der feinfühligen Fernsteuerung von robotischen Systemen. Der Joystick wurde durch das vom BMWi geförderte DLR in Zusammenarbeit mit dem Russian State Scientific Center for Robotics and Technical Cybernetics (ZNII RTK) entwickelt. Beim Experiment Kontur 2 wurden Roboter von der ISS aus gesteuert. Im Rahmen der deutsch-russischen Kooperation wurde das Röntgenteleskop eROSITA unter Federführung des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik (MPE) gebaut, gefördert vom DLR-Raumfahrtmanagement. 2016 startete die gemeinsame Mission von ESA und Roscosmos „ExoMars 2016“ bestehend aus einer Sonde, dem Trace Gas Orbiter und dem Landemodul Schiaparelli. Ziel ist es, Spuren von Leben auf dem Mars zu finden und neue Technologien zu erproben. 2018 soll die Folgemission einen Rover auf der Oberfläche des Roten Planeten absetzen. Das DLR-Raumfahrtmanagement unterstützt die ExoMars-Missionen 2016 und 2018 durch die Koordination der deutschen Beiträge für die ESA (siehe auch III 1.5 Mobilität).

Die BAM arbeitet im Bereich biophotonischer diagnostischer Verfahren sowie dem Rohstoffrecycling an zwei ERA-Net-Projekten mit russischen Partnern.

Indien

Das BMBF arbeitet in der Forschung, der Hochschulbildung und in der Berufsbildung (siehe auch IV 3.5 Internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung) eng mit den indischen Partnerministerien zusammen. Wichtigste Partner des BMBF sind in der Forschungszusammenarbeit das Department of Science and Technology (DST), in der Hochschulkooperationdas Ministry of Human Resources Development (MHRD) und in der Berufsbildungszusammenarbeit das Ministry of Skill Development and Entrepreneurship (MSDE).

Ein Leuchtturm der bilateralen Forschungszusammenarbeit ist das Indo-German Science and Technology Center (IGSTC) als gemeinsame Fördereinrichtung für anwendungsorientierte Forschung. Über das IGSTC werden primär sogenannte „2+2“-Technologieprojekte gefördert, in denen akademische und industrielle Partner beider Länder gemeinsam forschen und entwickeln. Darüber hinaus veröffentlicht das BMBF regelmäßig Bekanntmachungen zur strategischen Projektförderung mit weiteren wichtigen indischen Partnereinrichtungen.

In der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung arbeitet das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) mit Indien zusammen; das DST beteiligt sich am internationalen Forschungszentrum FAIR. Das BMBF engagiert sich außerdem in der Förderung bilateraler Projekte im Bereich der zivilen Sicherheitsforschung. Im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften fördert das BMBF den Aufbau des Indo German Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences in Neu-Delhi.

Mit der Initiative Indo-German Partnerships in Higher Education (IGP) sollen die bereits guten Partnerschaften zwischen indischen und deutschen Hochschulen weiter ausgebaut und das große Potenzial besser erschlossen werden. Das BMBF und das indische MHRD haben in einer gemeinsamen Absichtserklärung eine Förderung von 3,5 Mio. Euro (2016–2020) pro Land vereinbart.

2010 hat das BMBF die länderspezifische Kampagne A New Passage to India (ANPtI) initiiert. ANPtI unterstützt Mobilität im Rahmen von Hochschulkooperationen, Praktika indischer Studentinnen und Studenten in Forschung und Industrie sowie drei Kompetenzzentren für moderne Indienstudien in Deutschland. Ein weiterer Baustein ist das Indo-German Centre for Sustainability (IGCS) am IIT Madras. Ziel des IGCS ist es, die nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Indien und Südasien voranzutreiben. Die Hochschulkooperationen wurden 2016 in das bilaterale IGP Programm überführt.

Im Studienjahr 2016/2017 kamen 15.308 Studierende aus Indien nach Deutschland. Damit ist Indien das zweitwichtigste Herkunftsland von Bildungsausländern mit Abschlussabsicht, nach China und vor Russland. Indien hat in den vergangenen zehn Jahren die Zahl seiner Studierenden vervierfacht.

China

China entwickelt sich zu einem Land mit großen Innovationskapazitäten. Stetig steigende FuE-Ausgaben und eine beständige Verbesserung des Innovationssystems haben dazu geführt, dass in zahlreichen Feldern auch im globalen Vergleich auf höchstem Niveau geforscht wird. Das über Jahrzehnte gewachsene Engagement deutscher Akteure aus Forschung und Wissenschaft, an der Entwicklung in China teilzunehmen, ist ungebrochen groß.

Die Grundlage für die Forschungskooperation zwischen Deutschland und China bildet das WTZ-Regierungsabkommen von 1978. Seit 1980 finden in regelmäßigen Abständen Sitzungen der Gemeinsamen WTZ-Kommission mit dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MoST) statt. Dabei werden gemeinsame Projekte und Maßnahmen beschlossen und Rahmenbedingungen der Kooperation diskutiert. Ende Februar 2018 wurde das 40. Jubiläum der Unterzeichnung des WTZ-Abkommens in Peking im Rahmen der 5. Deutsch-Chinesischen Innovationskonferenz gefeiert.

Mit der 2015 veröffentlichten China-Strategie hat das BMBF einen Rahmen für die Zusammenarbeit mit China in Forschung, Wissenschaft und Bildung gesetzt, der die Kohärenz der zahlreichen deutschen Kooperationsaktivitäten stärken soll. Definierte Aktionsfelder sind grundlegende Themen wie die Schaffung einer breiteren China-Kompetenz in Deutschland und der Aufbau nachhaltiger Kooperationsstrukturen. 2016 veröffentlichte das MoST seine Deutschland-Strategie.

Ein Kernanliegen der bilateralen Regierungskooperation in Forschung und Innovation ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen. Ein besseres Verständnis gegenseitiger Prozesse soll in Zukunft abgestimmte Fördermaßnahmen und die Förderung gemeinsamer Projekte erleichtern. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Anfang 2017 veröffentlichte, abgestimmte Bekanntmachung für anwendungsnahe Projekte in den neueren Kooperationsbereichen intelligente Fertigung, Elektromobilität und Energiesysteme. Etablierte Kooperationsfelder wie das Querschnittsthema Innovation und die Bereiche Umwelttechnologien, Meeresforschung, Lebenswissenschaften und (Berufs-)Bildung spielen weiterhin eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit.

Bereits Mitte 2011 wurde die Deutsch-Chinesische Plattform Innovation (DCPI) eingerichtet, an der
sich führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Institutionen und Unternehmen beider
Länder beteiligen. Bis Februar 2018 wurden erfolgreich fünf Deutsch-Chinesische Innovationskonferenzen durchgeführt. Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Plattform ergänzt der fachspezifische Austausch den innovationspolitischen Dialog. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, stellten BMBF und MoST im Frühjahr 2017 die jeweiligen nationalen Expertengruppen der DCPI neu auf. Im Februar 2018 fand in China bereits der zweite Politikdialog zwischen BMBF, MoST und den beiden Expertengruppen statt.

Schwerpunkt beim Thema Umwelt sind Verbundvorhaben zur technologischen Umsetzung von Forschungsergebnissen, insbesondere im Bereich Wasser/Abwasser. 2016 fand die erste chinesisch-deutsche Konferenz zur bilateralen Kooperation in Chinas nationalem „Megawasser-Programm“ statt. Zur ressortübergreifenden Abstimmung dieser Zusammenarbeit wurde ein Koordinierungskreis zwischen den chinesischen Ministerien für Wissenschaft und Technologie, für Städtebau und für Umwelt (MoST, MoHURD, MEP) sowie dem BMBF gegründet. Die erste Ver- und Entsorgungsanlage des deutsch-chinesischen SEMIZENTRAL-Verbunds zur Abwasserbehandlung, Energie- und Wasserrückgewinnung in Qingdao (Provinz Shandong) ist in Betrieb.

Im Juni 2013 veröffentlichten das BMBF und die State Oceanic Administration erstmals eine gemeinsame Förderbekanntmachung zu Tiefseeforschung, Marine Umweltveränderungen und Polarforschung. Im Juni 2016 folgte eine zweite Förderbekanntmachung. Insgesamt werden die bilateralen Forschungsprojekte der beiden Bekanntmachungen mit 6 Mio. Euro von deutscher Seite gefördert.

Das DLR hat seine langjährige Arbeit mit chinesischen Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Industrie ausgeweitet und leistet mit der Entwicklung intelligenter Mobilitätssysteme und -konzepte einen Beitrag zur Reduzierung von Verkehrsstau und Schadstoffemissionen sowie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Metallische Leichtbauweisen stehen im Fokus einer Kooperationsvereinbarung, die das DLR mit dem Chinesisch-Deutschen Leichtbauzentrum Shenyang (SGLC) geschlossen hat. Gemeinsam sollen innovative Leichtbaulösungen auf Basis metallischer Werkstoffe wie Magnesiumlegierungen für den Automobilbereich erforscht und entwickelt werden.

Die PTB kooperiert seit 40 Jahren mit dem nationalen chinesischen Metrologieinstitut (NIM) auf dem Gebiet der Metrologie. Derzeit befinden sich 24 Forschungsprojekte in der Durchführung u. a. in den Bereichen Nanometrologie, chemische und biologische Messungen, Thermometrie und Neudefinition des Kilogramms. Des Weiteren führt die PTB mit dem NIM derzeit eine Benchmarking-Studie zur Qualitätsinfrastruktur durch. Die BAM kooperiert in den Bereichen Konformitätsbewertung und Akkreditierung sowie Referenzmaterialien und Ringversuche mit den chinesischen Behörden.

Südafrika

Auf dem afrikanischen Kontinent ist Südafrika für die Bundesregierung ein langjähriger Partner in
Forschung und Wissenschaft. Seit 1996 besteht ein WTZ-Abkommen. Südafrika ist wegen seiner gut entwickelten Hochschullandschaft mit Abstand das beliebteste Zielland deutscher Studentinnen und
Studenten in Afrika. Hinsichtlich der Disparität der wissenschaftlichen Einrichtungen sowie der Qualität und Quantität des eigenen wissenschaftlichen Nachwuchses steht das Land jedoch weiterhin vor Herausforderungen. Deutschland ist für Südafrika ein wichtiger Partner in Bildung und Forschung. Die bilaterale Zusammenarbeit umfasst heute u. a. Gebiete wie Gesundheitsforschung, Bioökonomie, Ressourcen- und Nachhaltigkeitsforschung sowie Meeresforschung. Ergänzt wird dies durch die enge Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung (siehe auch IV 3.5 Internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung).

Zahlreiche größere Verbundprojekte mit Partnern aus Südafrika spiegeln die engen Forschungsbeziehungen des Landes mit Partnern aus afrikanischen Drittstaaten. Das Land am Kap der Guten Hoffnung ist ein zentraler Partner der BMBF-Initiative Forschungsnetze für Gesundheitsinnovationen in Subsahara-Afrika und bringt sich in die Maßnahme SPACES (Science Partnerships for the Assessment of Complex Earth System Processes) zur Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Geosphäre, Atmosphäre und Ozean ein. Südafrika ist zudem gemeinsam mit den Ländern Angola, Sambia, Namibia und Botswana in dem vom BMBF finanzierten regionalen Kompetenzzentrum für Klimawandel und angepasstes Landmanagement SASSCAL aktiv.

Die ausgeprägten Forschungsbeziehungen zur EU haben ihre Wurzeln im Abkommen über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit aus dem Jahr 1997. Seit 2010 besteht eine südafrikanisch-europäische strategische Partnerschaft. Südafrika wurde 2014 assoziiertes Mitglied bei EUREKA (siehe auch IV 2.4 Europäische Initiativen und Programme). Die Assoziierung galt zunächst für drei Jahre. Dem Verlängerungsantrag Südafrikas wurde im März 2017 stattgegeben; auf der Ministerkonferenz in Madrid im Juni 2017 unterzeichnete die südafrikanische Ministerin für Wissenschaft und Technologie das entsprechende Abkommen.