Zeitreise ohne Fluxkompensator

Im Film „Zurück in die Zukunft“ ist es Doc Browns Fluxkompensator, der die Reise in die Vergangenheit ermöglicht – und damit auch die turbulente Begegnung zweier Generationen. Ein vom BMBF gefördertes Projekt wählt dafür einen anderen Weg: Es lädt zum Gespräch. In Diskussionswerkstätten tauschen sich Alt und Jung über ihre Vorstellungen künftiger Arbeitswelten aus. Das Forschungsteam will so mehr über die Zukunftsvorstellungen der Vergangenheit und von heute lernen.

Wie haben sich die Menschen in den 1960er- und 1970er-Jahren die heutige Arbeitswelt vorgestellt? Welche Hoffnungen und Ängste verbanden sie mit dem Blick in die Zukunft, und inwiefern unterscheiden sie sich darin von ihren Enkelinnen und Enkeln? Das Projekt „Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft“ geht diesen Fragen nach, indem es die Generationen miteinander ins Gespräch bringt. Ein Film wird die Beiträge dokumentieren und einem größeren Publikum zugänglich machen. „Wir wollen zeigen, wie sich Arbeiten früher angefühlt und welchen Bewusstseinswandel es seitdem gegeben hat“, sagt Andie Rothenhäusler, der für die wissenschaftliche Konzeption des Projekts verantwortlich ist. Mit dem Vergleich früherer und moderner Visionen wollen er und sein Team die „Arbeitswelten der Zukunft“, das Thema des Wissenschaftsjahrs 2018, um eine historische Dimension erweitern.

Vier Diskussionswerkstätten sind insgesamt geplant. In Karlsruhe, Halle (Saale), Dortmund und Jena sprechen Seniorinnen und Senioren mit Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, über ihre Vorstellungen von der Entwicklung der Arbeitswelt. Fachleute aus Politik und Forschung nehmen teil, um die Beiträge aus Sicht von Expertinnen und Experten einzuordnen. Die Teilnehmenden werden in Interviews gezielt zu ihren Zukunftsvorstellungen befragt, um sie gegenüberstellen zu können. Mehr als 60 Kurzinterviews und 14 längere Interviews sollen in den Dokumentarfilm einfließen. Die Uraufführung ist auf der Abschlusspräsentation des Projekts im November 2018 in Halle (Saale) geplant. Anschließend soll der Film auf Kinoabenden, Filmfestivals und im Rahmen einer Medienpartnerschaft weiterverbreitet werden.

Das Projekt „Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft“ ist eine Kooperation der Abteilung Wissenschaftskommunikation am Institut für Germanistik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Universität Halle-Wittenberg und des Vereins science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation.

Dieses Bild zeigt eine Veranstaltung des Projekts Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft.

Projekt „Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft“