Wie wird Forschung finanziert und gefördert?

Forschung und Entwicklung wird in Deutschland in verschiedensten öffentlichen und privaten Institutionen betrieben. Welche Rolle der Staat und die Wirtschaft spielen, lesen Sie hier.

Neue Ideen und Technologien benötigen moderne Forschungsgeräte, gut ausgestattete Labore und hervorragend qualifizierte Forscherinnen und Forscher. Dass sich der Forschungsstandort Deutschland auf dem richtigen Weg befindet, lässt sich an Zahlen ablesen: Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 92,2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Dies entspricht fast drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Etwa zwei Drittel davon stammen von der Wirtschaft. Dort sichern Innovationen den Unternehmenserfolg und damit auch die Arbeitsplätze. Mehr als 650.000 Personen waren 2016 in Forschung und Entwicklung tätig.

Die Forschungsförderung der Bundesregierung ist vielfältig. Mit der Projektförderung finanziert sie vor allem befristete Verbund-, aber auch Einzelprojekte. In einem Verbund forschen oft Hochschulen und Forschungseinrichtungen gemeinsam mit großen und kleinen Unternehmen an einer Fragestellung. Die Bundesregierung hat eine Förderberatung eingerichtet, die passende Förderprogramme empfiehlt und weitere Informationen bereitstellt. Diese richtet sich insbesondere auch an kleine und mittlere Unternehmen.

Anwendungsorientierte Entwicklungen beruhen auf einer exzellenten Grundlagenforschung. In Mathematik oder Physik, in der Medizin, Psychologie und anderen Disziplinen steht oft elementares Wissen im Vordergrund, dessen praktischer Nutzen sich oft erst später zeigt: So ist die Lasertechnologie, die heute bei zahlreichen chirurgischen Verfahren eingesetzt wird, eine Entwicklung aus der Grundlagenforschung.

Ohne Grundlagenforschung wüssten wir wenig über die Entstehung des Universums oder die Evolution des Menschen. Deshalb finanziert die öffentliche Hand die Grundausstattung der Forschung zu einem wesentlichen Teil.

Dieses Bild zeigt Fakten zur Forschung und Entwicklung in Deutschland im Jahr 2016.

BMBF

Sie sichert sowohl national als auch international die Forschungsinfrastrukturen – zum Beispiel baut und betreibt sie Hochschulen und zahlt die Gehälter für das wissenschaftliche Personal. Gemeinsam finanzieren Bund und Länder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck oder die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz- oder die Leibniz-Gemeinschaft.

Im Jahr 2018 plant der Bund, rund 17,9 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung auszugeben. Den größten Anteil vergibt mit rund 58 Prozent das BMBF. Viel Geld kommt aber auch von der Europäischen Union: Seit 2014 fließen durchschnittlich 1,2 Milliarden Euro pro Jahr aus dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 nach Deutschland.

Wer forscht?

Wirtschaft

Mehr als zwei Drittel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung kommen aus der Wirtschaft. Dort arbeitet mit rund 63 Prozent auch die Mehrheit des Forschungspersonals. Geforscht wird vor allem in international tätigen Unternehmen, die über eigene Forschungsabteilungen verfügen. Aber gerade für das regionale Innovationsgeschehen hat auch der Mittelstand große Bedeutung als Impulsgeber.

Dieses Bild zeigt die Forschungseinrichtungen in Deutschland auf einer Karte.

Forschungsstandorte in Deutschland
 

Länderband des Bundesberichts Forschung und Innovation 2018, Eigenangaben der Länder © EuroGeographics bezüglich der Verwaltungsgrenzen. Standortkoordinaten: © GeoBasis-DE/Geobasis NRW (2016), DeutschePost Direkt GmbH, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden (2016). © BMBF, Kartographische Darstellung: DLR Projektträger 2018.

Hochschulen

In Deutschland gibt es 428 Hochschulen, davon 106 Universitäten, 53 Kunsthochschulen, 22 pädagogische und theologische Hochschulen, 217 allgemeine Fachhochschulen und 30 Verwaltungsfachhochschulen. Rund 100.000 Personen sind an den Hochschulen in der Forschung tätig. Die Fachhochschulen sind ein wichtiges Bindeglied zur Wirtschaft: Sie sind oft Partner für kleine und mittlere Unternehmen, die sich keine eigenen Forschungsabteilungen leisten können.

Dieses Bild zeigt Fakten zur Forschung und Entwicklung in Deutschland im Jahr 2016.

BMBF

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Die von Bund und Ländern geförderten außeruniversitären Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen decken das gesamte Spektrum ab: von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsorientierten Forschung. Die größten Forschungsorganisationen sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft. Darüber hinaus gibt es die Akademien der Wissenschaften, die unter anderem langfristige Vorhaben der Grundlagenforschung koordinieren, sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die insbesondere Forschungsprojekte an Hochschulen finanziert.

Staatliche Forschungseinrichtungen

Der Bund und die Länder unterhalten auch eigene Foschungseinrichtungen. Allein den Bundesministerien arbeiten 37 Ressortforschungseinrichtungen zu, darunter das Robert Koch-Institut, der Deutsche Wetterdienst und das Bundesinstitut für Berufsbildung. Die Institute unterstützen die Regierungen bei der Vorbereitung politischer Entscheidungen durch wissenschaftliche Studien und Beratung.