Wie schaffen Bürgerinnen und Bürger Wissen?

Bienen beobachten, Wasserqualität messen, Sterne klassifizieren: Immer mehr Menschen beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Forschungsfragen. Sie beteiligen sich an wissenschaftlichen Projekten, die ohne die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern nicht auskommen, und ermöglichen so neue und wichtige Erkenntnisse. Den Bürgerwissenschaften kommt dabei der technologische Fortschritt zugute: Die Verbreitung von Smartphones, schnellere Internetverbindungen und soziale Netzwerke erleichtern es den Laien, im Verbund mit der Wissenschaft zu forschen oder innovative Dinge selbst herzustellen.

Die Forschung braucht oft eine Vielzahl an Daten, um zuverlässige Aussagen treffen zu können, zum Beispiel über die Verbreitung von Singvögeln, die Feinstaubbelastung in den Städten oder die Ursachen von Migräne. Das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern beschränkt sich jedoch nicht auf das reine Datensammeln. Citizen Science, der englische Begriff für Bürgerwissenschaften, gibt ihnen auch die Möglichkeit, sich schon zu Beginn eines Forschungsprozesses mit ihren Ideen einzubringen und aktiv mitzuforschen. Die Bedeutung von Bürgerwissenschaften für die Forschung wird künftig zunehmen. Ein Vorteil von Laienforscherinnen und -forschern liegt darin, dass sie nicht auf ein Fachgebiet beschränkt sind. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, dass die Wissenschaft nicht an den gesellschaftlichen Problemen vorbeiforscht. So schaffen die Bürgerwissenschaften auf beiden Seiten Vertrauen und Transparenz.

Um diese Form der Mitwirkung an Forschung bekannter zu machen, fördert das BMBF die Internetplattform www.buergerschaffenwissen.de. Sie soll als zentrale Anlaufstelle für Citizen Science in Deutschland dienen. Die Webseite gibt einen nach Themen und Regionen sortierten Überblick der Projekte, an denen man sich beteiligen kann. Umgesetzt wird das Vorhaben durch das Museum für Naturkunde Berlin und die Initiative Wissenschaft im Dialog.