Weitere FuE-fördernde Akteure

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die größte Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland. Ihre Aufgabe ist die finanzielle Unterstützung von erkenntnisgeleiteten Forschungsvorhaben, die sich größtenteils auf Hochschulen konzentrieren. Daneben leisten Stiftungen und als Verein organisierte Förderwerke einen Beitrag zur Finanzierung von Wissenschaft und Forschung. Bedeutung für das deutsche FuI-System hat außerdem der Gemeinschaftsrahmen der Europäischen Kommission für staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation.
   

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V. (DFG) ist die Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland. Ihre Kernaufgabe besteht in der wettbewerblichen Auswahl und Förderung der besten Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungsinstituten, wobei die Fördermittel zum überwiegenden Teil Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen zugutekommen. Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der DFG gehören zudem die Förderung der nationalen und internationalen Zusammenarbeit zwischen Forscherinnen und Forschern, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Beratung von Parlamenten und Behörden in wissenschaftlichen Fragen.

Die DFG ist ein Verein bürgerlichen Rechts. Ihre 96 Mitglieder setzen sich zusammen aus Hochschulen, außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, Akademien sowie Wissenschaftsverbänden. Bund und Länder fördern seit dem Jahr 2002 die DFG institutionell mit einem einheitlichen Bund-Länder-Finanzierungsschlüssel von 58 % zu 42 % (Rahmenvereinbarung Forschungsförderung in der Fassung vom 11. April 2001 und Ausführungsvereinbarung über die gemeinsame Förderung der DFG). Der DFG standen insgesamt (inklusive der Programmpauschale) in den Jahren 2016 und 2017 jeweils rund 3,1 Mrd. Euro zur Verfügung.

Stiftungen und Förderwerke

In Deutschland leisten eine Vielzahl von gemeinnützigen Stiftungen bzw. weitere als Verein organisierte Förderwerke einen wertvollen Beitrag zur Finanzierung von Wissenschaft und Forschung (siehe auch Organisationenband 3 FuE-unterstützende Organisationen und Einrichtungen).

Die forschungsfördernden Stiftungen wirken ergänzend zur staatlichen Forschungsförderung und sind Ausdruck privaten finanziellen Engagements. Die Stifterinnen und Stifter geben damit ein Beispiel für verantwortliches Handeln im demokratischen Staat. Bedeutende forschungsfördernde Stiftungen in Deutschland sind beispielsweise die VolkswagenStiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung und die Stiftung Mercator. Sie fördern Projekte bzw. Einrichtungen aus den verschiedensten Bereichen der Wissenschaft. Eine Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaft zur Förderung der deutschen Wissenschaft und Forschung ist der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft e. V.. Unter seinem Dach wurden 2017 mehr als 650 Stiftungen betreut und ein Gesamtvermögen von mehr als 2,9 Mrd. Euro verwaltet.

Davon zu unterscheiden sind die Stiftungen und Vereine, bei denen der jährliche Förderetat zum überwiegenden Teil bzw. ausschließlich aus öffentlichen Mitteln stammt bzw. an deren Gründungsfinanzierung sich die Bundesregierung beteiligt hat. Hierzu zählen neben der DFG u. a. die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Deutsche Stiftung Friedensforschung, die mehrheitlich als Vereine organisierten Begabtenförderungswerke im Hochschulbereich und der Deutsche Akademische Austauschdienst.

Europäische Union

Auch die Europäische Union ist ein wichtiger finanzierender und fördernder Akteur im deutschen FuI-System (siehe auch IV 2 Deutschlands Rolle in Europa). Hauptinstrument ist das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014 - 2020). Das bewilligte Fördervolumen beläuft sich auf insgesamt rund 77 Mrd. Euro. Horizont 2020 ist damit das weltweit größte in sich geschlossene Forschungs- und Innovationsförderprogramm. Die Europäische Union verfolgt mit ihm das Ziel, nachhaltiges Wachstum und zukunftsfähige Arbeitsplätze in Europa zu schaffen und so die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Adressaten von Horizont 2020 sind Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen (vor allem KMU) sowie weitere Akteure, die in die Entwicklung von Innovationen eingebunden sind. Durch Finanzierung von Projekten der Grundlagenforschung bis hin zur Vorbereitung marktfähiger Produkte und Dienstleistungen werden sämtliche Phasen des Forschungs- und Innovationsprozesses gefördert.

COST (Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung) und EUREKA (Initiative für verstärkte technologische Zusammenarbeit in Europa) sind zwei zwischenstaatliche Initiativen bzw. Netzwerke, mit denen die europäischen Staaten bzw. die Europäische Union Kooperationen von Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Europa unterstützt. Diese Kooperationssysteme werden größtenteils von den Interessen der Wissenschaft und der Wirtschaft angetrieben; sie ergänzen das EU-Rahmenprogramm in hervorragender Weise (siehe auch IV 2.4 Europäische Initiativen und Programme).