Ressourcen für Forschung und Entwicklung

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands hängt wesentlich von einem leistungsstarken Forschungs- und Innovationssystem ab. Daher stellen Staat und Wirtschaft umfangreiche finanzielle Ressourcen für FuE-Aktivitäten und Personal in Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und FuE-Einrichtungen in der privaten Wirtschaft bereit. Die Ausgaben für FuE sind in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Deutschland investiert mittlerweile annähernd 3 % seiner jährlichen Wirtschaftsleistung in FuE.

Im Jahr 2015 haben Staat und Wirtschaft 88,8 Mrd. Euro für die Durchführung von FuE ausgegeben. Die FuE-Ausgaben von Staat und Wirtschaft stiegen im Jahr 2016 nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes auf insgesamt 92,2 Mrd. Euro. Im europäischen Vergleich weist Deutschland damit absolut betrachtet die höchsten FuE-Ausgaben auf.

Deutschland investiert zur Stärkung seiner Zukunftsfähigkeit jährlich knapp 3 % der Wirtschaftsleistung in FuE. Im Jahr 2016 betrug der Anteil der Bruttoinlandsausgaben für FuE am Bruttoinlandsprodukt 2,93 %. Damit hat Deutschland das Drei-Prozent-Ziel der europäischen Wachstumsstrategie Europa 2020 praktisch erreicht (siehe auch Infobox Das Drei-Prozent-Ziel).

Der Wirtschaftssektor trägt gut zwei Drittel der FuE-Ausgaben in Deutschland. Diese Mittel werden sowohl für eigene FuE-Aktivitäten der Unternehmen als auch für gemeinsame FuE-Projekte mit Partnern aus der Wirtschaft und Wissenschaft aufgewendet. Die öffentlich finanzierte Forschung hat ebenfalls einen hohen Stellenwert. Bund und Länder stellen rund ein Drittel der Bruttoinlandsausgaben für FuE zur Verfügung (siehe auch Hauptband II 2 Finanzierung und Durchführung von Forschung und Entwicklung).

Weltweit zählt Deutschland zu den zehn forschungsintensivsten Volkswirtschaften. Der Anteil der Bruttoinlandsausgaben für FuE am jährlichen Bruttoinlandsprodukt (FuE-Intensität) liegt in Deutschland deutlich über dem Durchschnitt der EU und über dem Wert der USA.

Die Zahl der FuE-Beschäftigten ist in Deutschland seit über einem Jahrzehnt kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2016 waren in Deutschland über 650.000 Personen in FuE beschäftigt. Das ist ein neuer Höchstwert. Gegenüber dem Jahr 2005 hat sich die Zahl des FuE-Personals um mehr als 180.000 Personen erhöht (in Vollzeitäquivalenten). Dies entspricht einem Anstieg um 38 %.

Das Drei-Prozent-Ziel

Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs im März 2000 in Lissabon hat sich die Europäische Union das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Seitdem streben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union an, drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung zu investieren, um so einen Beitrag zur Stärkung eines nachhaltigen und dauerhaften Wachstums zu leisten. Das Drei-Prozent-Ziel für Forschung und Entwicklung wurde nach Auslaufen der Lissabon-Strategie als eines von fünf Kernzielen in der europäischen Wachstumsstrategie Europa 2020, die vom Europäischen Rat am 17. Juni 2010 verabschiedet wurde, fortgeschrieben (siehe auch Hauptband IV 2 Deutschlands Rolle in Europa).

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) ist beauftragt, den Regierungschefinnen und -chefs von Bund und Ländern jährlich einen Sachstandsbericht zum Drei-Prozent-Ziel für FuE vorzulegen. Der Bericht für das Jahr 2017 ist zugänglich unter: gwk-bonn.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Papers/GWK-Heft-56-Strategie-Europa-2020.pdf