Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Das Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Tenure-Track-Programm) soll dazu beitragen, die Karrierewege in der akademischen Welt planbarer und transparenter zu machen. Es wendet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen. Aufbauend auf den Empfehlungen des WR zu Karrierezielen und -wegen an Universitäten vom 11. Juli 2014 wird mit dem Bund-Länder-Programm die Tenure-Track-Professur als eigenständiger Karriereweg neben dem herkömmlichen Berufungsverfahren auf eine Professur erstmals flächendeckend an deutschen Universitäten etabliert. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern soll früher als bisher eine Entscheidung über den dauerhaften Verbleib im Wissenschaftssystem ermöglicht werden. So sieht die Tenure-Track-Professur nach erfolgreicher Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor.

Der Bund plant, über die Gesamtlaufzeit von 2017 bis 2032 im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel insgesamt bis zu 1 Mrd. Euro bereitzustellen, um 1.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren zu fördern. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekanntem und akzeptiertem Karriereweg zielt das Programm darauf ab, die Attraktivität des deutschen Wissenschaftssystems im internationalen Wettbewerb zu steigern und die Universitäten stärker dabei zu unterstützen, die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland zu gewinnen und möglichst dauerhaft zu halten. Somit stellt das Tenure-Track-Programm ein strukturelles Reformprojekt für den Innovationsstandort Deutschland dar.

Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur verändert sich die gesamte Personalstruktur der Universität. Denn Voraussetzung für die Teilnahme am Programm ist, dass Personalentwicklung für den wissenschaftlichen Nachwuchs und das gesamte wissenschaftliche Personal ein strategisches Handlungsfeld der Universitätsleitung ist und die Universitäten über entsprechende Personalentwicklungskonzepte verfügen. Darüber hinaus stellt das Programm Gelder bereit, um den damit verbundenen Reformprozess an den Universitäten angemessen gestalten zu können.

Zusätzlich wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert: Bei Geburt von Kindern kann die Förderung um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Denn Kinder und die Gründung einer Familie sollen die Chancen auf eine Professur auf Lebenszeit nicht mindern.

Das Bund-Länder-Programm ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die 1.000 vom Bund geförderten neuen Tenure-Track-Professuren werden immer wieder neu ausgeschrieben, und die Länder werden sie langfristig erhalten. Zugleich werden die Länder die Zahl der unbefristeten Professuren in gleicher Anzahl erhöhen, um die Karrierechancen des wissenschaftlichen Nachwuchses insgesamt zu verbessern.

Über die Anträge der Universitäten wird in einem wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren in zwei Bewilligungsrunden (2017 und 2019) entschieden. Das Auswahlgremium setzt sich aus Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, dem Hochschulmanagement sowie Vertreterinnen und Vertretern des wissenschaftlichen Nachwuchses und des Bundes und der Länder zusammen. In der ersten Bewilligungsrunde werden 468 Tenure-Track-Professuren an 34 Universitäten gefördert. Die Veröffentlichung der Förderbekanntmachung für die zweite Bewilligungsrunde ist für den Sommer 2018 vorgesehen.