Professur mit Bewährungsphase

Der Weg zu einer Professur auf Lebenszeit ist oft unsicher und langwierig. Viele talentierte Nachwuchsforscherinnen und -forscher entscheiden sich daher gegen eine Karriere in der Wissenschaft – ein großer Verlust für Deutschland als Forschungsstandort. Die Bundesregierung hat Maßnahmen ergriffen, um die Entscheidung für eine Zukunft in der Forschung und Wissenschaft zu erleichtern. Eine solche Maßnahme ist das gemeinsam von Bund und Ländern aufgelegte Tenure-Track-Programm.

Dieses Bild zeigt vier am Tisch sitzende Personen und einen am Tisch anlehnenden, zu den sitzenden Personen blickend und lächelnden Menschen.

Phil Boorman/GettyImages

Der klassische Weg zu einer Lebenszeitprofessur sieht so aus: Wer seine Promotion abgeschlossen hat, muss seine herausragende wissenschaftliche Befähigung durch weitere umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten nachweisen, um sich erfolgreich für eine Lebenszeitprofessur bewerben zu können. Dadurch entscheidet sich oft erst spät im Lebenslauf, ob jemand eine Anstellung auf Lebenszeit erhält oder nicht. In Deutschland fällt diese Entscheidung in der Regel im Alter von über 40 Jahren. Für die Betroffenen ist das häufig eine große Belastung, da wichtige Entscheidungen, wie zum Beispiel die Familienplanung, dadurch erschwert werden.

Jetzt trägt das Tenure-Track-Programm dazu bei, diese Unsicherheit abzubauen. Bei einer Tenure-Track- Professur wird die Wissenschaftlerin oder der Wissenschaftler von einer Universität zunächst befristet eingestellt. Besteht sie oder er die Bewährungsphase (den „Tenure Track“), wird die Stelle in eine Professur auf Lebenszeit umgewandelt. Ob die Bewährungsphase erfolgreich war oder nicht, wird durch ein Evaluationsverfahren überprüft.

Das Bund-Länder-Programm hat eine Gesamtlaufzeit von 15 Jahren (2017–2032) und wird in zwei Bewilligungsrunden durchgeführt. Der Bund stellt dafür bis zu eine Milliarde Euro bereit. In der ersten Runde wurden 468 Professuren an 34 Universitäten bewilligt. Für die zweite Runde können sich die Universitäten bis Ende Januar 2019 bewerben. Insgesamt sollen 1.000 Tenure-Track-Professuren gefördert werden und langfristig erhalten bleiben. Sie stehen damit auch künftigen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung und stärken so das deutsche Wissenschaftssystem insgesamt.