Personelle Ressourcen für FuE

Die Zahl der in FuE beschäftigten Personen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. In Deutschland waren 2016 mehr als 650.000 Personen in FuE tätig. Der überwiegende Teil der FuE-Beschäftigten arbeitet im Wirtschaftssektor. Auch die Absolventenquote und die Zahl der abgeschlossenen Promotionen haben sich in den vergangenen Jahren erhöht.

Zum FuE-Personal gehören neben Forscherinnen und Forschern in Hochschulen, Forschungseinrichtungen und in FuE-Einrichtungen der Wirtschaft auch Personen, die technische oder sonstige Unterstützungsaufgaben für die eigentliche Forschung wahrnehmen. Der Anteil der Forscherinnen und Forscher wird in der Regel anhand der Formalqualifikation (Hochschulabschluss) ermittelt.

Beim Indikator FuE-Personal spielen – im Gegensatz zu den FuE-Ausgaben – Inflationseffekte im Zeitverlauf und Kaufkraftunterschiede bei international vergleichenden Betrachtungen keine Rolle. Das FuE-Personal wird in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) angegeben, um Verzerrungen durch Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse zu vermeiden. Berücksichtigt wird zudem, dass insbesondere an Hochschulen einzelne Personen sowohl in der Forschung als auch in der Lehre tätig sind. Der Forschungsanteil dieser Personengruppe wird mithilfe von FuE-Koeffizienten ermittelt (siehe auch Abschnitt FuE-Ressourcen der Hochschulen).

Entwicklung des FuE-Personals

In Deutschland waren 2015 über 640.000 Personen in FuE beschäftigt (in VZÄ) (siehe auch Abb. D-14, vgl. Tabelle 30). Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das FuE-Personal 2016 auf fast 658.000 gestiegen. Gegenüber dem Jahr 2005 hat sich damit die Gesamtzahl der in FuE beschäftigten Personen um 38 % erhöht.

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Abb. D-14: FuE-Personal gesamt und nach Sektoren (in Vollzeitäquivalenten und in Prozent)

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2015 waren ca. 174.000 Frauen in FuE beschäftigt (in VZÄ). Die Zahl hat sich seit 2005 um ca. 43 % erhöht. Der Anteil von Frauen am gesamten FuE-Personal liegt bei ca. 27 % (siehe auch Hauptband II 2 Finanzierung und Durchführung von Forschung und Entwicklung). Trotz des merklichen Anstiegs im letzten Jahrzehnt sind Frauen in FuE immer noch unterrepräsentiert. Deutliche Unterschiede bestehen zwischen den Sektoren. 2015 lag der Frauenanteil in den Hochschulen bei über 43 % und in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Ressortforschungseinrichtungen bei ca. 40 %. Im Wirtschaftssektor sind dagegen nur ca. 19 % des gesamten FuE-Personals Frauen (siehe auch Abb. D-15, vgl. Tabelle 31).

Im Jahr 2015 gab es in Deutschland ca. 388.000 Forscherinnen und Forscher (in VZÄ). Das sind fast 61 % des gesamten FuE-Personals. Der Frauenanteil liegt bei ca. 23 %. Nach aktueller Schätzung des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Forscherinnen und Forscher 2016 auf mehr als 400.000 gestiegen.

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Abb. D-15: Anteil des weiblichen FuE-Personals nach Sektoren (in Prozent)

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FuE-Personal nach Sektoren

In Deutschland sind im Wirtschaftssektor, im Hochschulsektor, in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in den Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben deutliche Zuwächse beim eingesetzten FuE-Personal zu verzeichnen. Die prozentualen Anteile der drei Sektoren Wirtschaft, Staat und Hochschule am gesamten FuE-Personal sind im Zeitverlauf relativ konstant geblieben (vgl. Tabelle 31).

Der Wirtschaftssektor beschäftigt den überwiegenden Teil des in Deutschland tätigen FuE-Personals. Hier sind im Jahr 2015 rund 405.000 Personen in FuE tätig. Damit hat sich das FuE-Personal im Wirtschaftssektor seit 2005 um 33 % erhöht. Die meisten FuE-Beschäftigten gibt es im Fahrzeugbau (ca. 108.000 VZÄ), in der Elektroindustrie (ca. 81.000 VZÄ) und im Maschinenbau (ca. 43.000 VZÄ). Im Wirtschaftssektor sind knapp 231.000 Personen als Forscherinnen und Forscher beschäftigt. Die Zahl der Forscherinnen und Forscher hat überproportional zugenommen (siehe auch Abb. D-16, vgl. Tabelle 31).

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Abb. D-16: FuE-Personal im Wirtschaftssektor (in Vollzeitäquivalenten)

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Im Hochschulsektor ist die Zahl der in FuE Beschäftigten 2015 auf über 134.000 Personen gestiegen. Davon sind mehr als 103.000 Forscherinnen und Forscher (siehe auch Abb. D-17, vgl. Tabelle 31). In den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in den Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben waren über 101.000 Personen tätig – davon ca. 54.000 Forscherinnen und Forscher (siehe auch Abb. D-18, vgl. Tabelle 31).

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Abb. D-17: FuE-Personal im Hochschulsektor (in Vollzeitäquivalenten)

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Abb. D-18: FuE-Personal im Staatssektor (in Vollzeitäquivalenten)

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Forschungsnachwuchs: Hochschulabschlüsse und Promotionen

Absolventinnen und Absolventen von Hochschulstudiengängen sind eine zentrale zukunftsbezogene Ressource für FuE. Ihre Zahl hat sich in der vergangenen Dekade von 212.000 im Jahr 2006 auf über 315.000 im Jahr 2016 erhöht. Somit stehen dem deutschen Arbeitsmarkt jährlich ca. 50 % mehr qualifizierte Hochschulabsolventinnen und -absolventen zur Verfügung als noch vor zehn Jahren. Die Zahl der Hochschulabsolventinnen und -absolventen bezieht sich allein auf Erstabschlüsse (z. B. Bachelorabschluss). Sie ist daher nicht identisch mit der Anzahl der bestandenen Abschlussprüfungen an Hochschulen. Die Absolventenquote, welche den Anteil der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen am jeweiligen Altersjahrgang ausdrückt, ist im Zuge dieser Entwicklung von 21,2 % im Jahr 2006 auf 31,8 % im Jahr 2016 gestiegen (siehe auch Abb. D-19, vgl. Tabelle 48).

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Abb. D-19: Anzahl der Hochschulabsolventinnen und -absolventen sowie deren Anteil am Altersjahrgang (in Prozent)

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Am Standort Deutschland ist die Sicherung des Nachwuchses in den MINT-Fächern für den technologischen Fortschritt und die Erschließung von Zukunftsmärkten von besonderer Relevanz. Die Zahl der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen in den MINT-Fächern zeigt in Deutschland eine positive Entwicklung auf. Rund 107.000 schlossen 2016 ihr Studium in diesen Fächern ab. Das ist ein Plus von ca. 53 % gegenüber 2006. Der Anteil der Abschlüsse in den MINT-Fächern an allen Hochschulabschlüssen in Deutschland liegt mittlerweile bei ca. 34 %.

Promotionen haben für den Forschungsstandort Deutschland eine hohe Bedeutung. Bei der Anzahl der jährlich abgeschlossenen Promotionen ist über die vergangene Dekade ein leicht positiver Trend in Deutschland festzustellen. Im Jahr 2016 wurde mit über 29.300 abgeschlossenen Promotionen ein Höchstwert erzielt. Der Frauenteil an allen abgeschlossenen Promotionen liegt bei über 45 % (siehe auch Abb. D-20, vgl. Tabelle 49).

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Abb. D-20: Anzahl der Promotionen gesamt und in MINT-Fächern

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Insgesamt lassen sich mehr als 46 % aller Promotionen den MINT-Fächern zuordnen. Dies unterstreicht die herausgehobene Forschungsrelevanz dieser Fächergruppe. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass in bestimmten naturwissenschaftlichen Disziplinen der Berufseintritt typischerweise über die Promotion erfolgt. Im Jahr 2016 wurden über 13.500 Promotionen in den MINT-Fächern abgeschlossen. Im Vergleich zu 2006 ist die Zahl der Promotionen in den MINT-Fächern um ca. 52 % gestiegen.

Internationale Mobilität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern

Die internationale Mobilität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern stärkt die Offenheit, Vielfalt und Innovationsfähigkeit des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Deutschland. Im Jahr 2015 waren rund 43.000 ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen angestellt, unter ihnen rund 3.100 Professorinnen und Professoren. Die Zahl der ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und der ausländischen Professorinnen und Professoren ist in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen 11 % des gesamten Wissenschaftspersonals in Deutschland. An Universitäten lassen sich überdurchschnittlich hohe Anteile ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Mathematik und den Naturwissenschaften (17 %) sowie den Ingenieurwissenschaften (16 %) feststellen. Mehr als ein Drittel der ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommt aus Westeuropa, gefolgt von der Region Asien und Pazifik sowie Mittel- und Südosteuropa. An den gemeinsam von Bund und Ländern geförderten außeruniversitären Forschungseinrichtungen waren im Jahr 2014 fast 9.000 ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tätig. Drei Viertel des ausländischen Wissenschaftspersonals der außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.

Im Jahr 2015 wurde der temporäre Aufenthalt von mehr als 35.000 ausländischen Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern in Deutschland von deutschen Förderorganisationen unterstützt. Ein Drittel der ausländischen Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler hält sich weniger als einen Monat in Deutschland auf. Länger als ein Jahr bleiben nur 6 %. Die meisten Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler sind in Mathematik und den Naturwissenschaften tätig. Sie kamen hauptsächlich aus Westeuropa und Asien. Die wichtigsten Herkunftsländer sind Russland, China, die USA und Indien.

Auch deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in anderen Ländern fest angestellt an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die mit Abstand höchste statistisch erfassbare Zahl deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an ausländischen Universitäten ist in der Schweiz tätig.

Darüber hinaus absolvieren viele deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen temporären Forschungs- und Lehraufenthalt im Ausland. Im Jahr 2015 forschten etwa 16.000 deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Unterstützung von Förderorganisationen an ausländischen Einrichtungen. Über die Hälfte bleibt weniger als einen Monat im Ausland. Die beliebtesten Gastregionen für deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind Westeuropa und Nordamerika mit Anteilen von jeweils einem Fünftel. Die USA sind mit Abstand das wichtigste Gastland. Allein 16 % aller Auslandsaufenthalte wurden dort absolviert. Weitere wichtige Gastländer sind China, Großbritannien und Russland (siehe auch Abb. D-21).

Dieses Bild zeigt Deutsche Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler im Ausland nach Gastregionen 2015 (gesamt und in Prozent)

Abb. D-21: Deutsche Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler im Ausland nach Gastregionen 2015 (gesamt und in Prozent)

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