Pakt für Forschung und Innovation

Der Pakt für Forschung und Innovation ist eine zentrale Vereinbarung von Bund und Ländern zur Stärkung der gemeinsam geförderten großen Wissenschaftsorganisationen. Mit einer Kombination aus gemeinsamen forschungspolitischen Zielen, finanzieller Planungssicherheit und verbesserten Rahmenbedingungen stärkt der Pakt den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig und verbessert seine internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Der Pakt für Forschung und Innovation wurde von Bund und Ländern im Jahr 2005 beschlossen und in den Folgejahren fortgesetzt. Zuletzt wurde er für 2016 bis 2020 fortgeschrieben. Mit dem Pakt erhalten Fraunhofer, HGF, MPG und Leibniz-Gemeinschaft sowie die DFG als Förderorganisation finanzielle Planungssicherheit. Dies wird durch vereinbarte regelmäßige Steigerungen der Grundfinanzierung gewährleistet. Im Gegenzug verpflichten sich die geförderten Organisationen auf forschungspolitische Ziele, deren Umsetzung sie selbst ausgestalten. Die Planungssicherheit gibt ihnen den Spielraum, strategische Maßnahmen weiterzuentwickeln, vorhandene Instrumente auszubauen und neue zu entwickeln. Der Pakt für Forschung und Innovation hat folgende forschungspolitische Ziele:

  • dynamische Entwicklung des Wissenschaftssystems,
  • Förderung der Vernetzung im Wissenschaftssystem,
  • Vertiefung der internationalen und europäischen Zusammenarbeit,
  • Stärkung des Austauschs der Wissenschaft mit Wirtschaft und Gesellschaft,
  • Gewinnung der besten Köpfe für die deutsche Wissenschaft,
  • Gewährleistung chancengerechter und familienfreundlicher Strukturen und Prozesse.

Bund und Länder streben an – vorbehaltlich der jährlichen Haushaltsverhandlungen mit den Einrichtungen und vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch die gesetzgebenden Körperschaften –, die Zuwendungen für die einzelnen Wissenschaftsorganisationen jährlich um 3 % zu erhöhen. In den Jahren 2016 bis 2020 trägt der Bund diesen Aufwuchs allein. Insgesamt werden in diesem Zeitraum im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel rund 3,9 Mrd. Euro zusätzliche Mittel für die Forschung bereitgestellt.

Die GWK überprüft in einem jährlichen Monitoring die erzielten Fortschritte und bewertet sie auf Basis der jährlichen Berichterstattung der Wissenschaftsorganisationen. Der Monitoring-Bericht 2017 zeigt die vielfältigen Wirkungen des Pakts für Forschung und Innovation:

  • Wesentliche wissenschaftliche Partner der Forschungsorganisationen sind die Hochschulen. Gemeinsame Berufungen auf Professuren bilden eine direkte personelle Verbindung zwischen den Einrichtungen. Die erfolgreiche Kooperation wird u. a. in der hohen Anzahl gemeinsamer wissenschaftlicher Veröffentlichungen sichtbar. Forschungsorganisationen leisten zusammen mit den Universitäten durch die Betreuung von Doktorandinnen und Doktoranden einen Beitrag zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Auch die DFG hat ihre Maßnahmen zur Nachwuchsförderung ausgebaut.
  • Allein im Jahr 2016 wurden rund 880 Mio. Euro Drittmittel aus der Wirtschaft eingeworben. Im Vergleich zum Jahr 2005 ist das fast eine Verdopplung. Die Forschungsorganisationen haben ihre internationale Vernetzung und die starke Position im internationalen Wettbewerb ausgebaut. Dies zeigt beispielsweise der Anstieg von eingeworbenen EU-Forschungsförderungen im Rahmen von Horizont 2020.
  • Die außeruniversitäre Forschung engagiert sich stark bei der Verwertung ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse. Den Forschungsorganisationen ist es im Jahr 2016 gelungen, das hohe Niveau der Patentanmeldungen und der gehaltenen Patente weiter zu steigern. Insgesamt meldeten sie die Rekordzahl von 1.239 prioritätsbegründenden Patenten an. Auch über Ausgründungen gelingt die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in neue Dienstleistungen und Produkte. Seit 2005 gab es rund 500 Ausgründungen aus den Forschungsorganisationen, davon 55 allein 2016.
  • Die Forschungsorganisationen haben intensive Anstrengungen unternommen und Programme und Unterstützungsmaßnahmen initiiert, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu steigern. Sie rekrutieren aktiv weibliches Spitzenpersonal, fördern gezielt den weiblichen Nachwuchs und verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Forschung. Die Forschungsorganisationen setzen einen GWK-Beschluss zur Verpflichtung der außeruniversitären Forschungsorganisationen auf „flexible Zielquoten“ im Sinne des „Kaskadenmodells“ um. Die Grundidee des Kaskadenmodells lautet, dass der Frauenanteil einer höheren Qualifikationsstufe sich am Frauenanteil der darunterliegenden Qualifikationsstufe orientieren soll.
  • Im Wettbewerb um die besten Köpfe sind die Forschungsorganisationen ein attraktiver Anziehungspunkt für ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen. Alle Forschungsorganisationen bearbeiten wissenschaftliche Projekte mit internationalen Partnern, die sich in gemeinsamen Publikationen niederschlagen.