Hochschulen

Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Hochschulen eine bedeutende Rolle ein. Sie vereinen Breitenausbildung mit Spitzenforschung und qualifizieren wissenschaftliche Nachwuchskräfte. Durch die enge Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen auf regionaler Ebene tragen sie entscheidend zur Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bei. Das Spektrum der Forschung an Hochschulen reicht von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung für die Wirtschaft.

Traditionell sind die Hochschulen eine der tragenden Säulen des deutschen FuI-Systems. Sie führten 2015 FuE-Aktivitäten in Höhe von rund 15,3 Mrd. Euro durch, das waren 17 % der gesamten FuE. Ihre wichtige Stellung beruht auf dem thematisch, disziplinär und methodisch stark diversifizierten Forschungsbetrieb sowie der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vor allem an Universitäten.

Als Hochschulen werden in Deutschland alle staatlichen und staatlich anerkannten privaten und kirchlichen Universitäten und Fachhochschulen ausgewiesen. Sie bilden die Schnittstelle zwischen Forschung, forschungsorientierter Qualifizierung der Studierenden und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Damit tragen sie maßgeblich zum Erfolg des deutschen FuI-Systems bei. Es gibt vielfältige Kooperationen: innerhalb der Universitäten und Fachhochschulen, zwischen ihnen und mit außerhochschulischen Forschungseinrichtungen. Dazu gehören z. B. Verbundprojekte und DFG-geförderte Sonderforschungsbereiche. Darüber hinaus existieren an Hochschulen sogenannte An-Institute. Dabei handelt es sich um rechtlich selbstständige Einrichtungen, die zwar organisatorisch, personell und räumlich mit Hochschulen verflochten, aber nicht deren integraler Bestandteil sind. Ihre Aufgabe ist die Erforschung wirtschafts- und anwendungsnaher Bereiche im Spannungsfeld zwischen angewandter Forschung und marktrelevanter Produktentwicklung.

Die Fachhochschulen spielen in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung eine immer größere Rolle. Im Hinblick auf ihren Praxisbezug und ihre regionale Einbindung sind sie wichtige Bindeglieder zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie prädestinierte Partner vor allem der kleinen und mittleren Unternehmen der Region, die keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen haben.

Deutschland verfügt laut Statistischem Bundesamt derzeit über 428 Hochschulen, davon 106 Universitäten, sechs pädagogische Hochschulen, 16 theologische Hochschulen, 53 Kunsthochschulen, 217 allgemeine Fachhochschulen und 30 Verwaltungsfachhochschulen.