Gesundheit und Ernährung

Die Gesundheit ist ein maßgeblicher Faktor für unser Wohlbefinden. Der demografische Wandel, die Zunahme von Volkskrankheiten und Mehrfacherkrankungen, aber auch Zuwanderung und wachsende gesellschaftliche Vielfalt stellen uns gesundheits- und gesellschaftspolitisch vor große und neue Herausforderungen. Gleichzeitig resultieren aus dem steigenden Bedarf an maßgeschneiderten Gesundheitsleistungen vielfältige Chancen für die deutsche Gesundheitswirtschaft – national wie international.

In kaum einem anderen Forschungsbereich profitieren Bürgerinnen und Bürger so unmittelbar von neuen Erkenntnissen und Innovationen wie in der Gesundheitsforschung. Forschungsergebnisse sollen daher schnell bei den Menschen ankommen. Die Gesundheitsforschung nimmt eine entsprechend herausgehobene Stellung in den Förderanstrengungen der Bundesregierung ein. Das gemeinsam von BMBF und BMG getragene Rahmenprogramm Gesundheitsforschung (2011–2018) bündelt die Aktivitäten.

Im Berichtszeitraum wurden wesentliche Impulse gesetzt. Mit der Medizininformatik-Initiative konnte die Mehrzahl der deutschen Universitätskliniken mobilisiert werden, die Patientenversorgung und die Forschungsmöglichkeiten durch gezielte Vernetzung von Gesundheitsdaten zu verbessern. Mitte 2016 wurde als Ergebnis eines ressortübergreifenden Strategieprozesses erstmals ein Fachprogramm des BMBF zur Medizintechnik veröffentlicht, um die Forschung stärker am medizinischen Bedarf auszurichten und effizienter zu zielgerichteten und patientenorientierten Versorgungslösungen zu führen. Verabschiedet wurde der Masterplan Medizinstudium 2020, der Herausforderungen an die nächsten Medizinergenerationen definiert und Weichen für ihre Ausbildung stellt. Unter deutscher Präsidentschaft berieten die Gesundheitsministerinnen und -minister auf dem G20-Gipfel erstmals zur Pandemiekrisenprävention und antimikrobiellen Resistenzen.

Ende 2015 wurde das Forum Gesundheitsforschung eingerichtet. Ihm gehören die fachlichen Spitzenvertreterinnen und -vertreter der deutschen Forschungsorganisationen an. Das Forum berät das BMBF zu wesentlichen, übergreifenden Herausforderungen in der Gesundheitsforschung und zu Strategien ihrer Weiterentwicklung. Das 2019 auslaufende Rahmenprogramm Gesundheitsforschung wurde 2017 einer Zwischenevaluation unterzogen. Die Ergebnisse der Zwischenevaluation und die Empfehlungen des Forums fließen in die Vorbereitungen eines neuen Rahmenprogramms Gesundheitsforschung ein, welches u. a. die Möglichkeiten der Digitalisierung und Personalisierung von Medizin stärker in den Fokus rücken wird.

Forum Gesundheitsforschung

Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Gesundheitsforschung und -wirtschaft haben auf Initiative des BMBF 2015 das Forum Gesundheitsforschung konstituiert. Ziel des Forums ist eine schnellere Zuführung von biomedizinischen Forschungsergebnissen in die medizinische Anwendung zum Wohl der Patientinnen und Patienten. Das Forum soll einen systematischen, organisationsübergreifenden und kontinuierlichen Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren etablieren. Strategien und Schwerpunktthemen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsforschung prägen die Agenda des Forums. Erste Ergebnisse wurden in den Arbeitsgruppen entwickelt. Um das zukünftige Angebot an Infrastrukturen in den Lebenswissenschaften zu bedienen, wurde der Auf- und Ausbau einer Nationalen Infrastruktur für die Hochdurchsatz-Sequenzierung beschrieben. Innovationshemmnisse konnten an den Schnittstellen der Wertschöpfungskette von der biomedizinischen Grundlagenforschung bis zum Einsatz in der medizinischen Anwendung identifiziert werden. Empfehlungen zur Überwindung einzelner Hürden in der Gesundheitsforschung wurden entwickelt. Auch die zukünftige Sicherung des forschenden und praktizierenden Nachwuchses in der Medizin und den Gesundheitswissenschaften ist ein Thema des Forums.

Bekämpfung von Volkskrankheiten

Die Zahl der Menschen, die an Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Lungen-, allergischen, neurodegenerativen, muskuloskelettalen (rheumatischen) Erkrankungen oder Infektionen leiden, nimmt weltweit zu. Wichtiges Ziel ist es daher, derartige Krankheiten einzudämmen, zu verhindern oder zu verzögern. Gleichermaßen gilt es, den bereits Betroffenen das Leben mit ihrer Erkrankung zu erleichtern. Hierfür müssen Prävention, Früherkennung, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Nachsorge und Pflege weiter verbessert werden.

Führend bei der Bekämpfung von Volkskrankheiten sind die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG). Inzwischen arbeiten über 80 Standorte mit mehr als 100 beteiligten Hochschulen, Universitätskliniken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den Zentren zusammen. Thematisch ausgerichtete DZG existieren zu allen genannten Krankheitsbildern (siehe auch Organisationenband). Der Bund stellt im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel jährlich mehr als 225 Mio. Euro bereit. Die Länder beteiligen sich mit rund 25 Mio. Euro pro Jahr. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der DZG hat der Wissenschaftsrat im Juli 2017 verabschiedet.

Den Bonner Neubau des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) weihten Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze am 15. März 2017 ein. Am DZNE arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fachübergreifend an neuen Therapien gegen Alzheimer, Parkinson und andere Demenz- und Nervenerkrankungen. Der Bund und das Land NRW haben in den Neubau gemeinsam 126,8 Mio. Euro investiert.

Das neue Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) verfolgt bei der Bekämpfung von Volkskrankheiten einen übergreifenden systemmedizinischen Forschungsansatz. Dieser verknüpft und nutzt Daten aus so unterschiedlichen Quellen wie der Genomforschung, bildgebenden Verfahren und Patientenakten. Im BIG institutionalisiert sich die gemeinsame Forschung des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sein Aufbau wird bis 2019 im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel vom Bund mit rund 361 Mio. Euro (plus rund 40 Mio. Euro vom Land Berlin) finanziert.

In den Umsetzungsprozess des Nationalen Krebsplans fließen die im Rahmen eines eigenen Förderschwerpunkts erarbeiteten Forschungsergebnisse ein. Der vom BMG koordinierte Nationale Krebsplan soll zu einer weiteren Verbesserung der onkologischen Versorgung beitragen.

Zum Thema Diabetes fördert das BMG verschiedene Vorhaben im Rahmen der Ressortforschung. So u. a. die vom BMG initiierte Nationale Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie zu Diabetes, die ein umfassendes, qualitätsgesichertes Aufklärungs- und Informationsangebot für alle Phasen der Erkrankung erarbeiten soll, sowie den Aufbau einer Nationalen Diabetes-Surveillance am Robert Koch-Institut.

Mit dem Masterplan Medizinstudium 2020 haben Bund und Länder am 31. März 2017 gemeinsam eine Reform des Medizinstudiums beschlossen. Der Masterplan stellt die Weichen für die Ausbildung der nächsten Medizinergenerationen, die den Herausforderungen einer Gesellschaft des längeren Lebens gerecht werden kann. Er soll u. a. zur Stärkung der Allgemeinmedizin in der Forschung beitragen.

Der Kampf gegen Infektionen ist eine herausragende Aufgabe der Medizin. Kernthemen der Infektionsforschung des BMG bilden sich ab in der gemeinsam mit BMBF und BMEL getragenen Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) sowie der Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C sowie anderer sexuell übertragbarer Infektionen. Das BMG fördert im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Antibiotika-Resistenz und nosokomiale Infektionen seit 2017 Projekte zur anwendungsorientierten Forschung in diesem Bereich in Höhe von insgesamt rund 3,74 Mio. Euro. Auf europäischer Ebene beteiligt sich das BMBF an der gemeinsamen Programminitiative „Antimikrobielle Resistenz“ (Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance JPIAMR). Im Rahmen des European Joint Programme One Health sind Ressortforschungseinrichtungen des BMEL und des BMG seit 2017 in das gemeinsame europäische Forschungsprogramm zu lebensmittelbedingten Zoonosen und antimikrobiellen Resistenzen eingebunden. BMBF, BMG und BMEL fördern die Erforschung, Prävention und Bekämpfung von durch Tiere auf Menschen übertragbaren Infektionskrankheiten (Zoonosen). Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen wird gemeinsam vom BMBF, BMG und BMEL getragen. Anfang 2016 haben die drei Bundesministerien die Forschungsvereinbarung zu Zoonosen erneuert. Als neuer Partner ist das BMVg hinzugekommen. Seit Mitte 2017 fördert das BMBF für fünf Jahre das Nationale Forschungsnetz zoonotische Infektionskrankheiten. Eine Bekanntmachung des BMG zu zoonotischen Infektionskrankheiten und Erregern mit speziellen Resistenzen wurde im Januar 2018 veröffentlicht.

Neben Erkrankungen oder Verletzungen des Haltungs- und Bewegungsapparats haben auch psychische Erkrankungen eine hohe gesundheitspolitische Bedeutung. Im November 2016 wurde eine Bekanntmachung zu psychischen Erkrankungen geflüchteter Menschen veröffentlicht. Hier sollen zielgruppenspezifische und kultursensible Diagnose-, Therapie- und Präventionsansätze erforscht werden. Daneben fördert das BMG mit einer Spezialambulanz für Flüchtlingskinder am Universitätsklinikum Münster und mit der Entwicklung eines internetbasierten Tools zur Belastungs- und Gefährdungseinschätzung (Providing Online Ressource and Trauma Assesment for RefugeesPORTA) zwei Modellprojekte zur Verbesserung der psychischen Versorgung minderjähriger Flüchtlinge. Darüber hinaus wird im Rahmen einer Studie im Auftrag des BMG untersucht, inwiefern der Einsatz muttersprachlicher Beraterinnen und Berater zu einer Reduktion krankheitsfördernder Belastungsfaktoren bei Migrantinnen und Migranten (mit Fluchterfahrung) beitragen kann. Das BMBF hat im Rahmen des Runden Tisches Sexueller Missbrauch im November 2016 eine weitere Bekanntmachung zum Thema sexueller Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht, die den Schwerpunkt auf den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis legt. Das BMG hat im April 2017 einen Förderschwerpunkt zur Suizidprävention öffentlich ausgeschrieben, in dessen Rahmen in den nächsten drei Jahren Forschungsprojekte zur Suizidprävention durchgeführt werden sollen. Damit sollen bestehende Hilfs- und Beratungskonzepte wissenschaftlich bewertet und neue Maßnahmen und Konzepte zur Vermeidung von Suizidversuchen oder Suiziden entwickelt werden. Im Rahmen eines gutachterlichen Verfahrens sind 14 Projekte ausgewählt worden, die bis 2020 im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel mit insgesamt rund 5 Mio. Euro gefördert werden sollen. Die ausgewählten Projekte berücksichtigen unterschiedliche Themenfelder (Entstigmatisierung, Schulung von Gatekeepern, regionale Vernetzung und Methodenmonitoring) sowie unterschiedliche Zielgruppen.

Individualisierte Medizin

Entstehung, Ausprägung und Verlauf einer Krankheit hängen von vielen individuellen Faktoren ab. Hierzu zählen die genetische Veranlagung, das Geschlecht und das Alter des Menschen. Aber auch der persönliche Lebensstil und die Umwelt beeinflussen unsere Gesundheit. Die individualisierte Medizin erfasst diese Faktoren und ihre Wechselwirkungen. Sie eröffnet so die Möglichkeit, maßgeschneiderte Präventions- und Therapieverfahren zu entwickeln. Dadurch sollen mögliche Nebenwirkungen der Behandlung minimiert und der Behandlungserfolg verbessert werden. Gleichzeitig bietet die individualisierte Medizin der deutschen Gesundheitswirtschaft neue Chancen für eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Zusammen mit der Digitalisierung ist sie der wichtigste Treiber der modernen Medizin.

Viele Aspekte der individualisierten Medizin können auf nationaler Ebene nur bedingt bearbeitet werden. So werden länderübergreifende Standards benötigt, um die Daten von Patientinnen und Patienten analysieren und speichern zu können. Des Weiteren werden Therapien oder Diagnoseverfahren für immer kleinere Patientinnen- und Patientengruppen entwickelt. Ohne eine länderübergreifende Zusammenarbeit lassen sich nur schwer ausreichend Probandinnen und Probanden für klinische Studien rekrutieren. Den Herausforderungen der Entwicklung und Implementierung einer personalisierten Medizin in Europa stellen sich BMBF und BMG durch ihre Beteiligung am Internationalen Konsortium für personalisierte Medizin (ICPerMed). Mit über 35 europäischen und internationalen Partnern hat das Konsortium 2017 einen Aktionsplan vorgelegt. Er zeigt die Vorhaben – vor allem in der Forschungsförderung und der Weiterentwicklung der Regulation – für die nächsten Jahre. Hier geht es neben weiteren Entwicklungsschritten in der biomedizinischen und klinischen Forschung vor allem um die Überwindung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und gegebenenfalls regulativer Hürden für die Nutzung individualisierter Ansätze in Diagnose und Therapie. So spielen die frühe Einbindung von regulatorischer Expertise und die Stärkung der regulatorischen Forschung für die erfolgreiche Entwicklung von sicheren und wirksamen individualisierten Therapien eine wichtige Rolle, z. B. zur Entwicklung von neuen Konzepten zur Durchführung von klinischen Studien mit immer kleineren Patientenkollektiven.
 

Seltene Erkrankungen

Das vom BMG gemeinsam mit dem BMBF und der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE e. V.) gegründete Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gesundheitliche Situation für Menschen mit seltenen Erkrankungen zu verbessern und dazu den Nationalen Aktionsplan für Menschen mit Seltenen Erkrankungen veröffentlicht. Der Aktionsplan enthält 52 Vorschläge zum Informationsmanagement, zur Verkürzung von Diagnosewegen, zu Versorgungsstrukturen und zur Forschung, die von den verantwortlichen 28 Partnern umgesetzt werden sollen. Insgesamt hat das BMG seit dem Jahr 2010 für zahlreiche Projekte zu seltenen Erkrankungen bereits rund 14,6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Gefördert wurden beispielsweise die Bildung eines Zentralen Informationsportals Seltene Erkrankungen (ZIP-SE) und ein Versorgungsatlas Seltene Erkrankungen, kurz se-atlas genannt.

Das BMBF engagiert sich seit 2003 für die Erforschung seltener Erkrankungen. In der Fördermaßnahme zu translationsorientierten Verbundvorhaben unterstützt das BMBF beispielsweise zehn große nationale Forschungsverbünde von 2015 bis 2019 mit insgesamt ca. 20 Mio. Euro. Weitere 22 Mio. Euro hat das BMBF seit 2008 im Rahmen der europäischen Förderinitiative E-Rare in die Forschung zu seltenen Erkrankungen investiert. Zusätzlich werden in anderen Förderschwerpunkten, z. B. klinischen Studien, Projekte zu seltenen Erkrankungen gefördert.

Prävention

Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter bei guter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Dazu tragen der medizinische Fortschritt, verbesserte Lebensbedingungen und ein reichhaltiges Angebot hochwertiger Lebensmittel bei. Gleichzeitig steigt jedoch die Zahl der chronischen, bevölkerungsmedizinisch bedeutsamen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2. Durch Fortschritte in der Therapie nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die zwar nicht von einer Krebserkrankung geheilt werden können, aber viele Jahre bei vergleichsweise guter Lebensqualität mit ihrer Erkrankung leben. Dies stellt die Betroffenen, das Gesundheitssystem und die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Eine große Chance liegt darin, chronischen Krankheiten vorzubeugen, sie frühzeitig zu erkennen bzw. ihren Verlauf abzumildern. Da unterschiedliche chronische Volkskrankheiten die gleichen oder ähnliche Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum aufweisen, können durch identische Präventionsmaßnahmen gleichzeitig mehrere Zielerkrankungen wirksam adressiert werden.

Um die Bedürfnisse der Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen besser zu verstehen und Prävention und Therapien noch passgenauer auszurichten, wurde die Förderinitiative Gesund – ein Leben lang auf den Weg gebracht. Im Mittelpunkt steht die konsequente Ausrichtung der Forschung auf die spezifischen Belange von Kindern und Jugendlichen, arbeitenden Menschen, Männern und Frauen sowie betagten Menschen. 2016 sind zu diesen vier Bevölkerungsgruppen spezifische Ausschreibungen veröffentlicht worden.

Der Nationale Aktionsplan IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung verfolgt das Ziel, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland dauerhaft zu verbessern. Auf Basis der 2019 vorliegenden Evaluationsergebnisse wird IN FORM weiterentwickelt. Insgesamt wurden von BMG und BMEL fast 200 Projekte im Rahmen von IN FORM unterstützt. Das Thema Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen wird in einem seit 2015 bestehenden Förderschwerpunkt des BMG in den Blick genommen. Bislang konnten 30 Vorhaben initiiert werden, weitere sind in Vorbereitung (siehe Infobox Förderschwerpunkt Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen).

Das Präventionsgesetz setzt neue Impulse zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention in den Lebenswelten der Menschen, so beispielsweise in Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben und Kommunen. Um auch Menschen zu erreichen, die in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Pflege leben und arbeiten, fördert das BMG das Projekt „Qualitätsorientierte Prävention und Gesundheitsförderung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Pflege“ (QualiPEP) von 2017 bis 2021. Im Mittelpunkt stehen dabei – sowohl für die Bewohner als auch für die Beschäftigten – die Entwicklung und Sicherung von Qualitätskriterien zur Durchführung präventiver Maßnahmen in den Einrichtungen sowie die Stärkung der Gesundheitskompetenz.

Zur Steuerung und Weiterentwicklung von Maßnahmen der Prävention führt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) regelmäßig bevölkerungsweite Repräsentativerhebungen zu Wissen, Einstellungen und Verhalten sowie der Erreichbarkeit von Zielgruppen in den folgenden Themenfeldern durch: HIV/STI und sexuelle Gesundheit, Konsum legaler und illegaler Drogen, Organspende, Impfen/Hygiene sowie Glücksspiel. Die Studien sind wichtige Datenquellen für die nationale und internationale Gesundheitsberichterstattung und damit Grundlage für politisches Handeln. Über das Datenarchiv für Sozialwissenschaften (DAS, GESIS) werden die Daten Akteuren aus Forschung und Wissenschaft zur weiteren Auswertung zugänglich gemacht.

Die nationale Förderung der Ernährungsforschung ist eingebettet in die gemeinsame europäische Programmplanungsinitiative Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben JPI HDHL. Ziel des Engagements von BMBF und BMEL ist es, die nationale Förderung an einer länderübergreifenden strategischen Forschungsagenda auszurichten und die internationale Zusammenarbeit auszubauen.

Innovationen in der Versorgungsforschung

Der demografische Wandel und gesellschaftliche Veränderungen stellen das Gesundheitssystem vor neue Aufgaben. Es gilt, die Qualität der Versorgung zu verbessern und gleichzeitig das System finanzierbar zu halten. Die Versorgungsforschung liefert wissenschaftliche Erkenntnisse über den Nutzen von Leistungen, diagnostischen Verfahren, Therapien sowie rehabilitativen und pflegerischen Maßnahmen. Sie beschreibt und analysiert Versorgungsrealitäten und entwickelt Ansätze, diese zu verbessern.

Im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung ist die Versorgungsforschung mit einem eigenen Aktionsfeld vertreten; die Bundesregierung investiert hier von 2015 bis 2018 rund 50 Mio. Euro. Mit dem Ziel einer anwendungsnahen Versorgungsforschung wird seit Herbst 2016 neben Studien der Strukturaufbau in der Versorgungsforschung gefördert, dazu gehören Kooperationsnetze und Nachwuchsgruppen. Eine Maßnahme zum Aufbau modellhafter patientenbezogener Register für die Versorgungsforschung startete mit der Förderung 2017. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Förderung von Forschung zur Palliativversorgung. Hierfür sollen in den Jahren 2017 bis 2020 im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel 13 Mio. Euro für Forschungsprojekte und zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses bereitgestellt werden. Die Zentren der gesundheitsökonomischen Forschung beschäftigen sich u. a. mit Nutzen und Kosten von Behandlungen. Die zweite Förderrunde startete 2016. Die deutsche Altersmedizin und die Alternsforschung werden ab 2018 durch die Einrichtung von Nachwuchsgruppen unterstützt. Zudem wird die Forschung an neu eingerichteten Lehrstühlen oder selbstständigen Abteilungen für Geriatrie oder Gerontologie voraussichtlich ab 2019 gefördert.

Über die Ressortforschung des BMG werden ergänzende Maßnahmen initiiert. Sie sollen die Arzneimittelversorgung verbessern, die Qualität der medizinischen Versorgung sichern, Therapieempfehlungen evidenzbasiert überprüfen und diese an den aktuellen Stand der Wissenschaften anpassen. Das nutzt auch Pflegebedürftigen. Es dient zudem der Versorgung und Rehabilitation von Personen mit psychischen Erkrankungen. Zu Suchterkrankungen, die viele Menschen in Deutschland betreffen, fördert das BMG zahlreiche Projekte und Studien zur Verbesserung der Versorgung in den Handlungsfeldern Prävention, Beratung und Behandlung sowie Rehabilitation. Im Rahmen der Ressortforschung werden ethische Aspekte des demografischen Wandels sowie der Digitalisierung im Gesundheitswesen untersucht. Um die Gesundheits- und Patientenkompetenz zu verbessern, wird im Rahmen der Allianz für Gesundheitskompetenz ein Konzept für ein Nationales Gesundheitsportal im Internet erarbeitet, das den Bürgerinnen und Bürgern Informationen zur Verfügung stellen soll, die qualitätsgesichert, leicht verständlich und nicht kommerziell geprägt sind.

Der Gemeinsame Bundesausschuss als oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland ist 2015 beauftragt worden, einen Innovationsfonds einzurichten. Mit diesem neuen Instrument werden von 2016 bis 2019 neue Versorgungsformen mit jährlich 225 Mio. Euro und Versorgungsforschung mit jährlich 75 Mio. Euro gefördert. Die Förderung zu den 2016 und 2017 veröffentlichten Förderbekanntmachungen hat Ende 2016 bzw. Ende 2017 begonnen. Für die Jahre 2018 und 2019 sind weitere Förderbekanntmachungen geplant.

Versorgungsforschung

Versorgungsforschung untersucht, beschreibt, erklärt und evaluiert die Kranken- und Gesundheitsversorgung und ihre Rahmenbedingungen im Alltag. Auf dieser Grundlage können neue Versorgungskonzepte entwickelt werden. Die Versorgungsforschung wendet ein breites Methodenspektrum an. Dazu gehören u. a. qualitative und quantitative Studien, teilweise unter Nutzung von Sekundärdaten und Registern. Die Versorgungsforschung verknüpft zahlreiche Disziplinen, beispielsweise die Rehabilitationswissenschaften, die Präventions- und Pflegeforschung, die Forschung zur allgemeinmedizinischen Versorgung und die Gesundheitsökonomie.

Forschung für die Gesundheitswirtschaft

Die Gesundheitswirtschaft umfasst die Erstellung und Vermarktung aller Waren und Dienstleistungen, die dazu beitragen, die menschliche Gesundheit wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Um den Beitrag der Gesundheitswirtschaft für die Wertschöpfung und das Beschäftigungswachstum in Deutschland zu bemessen, lässt das BMWi seit mehreren Jahren regelmäßig die Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) erstellen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft in den letzten zehn Jahren stabil gewachsen ist, deutlich stärker als die der Gesamtwirtschaft.

Die Förderaktivitäten richten sich maßgeblich an Pharma-, Medizintechnik- und Biotechnologieunternehmen, von denen in Deutschland die größte Dynamik in der Branche ausgeht. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen können die oftmals hohen Anfangsinvestitionen innovativer gesundheitswirtschaftlicher Forschung mithilfe flankierender Förderprogramme besser stemmen und werden daher in der Entwicklung neuer Wirkstoffe, Verfahren, Techniken und Anwendungen beispielsweise mit der Fördermaßnahme KMU-innovativ: Medizintechnik unterstützt.

Arzneimittelentwicklung ist Aufgabe der Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Im ressortübergreifenden Pharmadialog der Bundesregierung mit Industrie, Wissenschaft und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie wurde die Verbesserung des Transfers von Forschungsergebnissen in die Anwendung als wesentliches Ziel definiert. Mit der Nationalen Wirkstoffinitiative will die Bundesregierung vor allem die Wirkstoffforschung zu Infektionskrankheiten stärken und die Entwicklung neuer Medikamente fördern. Ab 2017 sind für vier Jahre im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel 21 Mio. Euro für die Wirkstoffforschung vorgesehen. 2017 hat das BMBF zwei Fördermaßnahmen zu den Themen Targetvaliderung für die pharmazeutische Wirkstoffforschung und Diagnostika und neuartige Therapien zur Behandlung bakterieller Infektionen auf den Weg gebracht. Weitere Förderrichtlinien sind geplant.

Zur Förderung der pharmazeutischen Forschung engagiert sich das BMBF gemeinsam mit europäischen Partnern für die Umsetzung der European Infrastructure of Open Screening Platforms for Chemical Biology (EU-OPENSCREEN). Ziel dieser Infrastruktur wird sein, biologisch aktive Substanzen unter hohen Qualitätsstandards zu charakterisieren und für die Entwicklung innovativer Arzneistoffe nutzbar zu machen. Sie wird 2018 ihre Arbeit aufnehmen. Im Sinne einer optimalen Gesundheitsversorgung ist es unerlässlich, dass Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Arzneimitteln gewährleistet sind. Hierzu tragen das BMG, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dezidiert bei (siehe auch Organisationenband).

Darüber hinaus hat das BMG gemeinsam mit der Ärzte- und Apothekerschaft sowie weiteren Beteiligten den Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit fortgeführt. In diesem Rahmen wurden und werden zahlreiche Forschungsprojekte initiiert.

Als Reaktion auf die Handlungsempfehlungen aus dem Nationalen Strategieprozess Innovationen in der Medizintechnik hat das BMBF Mitte 2016 das Fachprogramm Medizintechnik veröffentlicht. Damit wird die Forschungs- und Förderstrategie, gegliedert nach den fünf Handlungsfeldern Patientennutzen, Innovationstreiber, Mittelstand, Innovationsprozesse und Innovationssystem, für zehn Jahre festgeschrieben. Die Innovationspolitik wird sich stärker am medizinischen und pflegerischen Versorgungsbedarf ausrichten und soll dabei helfen, dass die Branche schneller zielgerichtete Innovationen zum Wohle der Patientinnen und Patienten hervorbringt. Das Fachprogramm verfolgt einen ganzheitlichen Förderansatz, beginnend mit der Erforschung zentraler Schlüsseltechnologien sowie Produktionstechnologien für den medizintechnischen Bereich (siehe auch III 1.1 Digitalisierung und Schlüsseltechnologien sowie III 1.3 Arbeit, Produktion und Dienstleistung) bis hin zur Förderung von versorgungsorientierten Innovationen, und adressiert dabei insbesondere die Innovationstreiber Digitalisierung und Versorgung. Mit entsprechenden Fördermaßnahmen, einschließlich derer für den klinischen Bereich, und der engen Vernetzung von Industrie und Wissenschaft soll für die Zukunft sichergestellt werden, dass innovative Versorgungslösungen aus Forschung und Entwicklung schneller als bisher die Menschen erreichen. So fördert das BMBF mit Innovationsbeihilfen für KMU erstmals klinische Studien für die Konformitätsbewertung von Medizinprodukten und stärkt dadurch die Innovationskraft der Medizintechnikbranche. Für die Umsetzung des Fachprogramms Medizintechnik sind bis 2021 im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel bis zu 240 Mio. Euro vorgesehen. Zusätzlich sind für die Erforschung von Schlüsseltechnologien im Anwendungsfeld Medizintechnik von 2016 bis 2020 im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel rund 200 Mio. Euro eingeplant.

Das BMWi fördert beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Entwicklungen in der Medizinrobotik, die inzwischen international Beachtung finden. Hier werden Systeme für robotische Chirurgie, bionische Robotiksysteme, Rehabilitationsrobotik, robotische Prothesen und gedankengesteuerte Assistenzsysteme entwickelt.

Methoden- und Strukturentwicklung in den Lebenswissenschaften

Die Fortschritte der medizinischen Forschung haben Gesundheit und Lebenserwartung der Menschen bereits deutlich verbessert. Mit der zunehmenden Lebenserwartung steigt aber auch die Zahl der Menschen, die an Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-, rheumatischen, Lungen- oder neurodegenerativen Erkrankungen leiden. Die meisten dieser Erkrankungen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu zählen verhaltensbedingte Faktoren und Umwelteinflüsse ebenso wie individuelle genetische und physiologische Vorgänge im Menschen. Deshalb kommt der Primärprävention steigende Bedeutung zu. Die „klassische Medizin“ betrachtet meist nur einzelne Faktoren und kann das zugrunde liegende dynamische System nicht in seiner Gänze erfassen. Die Entwicklung hochinnovativer Präventions-, Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten, die das komplexe Zusammenspiel von Faktoren in Gesunderhaltung und Krankheitsgeschehen berücksichtigen, gelingt nur durch fächerübergreifende Zusammenarbeit. Hier müssen Biologie, Medizin, Mathematik und Informationstechnik intensiv kooperieren. Dies erfordert neue Forschungsinfrastrukturen und neue methodische Ansätze.

Die Systemmedizin ist ein relativ junger Forschungsansatz, der auf die Komplexität des menschlichen Organismus und seiner Erkrankungen ausgerichtet ist. Hier werden Daten aus so unterschiedlichen Bereichen wie Genomsequenzen, medizinischer Bildgebung und individuellen Krankengeschichten gesammelt, miteinander verknüpft und analysiert. Das BMBF fördert seit 2012 mit dem Forschungs- und Förderkonzept e:Med – Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin den Aufbau dieses Forschungsfeldes in Deutschland. Das Förderkonzept enthält Maßnahmen zur biomedizinischen Grundlagenforschung, zur Übertragung von Ergebnissen in die klinische Anwendung, zur Nachwuchsförderung und zur internationalen Kooperation. Für das 2012 gestartete und zunächst auf acht Jahre angelegte Förderkonzept e:Med hat das BMBF im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel rund 200 Mio. Euro Fördermittel vorgesehen.

Die Erhebung großer Datenmengen sowie ihre Verknüpfung und Analyse sind entscheidende Voraussetzungen für die Systemmedizin. Neue Forschungszentren wie das Zentrum für strukturelle Systembiologie in Hamburg (CSSB) und das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) tragen effektiv dazu bei, systemmedizinische Forschungsergebnisse schneller in wirkungsvolle Therapien zu überführen. Umgekehrt ermöglichen sie der Forschung, klinische Beobachtungen frühzeitig zu berücksichtigen. Zentren wie das CSSB und das BIG stärken die Systemmedizin, indem sie international herausragende Forscherinnen und Forscher rekrutieren und helfen, dringend notwendige (Daten-)Infrastrukturen und Technologieplattformen auf- und auszubauen.

Die European Molecular Biology Conference (EMBC) mit Sitz in Heidelberg hat das Ziel, die molekularbiologische Forschung zum Wohl der Menschheit voranzutreiben und weiterzuentwickeln. Sie ist eine internationale Organisation, die den Rahmen für Kooperationen in der Molekularbiologie schafft und durch internationale Konferenzen, Kurse und Workshops den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Disziplinen fördert. Die EMBC ist eine wichtige Säule für die Ausbildung und umfassende Förderung europäischer Talente sowie modernster Herangehensweisen in der Molekularbiologie. Mit der Umsetzung wurde die European Molecular Biology Organization (EMBO) beauftragt. Die EMBO hat als Vereinigung der europäischen Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher mehr als 1.700 Mitglieder, die auf Grundlage wissenschaftlicher Exzellenz aufgenommen werden.

Das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) mit Sitz in Heidelberg ist eine der weltweit führenden biomedizinischen Forschungseinrichtungen der Grundlagenforschung. Das EMBL ist eine internationale Institution mit Völkerrechtsstatus, die zurzeit von 23 Mitgliedstaaten getragen wird. Deutschland ist Gründungsmitglied. Die zunehmende Internationalisierung der biomedizinischen Forschung spiegelt sich auch in der Eröffnung eines neuen Laboratoriums in Spanien wider. Deutschland übernimmt mit mehr als 20 Mio. Euro ein Fünftel des EMBL-Haushalts und ist damit der Hauptbeitragszahler.

Die Forschungsinfrastruktur Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure (BBMRI) ist eine verteilte Forschungsinfrastruktur, die europaweit den Zugang zu biologischen Daten und Proben ermöglicht. Über ein zentrales Suchportal können Forschende aus dem akademischen und dem industriellen Bereich diese wertvollen Ressourcen nutzen. Der Zugang zu den Daten und Proben ermöglicht Innovationen in der personalisierten Medizin sowie die Entwicklung von Biomarkern, Diagnostika und Therapeutika. Zur Verbesserung der Qualität der Daten und Proben etablieren die BBMRI-Partner gemeinsame Standards.

Das vom BMBF geförderte Forschungsfeld Computational Neuroscience liefert experimentelle Daten sowie die theoretische Basis, um Prinzipien und Dynamik unseres Nervensystems verstehen zu können. Forschende aus den experimentellen Neurowissenschaften, der Informatik, den mathematisch-physikalischen Wissenschaften, den Ingenieurwissenschaften und weiteren Disziplinen arbeiten in einem interdisziplinären Ansatz zusammen.

Die Medizininformatik ist die Wissenschaft der systematischen Erschließung, Verwaltung, Aufbewahrung, Verarbeitung und Bereitstellung von Daten, Informationen und Wissen in der Medizin und im Gesundheitswesen. Die Bundesregierung setzt seit 2016 mit einem eigenständigen Förderkonzept zur Medizininformatik Akzente in diesem Zukunftsfeld. Durch den Austausch und die Nutzung von Forschungs- und Versorgungsdaten über Institutionen und Standorte hinweg soll zu einer Verbesserung der Forschungsmöglichkeiten und der Patientenversorgung beigetragen werden (siehe Infobox Das Förderkonzept Medizininformatik – Daten vernetzen, Gesundheitsversorgung verbessern).

Bioethik

Die Lebenswissenschaften tragen wesentlich zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen bei. Die Bekämpfung von Volkskrankheiten und eine zukunftssichere Landwirtschaft gehören dazu. Neue technologische Möglichkeiten werfen aber auch gesellschaftliche und regulative Fragen auf, die den einzelnen Menschen oder unsere Gesellschaft insgesamt betreffen können. Solche Fragen müssen diskutiert werden, um die Chancen der Lebenswissenschaften zu nutzen und gleichzeitig gesellschaftliche Herausforderungen frühzeitig zu adressieren.

Die Forschung zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten (ELSA) der modernen Lebenswissenschaften liefert wissenschaftliche Grundlagen zu möglichen Auswirkungen lebenswissenschaftlicher Forschung und zum Umgang mit deren Chancen und Risiken. Ihre Ergebnisse können Grundlagen sein für den gesellschaftlichen Diskurs, für Forschung und Entwicklung, ärztliches Handeln und für Entscheidungen der Politik oder des Gesetzgebers. Das BMBF unterstützt diese Forschungsrichtung seit 1997 über einen eigenständigen Förderschwerpunkt. Hierfür sind derzeit rund 4,5 Mio. Euro jährlich vorgesehen.

In nationalen und internationalen Forschungs- sowie Diskursprojekten und Klausurwochen wird ein breites Spektrum an aktuellen und künftigen Fragen beforscht, der Nachwuchs gefördert und der Austausch zwischen Forschung und Gesellschaft unterstützt. Für die ELSA-Forschung ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Akteuren der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Lebenswissenschaften sowie der Öffentlichkeit notwendig. Diese stellt sicher, dass die ELSA-Forschung auf dem aktuellen Stand lebenswissenschaftlicher Forschung basiert und dass Lösungsansätze unter Einbeziehung aller erforderlichen Fachdisziplinen und Personenkreise erarbeitet werden.

Chancen und Risiken der Genom-Editierung

Die Methoden der Genom-Editierung revolutionieren die molekularbiologische Forschung. Ihre Werkzeuge, beispielsweise die „Gen-Schere“ CRISPR-Cas, können Gene einfach und zielgenau schneiden. Genome von Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und des Menschen lassen sich damit sehr präzise verändern. Dadurch eröffnen sich Erfolg versprechende Anwendungsperspektiven, wie beispielsweise die Herstellung von Mikroorganismen für die Antibiotikaproduktion oder die schnellere und kostengünstigere Züchtung widerstandsfähiger Pflanzen. Beim Menschen erweitert die Genom-Editierung das Spektrum denkbarer genbasierter Therapiemöglichkeiten, z. B. bei Krebserkrankungen.

Chancen und Risiken der Genom-Editierung in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen müssen sorgfältig abgewogen werden. Daneben stellt sich im Einzelfall auch die Frage nach der Anwendbarkeit des Gentechnikrechts. Im Bereich der gesundheitsbezogenen Anwendungen gelten Veränderungen von Genen an Körperzellen des Menschen weitgehend als ethisch und rechtlich unbedenklich. Veränderungen von Keimbahnzellen bei Menschen, bei denen die Veränderungen an die nachfolgende Generation weitergegeben werden können, werfen hingegen grundsätzlich ethische und rechtliche Fragen auf. Die internationale Forschungsgemeinschaft diskutiert die vertretbaren Grenzen ihres Handelns. In Deutschland gilt nach dem Embryonenschutzgesetz ein umfassendes Verbot von Keimbahninterventionen und verbrauchender Embryonenforschung.

Seit 2016 fördert das BMBF über die ELSA-Forschung unterschiedliche Formate der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und des gesellschaftlichen Diskurses zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der Genom-Editierung. In den interdisziplinären Projekten arbeiten Akteure der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Lebenswissenschaften und der Öffentlichkeit eng zusammen. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Analysen zu den gesellschaftlichen Implikationen der Anwendung der Genom-Editierung bei Pflanzen, Tieren und beim Menschen vorzulegen.

Gesundheitsforschung in internationaler Kooperation

Internationale Zusammenarbeit erzeugt Synergien für den medizinischen Fortschritt. Forschungsinfrastrukturen können in internationaler Arbeitsteilung aufgebaut und genutzt werden. Die Bundesregierung stärkt die Internationalisierung der Gesundheitsforschung durch Beteiligung an internationalen Forschungsinitiativen, Hilfe beim Aufbau von Forschungsinfrastrukturen, Ausbildung und Wissenstransfer, sie verbindet Forschende und Institutionen über Grenzen hinweg und treibt die internationale Koordinierung von Forschungsprogrammen voran (siehe auch IV 3 Weltweite Zusammenarbeit).

Drängende Probleme bei verschiedenen Krankheiten betreffen alle europäischen Länder. Und viele Probleme in der Forschung lassen sich besser in internationalen Kooperationen lösen, so beispielsweise der Zugang zu genügend Biomaterialien und Probanden für Studien.

Chancen und Risiken der Genom- Editierung

Die Methoden der Genom-Editierung revolutionieren die molekularbiologische Forschung. Ihre Werkzeuge, beispielsweise die „Gen-Schere“ CRISPR-Cas, können
Gene einfach und zielgenau schneiden. Genome von Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und des Menschen lassen sich damit sehr präzise verändern. Dadurch eröffnen sich Erfolg versprechende Anwendungsperspektiven, wie beispielsweise die Herstellung von Mikroorganismen für die Antibiotikaproduktion oder die schnellere und kostengünstigere Züchtung widerstandsfähiger Pflanzen. Beim Menschen erweitert die Genom-Editierung das Spektrum denkbarer genbasierter Therapiemöglichkeiten, z. B. bei Krebserkrankungen.

Chancen und Risiken der Genom-Editierung in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen müssen sorgfältig abgewogen werden. Daneben stellt sich im Einzelfall auch die Frage nach der Anwendbarkeit des Gentechnikrechts. Im Bereich der gesundheitsbezogenen Anwendungen gelten Veränderungen von Genen an Körperzellen des Menschen weitgehend als ethisch und rechtlich unbedenklich. Veränderungen von Keimbahnzellen bei Menschen, bei denen die Veränderungen an die nachfolgende Generation weitergegeben werden können, werfen hingegen grundsätzlich ethische und rechtliche Fragen auf. Die internationale Forschungsgemeinschaft diskutiert die vertretbaren Grenzen ihres Handelns. In Deutschland gilt nach dem Embryonenschutzgesetz ein umfassendes Verbot von Keimbahninterventionen und verbrauchender Embryonenforschung.

Seit 2016 fördert das BMBF über die ELSA-Forschung unterschiedliche Formate der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und des gesellschaftlichen Diskurses zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der Genom-Editierung. In den interdisziplinären Projekten arbeiten Akteure der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Lebenswissenschaften und der Öffentlichkeit eng zusammen. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Analysen zu den gesellschaftlichen Implikationen der Anwendung der Genom-Editierung bei Pflanzen, Tieren und beim Menschen vorzulegen.

Deshalb haben sich das BMBF sowie Förderorganisationen der meisten EU-Mitgliedstaaten und weiterer Länder zusammen mit der Europäischen Kommission auf gemeinsame transnationale Ausschreibungen über das neue Instrument ERA-Net Cofund geeinigt. Diese Förderbekanntmachungen adressieren momentan Forschungsfragen zu neurologischen, onkologischen, kardiovaskulären und seltenen Erkrankungen, zu Antibiotikaresistenzen sowie zum Einfluss des Lebensstils auf die Entstehung von Krankheiten.

Vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten müssen dringend erforscht werden. Die wiederholten Ebola-Epidemien haben gezeigt, dass die Prävention gegen Pandemien eine globale Aufgabe ist. 2017 haben die G20-Gesundheitsministerinnen und -minister zum ersten Mal zu Themen der globalen Gesundheit beraten (siehe Infobox G20-Partnerländer übernehmen gemeinsam Verantwortung für die globale Gesundheit). Auf der Agenda der G7-Forschungsministerinnen und -minister stand das Thema bereits 2015.

Das BMBF hat seine aktualisierte Forschungsstrategie Forschung für die globale Gesundheit bereits 2015 veröffentlicht. Seit 2016 fördert es auch fünf deutsch-afrikanische Forschungsnetzwerke für Gesundheitsinnovationen in Subsahara-Afrika, die von den afrikanischen Partnern koordiniert und inhaltlich ausgerichtet werden. Unterstützt wird die Forschung zu Tuberkulose, zu vernachlässigten Tropenkrankheiten wie Zystizerkose und lymphatischer Filariose sowie zu Infektionskrankheiten unbekannten Ursprungs durch den Aufbau von personellen und strukturellen Kapazitäten. Gesundheitsforschungsnetze sind ein Bindeglied zwischen Forschung, Lehre und Versorgung.

Das BMG fördert mit dem Global Health Protection Programme seit 2016 Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitssicherheit vor allem in Afrika und Südosteuropa im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 20 Mio. Euro (Laufzeit 2016–2020). Wissenstransfer und Ausbildung sind feste Bestandteile der Projekte des Programms. Ziel ist die Stärkung der lokalen Fähigkeiten zur Prävention, schnellen Erkennung und effektiven Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen. An diesem Programm sind in Deutschland das Robert Koch-Institut (RKI), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm), das Paul-Ehrlich-Institut als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI) und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) beteiligt.

Seit 2017 beteiligt sich das BMBF für die Bundesregierung an der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), einer gemeinschaftlichen Initiative mehrerer Regierungen und von Stiftungen. Mit CEPI sollen Impfstoffe gegen Krankheiten entwickelt werden, von denen eine Pandemie ausgehen kann. Grundlage bildet eine Prioritätenliste der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Ein weiterer Fokus der internationalen Kooperation in der Gesundheitsforschung liegt in der wirksamen Bekämpfung von weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenzen. Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) haben BMG, BMBF und BMEL 2015 einen überarbeiteten nationalen Aktionsplan mit Maßnahmen zur Eindämmung von Antibiotikaresistenzen vorgelegt. Jährliche Zwischenberichte informierten über den Stand der Umsetzung. Schwerpunkte der DART 2020 sind der Einsatz von Antibiotika an der Schnittstelle zwischen Human- und Tiermedizin (One-Health-Ansatz) und die stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung. Antibiotikaresistenzen waren auch ein Schwerpunkt bei den G20-Beratungen.

Die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der G20 haben sich im Juli 2017 in Hamburg für die Schaffung einer neuen globalen Plattform für die Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung zu antimikrobiellen Resistenzen (Global AMR R&D Hub) ausgesprochen. Hauptziel des Hubs ist es, übergreifende Empfehlungen zu erarbeiten, um eine effiziente, unter den Mitgliedern abgestimmte Verwendung der verfügbaren Fördermittel für Forschung und Entwicklung zu AMR zu ermöglichen. Dabei wird der Hub mit bereits bestehenden Forschungsinitiativen im AMR-Bereich eng zusammenarbeiten. Der Hub soll zu einer Erhöhung der Gesamtinvestitionen im Bereich Forschung und Entwicklung zu AMR führen.

Das BMG hat im Oktober 2016 internationale Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft, Human- und Tiermedizin sowie Pharmaindustrie und Zulassungsbehörden zum Ersten globalen Expertennetzwerktreffen zu Antibiotika-Resistenzen in Berlin eingeladen. Diskutiert wurden unter anderem Anreizmechanismen für die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika sowie der One-Health-Ansatz. Ziel der Veranstaltungen war es, die Expertinnen und Experten besser zu vernetzen und die Bemühungen im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen zu bündeln und voranzutreiben.

Das BMG hat sich der Patientensicherheit weltweit angenommen. Der damalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe war Gastgeber des Zweiten internationalen Ministergipfels zur Patientensicherheit im März 2017 in Bonn. Über 300 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter sowie Expertinnen und Experten aus Politik, Medizin und Wissenschaft aus über 40 Ländern und internationalen Organisationen, darunter der WHO, haben über Verbesserungen der Patientensicherheit beraten.

Strahlenschutz

Bürgerinnen und Bürger sind in ihrem Alltag verschiedenen Formen von Strahlung ausgesetzt. Forschung zu potenziellen Gefahren und den biologischen Auswirkungen dieser Strahlenexpositionen auf Mensch und Umwelt schafft die Grundlage für einen an dem neusten Stand von Wissenschaft und Technik orientierten Strahlenschutz. Sie ist von zentraler Bedeutung bei der Risikobeurteilung und damit unerlässlich für die vorbeugende Gefahrenabwehr. Die Forschungsförderung von BMBF und BMU stellt sicher, dass das bestehende hohe wissenschaftliche Niveau der Strahlenschutzforschung in Deutschland langfristig gewahrt bleibt (siehe Infobox Kompetenzverbund Strahlenforschung).

Das BMBF fördert im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung Projekte zu biologischen, biochemischen, medizinischen und radioökologischen Fragestellungen der Strahlenforschung. Der Fokus liegt hierbei auf der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, um das hohe wissenschaftliche Niveau langfristig zu sichern und den zukünftigen Bedarf an kompetenten Fachleuten zu decken.

Der Ressortforschungsplan des BMU sichert die fachlichen Grundlagen der Ressortaufgabe Strahlenschutz. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) vergibt und betreut die Themen in einzelnen Projekten. Der Ressortforschungsplan 2017 sieht Forschungsbedarf in folgenden Feldern: natürliche Strahlenexposition, Strahlenschutztechnik, Strahlenbiologie, medizinische Strahlenexposition, Radioökologie, Notfallschutz und nicht ionisierende Strahlung. Die Forschungsergebnisse sind Grundlage für rechtliche Regelungen und Fachaufgaben des BMU im Strahlenschutz.

Ernährung

Die Bundesregierung fördert eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit sicheren Lebensmitteln sowie den Ausbau von Ernährungsinformation und Ernährungsbildung. Die Ernährungsforschung erforscht und erprobt sinnvolle Wege, wie jeder Einzelne Krankheiten gezielt vorbeugen und so gesund bleiben kann. Sie untersucht das Ernährungsverhalten, liefert Ernährungsinformationen und soll die Produkt- und Prozessqualität der Herstellung von Lebensmitteln verbessern. Das BMEL unterhält mehrere Ressortforschungseinrichtungen und weitere forschungsbezogene Einrichtungen, die Projekte durchführen (siehe auch Organisationenband).

Der Forschungsplan des BMEL konkretisiert den Forschungsbedarf für die nächsten Jahre. Das Innovationsprogramm adressiert die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln in einem eigenen Förderschwerpunkt. Das BMBF führt komplementäre Forschungsförderung im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung und im nationalen Aktionsplan Präventions- und Ernährungsforschung durch und trägt damit der gestiegenen Bedeutung der Prävention Rechnung. Es generiert damit Basiswissen für den Ausbau und die Optimierung von wissenschaftlich fundierten Präventionsstrategien gegen ernährungsassoziierte Erkrankungen. Dies ist eingebettet in einen gemeinsamen europäischen Strategieprozess zur Verbesserung der Ernährung und der Gesundheit der Bevölkerung. Durch die seit 2015 vom BMBF geförderten nationalen Kompetenzcluster der Ernährungsforschung wird in Deutschland eine leistungsstarke und anwendungsorientierte Forschungslandschaft aufgebaut (siehe Infobox Kompetenzcluster der Ernährungsforschung).

Gesundheitlicher und wirtschaftlicher Verbraucherschutz

Ziel der Forschung zum gesundheitlichen Verbraucherschutz ist die Verbesserung der Lebensmittel- und Produktsicherheit. Wege sind zum einen die Bekämpfung von Zoonosen und die Vermeidung von Rückständen, zum anderen die Sicherung und Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität zur Herstellung von Lebens- und Futtermitteln. Forschung zum wirtschaftlichen Verbraucherschutz dient u. a. der Verbesserung der Transparenz und der Informationsmöglichkeiten für Konsumentinnen und Konsumenten.

Das seit 2012 laufende Programm zur Innovationsförderung des BMEL adressiert Forschungsbedarfe in der Verbesserung der Qualitätsmanagementsysteme in der Vieh- und Fleischwirtschaft und in der Verringerung von Allergierisiken durch Lebensmittel, Kosmetik und Pflegemittel. Das BMEL arbeitet hierfür eng mit Forschungseinrichtungen wie dem Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesinstitut für Risikobewertung und dem Max-Rubner-Institut zusammen (siehe auch III 1.2 Nachhaltigkeit, Klima und Energie).

Das BMJV kümmert sich um Fragen des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes, u. a. in den Themenfeldern digitale Welt und Finanzmarkt (siehe auch III 4 Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen). Das BMJV fördert den Verbraucherschutz, die Information und die Bildung der Verbraucher und unterstützt die Verbraucherforschung mit der Geschäftsstelle des Netzwerks Verbraucherforschung sowie im Bereich politischer Beratung die Geschäftsstelle des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen. Das BMI ist mit dem digitalen Verbraucherschutz und der IT-Sicherheit befasst (siehe auch III 1.6 Sicherheit).