Gesellschaft und Bildung

Zukünftige und aktuelle Herausforderungen erhöhen den Bedarf an Wissen über kulturelle, soziale und wirtschaftliche Strukturen und Entwicklungen. Deshalb investiert die Bundesregierung in Forschungsprojekte im Bildungswesen, in den Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, zur Nachhaltigkeit, zum demografischen Wandel und zur Inklusion und fördert die Integration durch Bildung.

Bildung in jedem Lebensalter beeinflusst die Chancen der Menschen, ihre individuellen Fähigkeiten zu entfalten, ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen und an der Gesellschaft teilzuhaben. Im Sinne einer zukunftsorientierten Bildungspolitik fördert die Bundesregierung internationale Bildungsstudien und die empirische Bildungsforschung. Außerdem unterstützt sie Bildung für nachhaltige Entwicklung und die kulturelle Bildung, die Forschung an Museen und den Auf- und Ausbau von Infrastrukturen im Bildungs- und Forschungsbereich. Nicht zuletzt setzt sich die Bundesregierung für die Umsetzung von Inklusion entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention ein. In der weiterführenden Bildung stehen Aktivitäten zum Übergang in das Ausbildungssystem und deren Begleitforschung im Mittelpunkt. Im Hochschulbereich engagiert sich die Bundesregierung mit einer breiten Projektförderung.

Forschung trägt zur Verbesserung der Lebensqualität und der gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen bei. In der Forschungsagenda der Bundesregierung für den demografischen Wandel Das Alter hat Zukunft werden die Forschungsprogramme der Bundesressorts gebündelt und konsequent auf die Herausforderungen des demografischen Wandels ausgerichtet.

Die Bundesregierung fördert die Chancengerechtigkeit, um das Potenzial von Frauen in der Wissenschaft und für den digitalen Wandel besser auszuschöpfen, ihre Beteiligung an der EU-Forschung zu erhöhen sowie ihren Anteil an Spitzenfunktionen in Wissenschaft und Forschung zu steigern.

Sport ist als Spitzen-, Breiten- oder Freizeitsport für die Gesellschaft von großer Bedeutung. Der Bund ist grundsätzlich für die Förderung des Spitzensports zuständig. Für die gesellschaftliche Integration leisten der Sport und die sportwissenschaftliche Forschung einen wichtigen Beitrag.

Bildungsmonitoring

Bund und Länder engagieren sich im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe (Art. 91b Abs. 2 GG) Bildungsmonitoring. Übergreifende nationale Bildungsberichterstattung und die Teilnahme an internationalen Bildungsvergleichsstudien gehören dazu. Entwicklungen und wesentliche Veränderungen in der Bildung werden so frühzeitig erfasst und neue Herausforderungen identifiziert. Durch die Bereitstellung evidenzbasierter Informationen trägt das Bildungsmonitoring zur Sicherung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Qualität des Bildungswesens in Deutschland bei.

Für den nationalen Bildungsbericht werden systematisch Daten des Bildungswesens ausgewertet. Indikatorengestützt dokumentiert der Bericht die Entwicklungen in allen Bildungsbereichen und über die Bildungsetappen hinweg. Zu einem wechselnden Schwerpunktthema finden darüber hinaus datenbasiert umfangreiche Analysen statt. Schwerpunkt des nächsten nationalen Bildungsberichts, der 2018 erscheint, sind Wirkungen und Erträge von Bildung. Der Bildungsbericht wird von unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erarbeitet und von Bund und Ländern gefördert.

Die internationalen Vergleichsstudien

  • IGLU – Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (International Association for the Evaluation of Educational Achievement, IEA),
  • TIMSS – Trends in International Mathematics and Science Study (IEA),
  • PISA – Programme for International Student Assessment (OECD),
  • ICILS – International Computer and Information Literacy Study (IEA),
  • PIAAC – Programme for the International Assessment of Adult Competencies (OECD)

ermitteln vornehmlich die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern sowie von Erwachsenen in verschiedenen Bereichen. Mit dem Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) fördern Bund und Länder eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung für international vergleichendes Bildungsmonitoring. Aufgaben des Instituts sind z. B. die Planung, Durchführung und Auswertung der PISA-Studien in Deutschland. Das BMBF fördert darüber hinaus Forschungsprojekte, die an die Bildungsberichterstattung und die internationalen Assessments anschließen.

Empirische Bildungsforschung

Entsprechend der enormen Bedeutung von Bildung für die Gesellschaft ist es erforderlich, qualitativ hochwertige Bildungsangebote bereitzustellen. Hierfür müssen die Stärken und Schwächen des Bildungssystems sichtbar gemacht werden. Bildungsforschung trägt dazu bei, indem sie Bildungsprozesse beobachtet, beschreibt und analysiert und darüber hinaus Erkenntnisse über Wirkmechanismen gewinnt. Sie liefert eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Verbesserung und Weiterentwicklung des Bildungswesens.

Das Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung wurde im Juli 2017 durch das neue Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung abgelöst. Die Bunderegierung fördert nunmehr Bildungsforschung in vier zentralen Handlungsfeldern: Bildungsgerechtigkeit verbessern, mit Vielfalt umgehen, Qualität im Bildungswesen fördern sowie die technologische Entwicklung gestalten und nutzen. Eine drängende bildungspolitische und gesellschaftliche Frage ist u. a., wie erfolgreiches Lernen in einer zunehmend heterogenen Gesellschaft gelingen kann. Weitere Themen sind etwa Forschungsfragen zur sprachlichen Bildung, zu Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten, zur Inklusion, zur frühen oder auch zur kulturellen Bildung. Hier liefert das Programm wichtige Erkenntnisse. Daten, die in diesen und anderen Forschungsfeldern entstanden sind und künftig entstehen, werden in einem Zusammenschluss von Forschungsdatenzentren, dem Verbund Forschungsdaten Bildung, gesichert und – wo sinnvoll – zur Nachnutzung bereitgestellt. Dies eröffnet Chancen für Bildungsforscherinnen und -forscher. Neue Forschungspotenziale lassen sich erschließen, Daten und Ergebnisse können besser verglichen werden, und es kann ressourcenschonend gearbeitet werden.

Ein wichtiges Ziel dieses Programms ist der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Dabei kommt dem Dialog und der Kooperation von Wissenschaft und Praxis eine große Bedeutung zu. Die Ergebnisse dieser Forschung werden der interessierten Fachöffentlichkeit regelmäßig in der Tagungsreihe „Bildungsforschung 2020“ präsentiert und mit Akteuren aus der Wissenschaft, Administration, Bildungspraxis und den Medien im Hinblick auf ihre Praxisrelevanz diskutiert.

Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung (BRISE)

Das BMBF fördert mit BRISE ein Forschungsprojekt für mehr Chancengerechtigkeit in der frühen Kindheit. BRISE unterstützt Familien frühzeitig mit speziellen aufeinander aufbauenden Förderangeboten, deren Wirkung auf die Kinder wissenschaftlich untersucht wird. Insgesamt werden rund 1.000 Familien von der Geburt des Kindes bis zum Schuleintritt begleitet.

Erstmalig in Deutschland wird somit die langfristige Wirkung von Angeboten zur Förderung kognitiver, sozialer und emotionaler Kompetenzen von Kindern aus finanziell sowie sozial und kulturell benachteiligten Familien untersucht.

Das BMBF stellt zunächst 6,2 Mio. Euro über vier Jahre bereit. Unterstützt wird BRISE zudem vom Senat der Freien Hansestadt Bremen und der Jacobs Foundation.

Beispiele für diese Praxisrelevanz finden sich in konkreten Initiativen und Forschungsprojekten. Das geförderte Forschungsprojekt Entwicklung und Implementation einer Online-Plattform zur Diagnostik und Förderung von Kindern mit einer umschriebenen Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten (OnDiFoe) hat beispielsweise zum Ziel, Kinder mit Problemen beim Lesen, Schreiben und Rechnen frühzeitig und genau zu diagnostizieren, damit diese passend gefördert werden können. Hierzu sollen wissenschaftlich fundierte Diagnoseverfahren online zur Verfügung gestellt werden, aus denen pädagogische Fachkräfte dann eine passende Förderung ableiten können. Die Online-Plattform soll sehr breit zugänglich sein und dazu beitragen, dass betroffene Kinder bessere Bildungschancen erhalten.

Die Grundlage für eine gute Bildung wird bereits früh gelegt, deswegen ist Forschung zu frühkindlicher Bildung und Qualität in der pädagogischen Praxis wichtig, um allen Kindern gute individuelle Bildungschancen zu ermöglichen. So geht es in der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) darum, die Qualität der pädagogischen Arbeit in Kitas weiterzuentwickeln. Außerdem wird zur Qualitätsentwicklung für gute Bildung in der frühen Kindheit geforscht. Ein weiteres Beispiel für Forschung zu Bildungseinrichtungen ist die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG). Das wissenschaftliche Kooperationsprojekt führt vertiefende Analysen zur individuellen Förderung an Ganztagsschulen durch, sodass Lernangebote besser auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen abgestimmt werden können.

Inklusive Bildung

Inklusive Bildung – das heißt gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung – ist ein wesentliches Anliegen der aktuellen Bildungspolitik. Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) hat sich Deutschland verpflichtet, Menschen mit Behinderung die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung – von der frühkindlichen über die schulische und berufliche Bildung bis hin zur Hochschule und Weiterbildung – zu ermöglichen.

So unterstützt das BMBF durch die Förderbekanntmachung Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte für inklusive Bildung Forschungsprojekte zur Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte in allen Bildungsetappen. Hierzu zählen Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte, Hochschullehrende sowie Fachkräfte in den Bereichen der Aus-, Fort- und Weiterbildung und in der beruflichen Bildung. Die Bund-Länder-Initiative Qualitätsoffensive Lehrerbildung in Forschung, Lehre und Strukturbildung will Studierende praxisbezogen u. a. auf die Herausforderungen zunehmender Heterogenität und Inklusion im Bildungswesen vorbereiten.

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) setzt sich für ein breites Inklusionsverständnis in der Frühpädagogik ein, das die bestmögliche Teilhabe an Bildung für alle Kinder zum Ziel hat. In der dritten Phase der WiFF (2015–2018) werden insbesondere Fragen der Inklusion im Kontext der frühpädagogischen Aus- und Weiterbildungslandschaft fokussiert.

Auch der Einsatz digitaler Medien kann die Qualifizierungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung verbessern. Das BMBF fördert daher mit der Bekanntmachung Inklusion durch digitale Medien in der beruflichen Bildung seit 2017 Projekte zur besseren Integration von Menschen mit Behinderungen in die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie in den Arbeitsmarkt.

Die zweite Auflage des Nationalen Aktionsplans der UN-Behindertenrechtskonvention (NAP 2.0) setzt im Bereich der inklusiven Bildung – soweit dies dem Bund möglich ist – wieder deutliche Akzente durch Maßnahmen zur Sensibilisierung, Verbesserung der Datengrundlage und Vernetzung verschiedener Akteure. Das BMAS unterstützt mit dem Programm der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen Träger der Arbeitsvermittlung dabei, innovative Konzepte zur Stärkung der beruflichen Integration schwerbehinderter Menschen zu entwickeln und zu erproben, u. a. durch die Förderung betrieblicher Ausbildung für diese Personen.

Kulturelle Bildung

Die Vermittlung künstlerisch-kreativer Kompetenzen trägt wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Das BMBF fördert Forschung zur kulturellen Bildung aufgrund der grundgesetzlichen Kompetenzverteilung ausschließlich im non-formalen Bereich.

Kulturelle Jugendbildung hat das Ziel, positive Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche und die „Kultur des Aufwachsens“ mitzugestalten und zu sichern. Mit dem Programm Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung werden außerschulische Maßnahmen für benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt, die von lokalen Bündnissen für Bildung getragen werden. Seit 2013 wurden rund 17.000 Maßnahmen von etwa 7.000 lokalen Bündnissen für Bildung angeboten. Das Programm wird ab 2018 weitere fünf Jahre laufen. Bis 2022 plant das BMBF, im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel 250 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen.

Kulturelle Bildung ermöglicht in besonderem Maße gesellschaftliche Teilhabe, die Stärkung nicht kognitiver Kompetenzen und fördert somit die individuelle Entwicklung. Forschungsergebnisse zeigen, dass eine solche „Stärkung“ des Individuums ein wichtiger Beitrag zum Erfolg in der Schule und darüber hinaus ist. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen der kulturellen Bildung über eine gute Qualität verfügen. Um Qualität und Innovation in der kulturellen Bildung zu gewährleisten und weiterzuentwickeln, ist eine exzellente Forschung zur kulturellen Bildung unerlässlich. Seit September 2016 fördert das BMBF 16 Verbundprojekte, die sich der Erforschung der Bereiche Wirkung und Transfer sowie Angebotsgestaltung mit Fokus auf Teilhabe widmen, über drei Jahre mit insgesamt ca. 7,5 Mio. Euro. Seit 2017 fördert das BMBF 26 Forschungsvorhaben – zum Teil in Verbünden – zur Digitalisierung in der kulturellen Bildung mit insgesamt 10 Mio. Euro für bis zu vier Jahre.

Von 2014 bis Ende 2017 förderte das BMBF 14 Modellvorhaben zur Entwicklung und Erprobung von Weiterbildungskonzepten für Kunst- und Kulturschaffende, die Angebote kultureller Bildung mit Kindern und Jugendlichen umsetzen, mit Mitteln in Höhe von insgesamt 6,7 Mio. Euro. Wissenschaft-Praxis-Verbünde sichern die pädagogische Qualität und den Transfer der Konzepte in die Praxis. Zehn vom BMBF geförderte kulturelle Bundeswettbewerbe, u. a. in Tanz, Theater, Musik, Film und bildender Kunst, sollen junge Nachwuchskünstlerinnen und -künstler anspornen, ihre Talente zu entwickeln.

Mit einer Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen will die Kulturstiftung des Bundes einen weiteren Akzent in der kulturellen Bildung setzen. Es sollen Veränderungsprozesse in den Museen angestoßen werden, die geeignet sind, junge Menschen gezielter anzusprechen. Im Bode-Museum der Staatlichen Museen zu Berlin wird modellhaft und in Zusammenarbeit mit Berliner Schulen ein Vermittlungslabor eingerichtet. Außerdem werden 18 wissenschaftliche Volontariate im Bereich Vermittlung geschaffen. Die Kulturstiftung des Bundes fördert die Initiative im Rahmen der Zuständigkeit des Bundes und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien von 2016 bis 2020 mit insgesamt 5,6 Mio. Euro.

Das BMFSFJ unterstützt die Weiterentwicklung eines vielfältigen kulturellen Bildungsangebots und sichert eine plurale Trägerinfrastruktur. Gefördert werden neben den zentralen Fachorganisationen und drei institutionellen Einrichtungen auch bedeutende bundesweite Wettbewerbe und Preise – wie z. B. die Bundeswettbewerbe Jugend musiziert, Deutscher Jugendliteraturpreis und Deutscher Kinder- und Jugendtheaterpreis.

Darüber hinaus fördert das BMFSFJ mit dem Deutschen Jugendinstitut e. V. (DJI) das mit über 360 Beschäftigten in München und der Außenstelle Halle (Saale) größte außeruniversitäre sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut zu den Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien. Die Themen sind vielfältig: Sie reichen von Fragen der Kinderbetreuung, des Kinderschutzes und der Entwicklung von Ganztagsschulen über Fragen des Übergangs von Schule in Ausbildung und Beruf bis hin zu Fragen der Vereinbarkeit und der familialen Lebensführung. Teil der Politikberatung ist z. B. die Unterstützung bei der Erstellung der Kinder- und Jugendberichte sowie Familienberichte, die von unabhängigen, von der Bundesregierung berufenen Sachverständigenkommissionen erstellt und vom DJI fachlich begleitet werden. Die zentrale empirische Grundlage für die wissenschaftlich fundierte Politikberatung ist die DJI-Surveyforschung AID:A – „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“. Des Weiteren begleitet das DJI Modellvorhaben des Bundes und die Fachpraxis der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (siehe auch Organisationenband).

Wissenschafts- und Hochschulforschung

Die Wissenschafts- und Hochschulforschung ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, in dem die Rahmenbedingungen, die Leistungsprozesse selbst und die Wirkungen von Forschung und tertiärer Bildung sowie damit verbundener Aufgabenfelder von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen untersucht werden. Mit der gestiegenen Bedeutung von Wissenschaft für entwickelte Gesellschaften ist auch das Interesse an empirisch abgesicherten Erkenntnissen gestiegen. Als Impulse für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems insgesamt sind solche Erkenntnisse sowie belastbare Daten als Entscheidungsgrundlage für Politik und Praxis unverzichtbar. Zur Wissenschafts- und Hochschulforschung gehört gleichermaßen die kritische Reflexion aktueller Entwicklungen in Forschung und Lehre.

Den Förderschwerpunkt Wissenschafts- und Hochschulforschung hat das BMBF mit dem Ziel der systematischen qualitativen Stärkung und des quantitativen Ausbaus dieses Forschungsfeldes etabliert. Zu den Fördermaßnahmen zählen die Projektförderung, die institutionelle Förderung sowie die Unterstützung von ergänzenden Einzelmaßnahmen.

Im Rahmen der Projektförderung werden aktuell u. a. Forschungsprojekte zur Kompetenzmodellierung und Kompetenzerfassung im Hochschulsektor, zum Thema Studienerfolg und Studienabbruch, zur digitalen Hochschulbildung, zur quantitativen Wissenschaftsforschung, zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie den Qualitätspakt Lehre begleitende Vorhaben unterstützt. Zu jeder dieser Förderlinien werden zusätzliche Maßnahmen durchgeführt, die die Vernetzung der Projekte untereinander – insbesondere im Bereich des wissenschaftlichen Nachwuchses – sowie den Transfer in die Praxis unterstützen.

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) wird darüber hinaus institutionell gefördert. Es leistet anwendungsorientierte empirische Forschung zum Wissenschaftssystem mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Hochschulbereich. Als Einzelmaßnahmen, die übergeordnet die Bedingungen in diesem Forschungsfeld verbessern sollen, werden schließlich das Kompetenzzentrum Bibliometrie (KB) und das Forschungsdatenzentrum (FDZ) am DZHW gefördert. Das KB stellt den Betrieb und die Weiterentwicklung einer nationalen Inhouse-Bibliometriedatenbank sicher. Der institutionenübergreifende Verbund zielt darauf ab, die Bibliometrie fortzuentwickeln und deren Anwendbarkeit zu unterstützen. Dazu wurde eine qualitätsgesicherte Inhouse-Dateninfrastruktur auf Basis der Daten von Scopus (Elsevier) und relevanten Beständen des Web of Science (Clarivate Analytics/ehemals Thomson Reuters) etabliert. Das FDZ, dessen Aufbau im Mai 2017 abgeschlossen wurde, soll zukünftig einen Datenbestand zur Verfügung stellen, der für Sekundäranalysen zu Gegenwarts- und Zukunftsfragen der Wissenschaftspolitik und Hochschulplanung genutzt werden kann.

Um fundierte Informationen über die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland zu erhalten, fördert das BMBF die Erstellung des Bundesberichts Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWiN). Der BuWiN ist ein unabhängiger wissenschaftlicher Bericht, der alle vier Jahre erscheint und systematisch aktuelle Daten und Entwicklungen zum wissenschaftlichen Nachwuchs dokumentiert. Schwerpunktthema des BuWiN 2017 war die Vereinbarkeit von Familie und akademischer Karriere.

Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Im April 2013 vereinbarten Bund und Länder, ein gemeinsames Programm zur Steigerung der Qualität und Attraktivität der Lehrerbildung zu initiieren. Die Qualitätsoffensive Lehrerbildung ist 2015 mit einer Laufzeit bis 2023 gestartet. Für das Programm mit zwei Förderphasen plant das BMBF, Fördermittel in Höhe von bis zu 500 Mio. Euro im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen. In der ersten Förderphase bis Mitte 2019 sind bundesweit 59 lehrerbildende Hochschulen mit 49 Einzel- und Verbundprojekten eingebunden. Die Projekte der Qualitätsoffensive Lehrerbildung zielen auf eine Profilierung der Lehrerbildung an den Hochschulen durch Organisationsentwicklung, mehr Kohärenz, Evaluierung und Qualitätssicherung, phasenübergreifende Zusammenarbeit sowie durch stärkere Forschungsorientierung. Schwerpunkte der Projektarbeiten sind die Verbesserung der Praxisbezüge im Lehramtsstudium, die systematische und übergreifende Beratung und Begleitung der Studierenden, die Vorbereitung auf einen inklusiven Umgang mit Heterogenität sowie die stärkere und gezieltere Nutzung digitaler Medien im Unterricht. Eine Anschlussförderung ist grundsätzlich möglich.

Innovationen in der Berufsbildung

Die duale Ausbildung bietet Jugendlichen gute Voraussetzungen für den Start ins Arbeitsleben sowie vielfältige Karrierechancen. Zur Stärkung der dualen Berufsbildung haben Bundesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Länderkonferenzen und die Bundesagentur für Arbeit im Dezember 2014 gemeinsam die Allianz für Aus- und Weiterbildung ins Leben gerufen. Ziel der zunächst bis Ende 2018 vereinbarten Allianz ist es, die duale Berufsausbildung in Deutschland weiter zu stärken und für die Gleichwertigkeit der betrieblichen und akademischen Ausbildung zu werben (siehe auch III 4. Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen).

In der von BMBF, BMAS, Bundesagentur für Arbeit sowie den Ländern getragenen Initiative Bildungsketten werden Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung unterstützt. Die Initiative integriert die Aktivitäten aller Akteure in eine ganzheitliche Förderphilosophie. Ziel ist es, alle ausbildungsreifen und ausbildungswilligen Jugendlichen möglichst bis zum Ausbildungsabschluss zu führen.

Digitale Kompetenz nimmt in der dualen Ausbildung einen immer größeren Stellenwert ein. Sie kann dazu beitragen, Ausbildungsberufe noch besser an die Bedürfnisse der Wirtschaft heranzuführen, und sichert attraktive Arbeitsplätze für den Fachkräftenachwuchs. Das BMBF hat 2017 die Dachinitiative Berufsbildung 4.0 aufgesetzt. Hierzu gehört u. a. das Förderprogramm Digitale Medien in der beruflichen Bildung, das die digitale Medienkompetenz und die Nutzung digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung stärkt (siehe auch III 1.1 Digitalisierung und Schlüsseltechnologien).

Zur Modernisierung des Berufsbildungssystems hat das BMBF mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) das Pilotprojekt zur „Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen (ValiKom)“ mit einer Vielzahl von Kammern initiiert. Ziel ist ein bundeseinheitliches Validierungssystem, das unter Anlehnung an Verfahrenselemente des Anerkennungsgesetzes auch Inländerinnen und Inländern die Verwertbarkeit und Anerkennung ihrer berufsspezifischen Kompetenzen durch eine Teil- bzw. Gleichwertigkeitsfeststellung zu regulären Berufsabschlüssen ermöglicht.

Innovationen im deutschen Berufsbildungssystem und konkrete Handlungsoptionen zur strukturellen Verbesserung der beruflichen Bildung erarbeitet die Berufsbildungsforschung. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) forscht auf der Grundlage eines jährlichen Programms und bietet aufbereitete Daten der Berufsbildungsforschung an (siehe auch Organisationenband). Darüber hinaus beauftragt bzw. fördert das BMBF Vorhaben in der Berufsbildungsforschung im Rahmen der Berufsbildungsforschungsinitiative (BBFI). Ziel ist hier, den hohen Bedarf an wissenschaftlicher Expertise zur Konkretisierung des berufsbildungspolitischen Handelns zu decken.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Generationsgerechte und global verantwortliche Antworten auf Themen wie Klimawandel, Welternährung, Bevölkerungsentwicklung, Ressourcenknappheit, Vertreibung und Flucht zu finden ist Gegenstand aktueller Diskurse weltweit. Bildung ermöglicht ein fundiertes Verständnis der Herausforderungen und eine kritische Diskussion über mögliche Lösungswege. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verfolgt deshalb das Ziel, den Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft durch Bildung anzustoßen.

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen stellt mit dem Unterziel 4.7 weitgehende Anforderungen an diesen Wandel. Das fünfjährige UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP) dient als Rahmen für die konkrete Umsetzung. Das BMBF ist federführend verantwortlich für die Umsetzung des WAP in Deutschland und hat 2015 einen breit angelegten Agendaprozess initiiert. Oberstes Lenkungsgremium hierbei ist die Nationale Plattform unter Vorsitz des BMBF. Diese hat im Juni 2017 den Nationalen Aktionsplan BNE (NAP) verabschiedet, an dem über 350 Organisationen und Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft mitgewirkt haben.

Der NAP umfasst 130 Ziele und 349 konkrete Handlungsempfehlungen, die dazu beitragen sollen, Maßnahmen der nachhaltigen Entwicklung in den Strukturen der frühkindlichen Bildung, der schulischen und beruflichen Bildung, den Hochschulen und Institutionen der non-formalen/informellen Bildung sowie in den Kommunen zu verankern. BNE soll in die Lehr- und Bildungspläne aller Bildungsbereiche integriert werden, um Lernenden individuell zu ermöglichen, die notwendigen Kompetenzen in vielfältigen Lernarrangements zu erwerben. Gegenstand sind zudem die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fach- und Lehrkräften. Die Förderung nachhaltiger Entwicklung soll über die Stärkung von Kooperationen zwischen Einrichtungen und Akteuren der formalen, non-formalen und informellen Bildung sowie der Kommunen initiiert werden.

Mit der Verabschiedung des NAP ist ein großer Meilenstein erreicht, um BNE im deutschen Bildungswesen strukturell zu verankern. Über sogenannte Commitments im NAP zeigen die beteiligten Organisationen und Institutionen, wie sie die Maßnahmen und Ziele umsetzen. Das BMBF fördert u. a. die Stärkung junger Menschen als zentrale BNE-Multiplikatoren und -Multiplikatorinnen, BNE im Bereich der frühkindlichen Bildung (über die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“), Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung sowie BNE in Hochschulen und in der Forschung. In einer Stellungnahme vom September 2017 begrüßt die Bundesregierung den NAP und verpflichtet sich zu dessen Umsetzung im Rahmen ihrer Zuständigkeit und verfügbarer Haushaltsmittel.

Kommunales Bildungsmanagement

Die Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement unterstützt die Verbreitung und Implementierung bewährter Konzepte für ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement. Seit 2014 beraten und begleiten neun Transferagenturen als Teil eines umfassenden, bundesweit eingerichteten Beratungsnetzwerks die Städte und Landkreise beim Transfer erprobter Strukturlösungen und Modelle. Das ESF-kofinanzierte Förderprogramm Bildung integriert flankiert die Transferinitiative mit finanzieller Unterstützung. Es richtet sich an Kommunen im gesamten Bundesgebiet und befördert den Aufbau eines datenbasierten Bildungsmanagements in Städten und Landkreisen in enger Zusammenarbeit mit den Transferagenturen.

Auch das 2015 verabschiedete Maßnahmenpaket zur Integration von Flüchtlingen weist der kommunalen Ebene eine verantwortungsvolle Rolle zu. Weil Bildung als Schlüssel zur Integration in unsere Gesellschaft nur vor Ort gelingt, werden seit 2016 in über 320 Städten und Landkreisen Koordinatorinnen und Koordinatoren im Rahmen der Förderrichtlinie Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte gefördert, die sich um ein verbessertes Management im gesamten Themenfeld „Integration durch Bildung“ kümmern. Dabei achten sie sowohl auf ämterübergreifende Zusammenarbeit als auch auf die Einbeziehung verwaltungsexterner Akteure und der Zivilgesellschaft.

Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften

Die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften befassen sich mit unserem kulturellen Gedächtnis und Erbe, mit der Analyse politischer Entwicklungen und gesellschaftlicher Strukturen sowie mit Deutungsmustern der Gegenwart. Sie leisten damit wichtige Beiträge zur Selbstverständigung unserer Gesellschaft über ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Kriterien und Maßstäbe zur Bewertung von Modernisierungsprozessen oder zum grenzüberschreitenden Verflechtungs- und Verständigungspotenzial von Gesellschaften sind für die Gestaltung unserer Zukunft wichtig, denn gerade Zeiten des Übergangs und des schnellen Wandels erfordern vermehrt Reflexions- und Orientierungswissen. Im internationalen Zusammenhang leisten dazu insbesondere die Regionalwissenschaften einen wertvollen Beitrag, indem sie ein soziokulturelles und politisches Bild über ganze Regionen spannen und mit Regionalexpertise Entwicklungen verstehen helfen. Um dies zu unterstützen, fördern das Auswärtige Amt und das BMBF die Stärkung und den Ausbau von Regionalwissenschaften sowie innovativen Forschungsprojekten in diesem Bereich.

Das 2012 aufgelegte BMBF-Rahmenprogramm Geistes- Kultur- und Sozialwissenschaften leitet die Förderaktivitäten des BMBF bis Ende 2017. Die Kernziele des Rahmenprogramms lauteten: Internationalisierung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, Strukturbildung sowie Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Grundlegende Aufgabe des Rahmenprogramms von 2012 war, die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften erheblich und nachhaltig zu unterstützen, damit sie ihren Beitrag zum Verständnis der gesellschaftlichen Gegenwart in Europa und weltweit leisten, an der Erschließung und Bewahrung des kulturellen Erbes mitarbeiten und zur Wertschätzung und Verwirklichung von Vielfalt und Zusammenhalt beitragen können. Das Rahmenprogramm berücksichtigte die spezifischen Bedürfnisse der Wissenschaft nach mehr Freiräumen für die Forschung, nach modernen und nachhaltigen Forschungsinfrastrukturen und auch nach Angeboten, durch die der Forschungsstandort Deutschland für internationale Forscherinnen und Forscher in den Geistes- und Sozialwissenschaften noch attraktiver gestaltet werden kann. Das BMBF erarbeitet derzeit ein Folgeprogramm.

Im Themenschwerpunkt Kulturelle Vielfalt und Zivilgesellschaft fördert das BMBF Forschungsinstitutionen und -projekte, die maßgeblich dazu beitragen, Grundlagen- und Anwendungswissen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen. Beispielsweise werden mit der Bekanntmachung Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen Forschungsvorhaben gefördert, welche die Auswirkungen von Krisen und Umbrüchen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und Europa untersuchen sowie Handlungsempfehlungen geben, wie unter Krisenbedingungen der gesellschaftliche Zusammenhalt erhalten bzw. Krisen und Umbrüche friedlich gestaltet werden können. Gefördert werden Formen praxisorientierter sozial-, geistes- und kulturwissenschaftlicher Forschung. In diesem Themenfeld fördert zudem das BMFSFJ Forschungsinstitutionen und -projekte, die Anwendungswissen zur Radikalisierungsprävention in den Phänomenbereichen Rechtsextremismus, linke Militanz und gewaltorientierter Islamismus schaffen. Ergänzt wird dies durch modellhafte Projekte, die pädagogische Ansätze der Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung erproben.

Im Themenschwerpunkt Migration und gesellschaftlicher Wandel wird die Erforschung des Wandels der Zielgesellschaft durch Einwanderung gefördert. Die Wissenschaft soll zum einen angeregt werden, den kulturellen Wandel durch Migration in Deutschland zu untersuchen und Lösungsansätze für aktuelle Fragen zu entwickeln. Zum anderen soll der Wandel gesellschaftlicher Institutionen in Bereichen wie Arbeit, Gesundheit oder Politik untersucht werden, z. B. die Veränderung öffentlicher und privater Organisationen durch Migrantinnen und Migranten.

Das vielfältige kulturelle Erbe in den Museen, Archiven, wissenschaftlichen (universitären) Sammlungen und Bibliotheken soll durch Forschung besser erschlossen und stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Die Förderbekanntmachung Die Sprache der Objekte. Materielle Kultur im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen ist seit 2012 bereits dreimal erschienen. 2015 wurde die Förderrichtlinie Vernetzen – Erschließen – Forschen. Allianz für universitäre Sammlungen veröffentlicht. Für die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung sind Objekte und Artefakte von großem Interesse. Hierzu zählen Skulpturen, Münzen, historische Fotografien, Filme, ethnografische Tonaufzeichnungen, Gebäude und vieles mehr. Solche Objekte liegen in großer Zahl in Museen, Archiven, Hochschulinstituten, Bibliotheken und weiteren Einrichtungen vor, sind aber bislang wenig erschlossen und digitalisiert. Damit sie Gegenstand von ortsunabhängiger Forschung werden können, unterstützt das BMBF ihre Digitalisierung mit der Förderlinie eHeritage. Darüber hinaus wird die Digitalisierung in den Sozial- und Geisteswissenschaften in der Förderlinie Digital Humanities gebündelt. Dazu zählen Maßnahmen in der Methodenentwicklung, Anwendung und Nachwuchsförderung.

Strukturbildend wirkt das BMBF, indem es die Regionalstudien stärkt und weiterentwickelt und die Zentren für Islamische Theologie an den staatlichen Universitäten in Erlangen-Nürnberg, Frankfurt am Main/Gießen, Münster, Osnabrück und Tübingen sowie das Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg fördert.

Das europäische Netzwerk HERA (Humanities in the European Research Area) stärkt die europäische und internationale Zusammenarbeit in den Geisteswissenschaften. Die Projekte befassen sich mit Kulturkontakt, Transfer zwischen Kulturen und wechselseitiger Beeinflussung von Kulturen. Sie untersuchen, welchen Einfluss unser Verständnis der Vergangenheit auf die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft hat. Weitere Projekte blicken in die Geschichte, um gesellschaftliche Veränderungen damals wie heute besser zu verstehen und zu erkennen, wer sich der Vergangenheit bedient, Geschichte konstruiert oder rekonstruiert und zu welchen Zwecken dies geschieht. Untersucht wird zudem der öffentliche Raum als Ort menschlicher Begegnung und des Austauschs, als Ort von Verhandlungen und Auseinandersetzungen.

Mit dem Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) fördert das BMBF ein Gremium, das mit Forschenden verschiedener Disziplinen und Vertreterinnen und Vertretern von Datenproduzenten besetzt ist. Die Forschungsdatenzentren (FDZ) der statistischen Ämter von Bund und Ländern, der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung Bund wurden mit Förderung des BMBF aufgebaut. Nach ihrem Vorbild wurden FDZ in weiteren Sachgebieten eingerichtet. Der RatSWD engagiert sich kontinuierlich für die Verbesserung der Dateninfrastruktur und berät die Bundesregierung in einschlägigen Themenfeldern.

Das BMBF ist Mitglied im European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI) und unterstützt die deutschen Partnerinnen und Partner in fünf Projekten, die europäische Forschungsinfrastrukturen für die Sozial- und Geisteswissenschaften schaffen. Dazu zählen die geisteswissenschaftlichen Projekte DARIAH (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities) und CLARIN (Common Language Resources and Technology) sowie die sozialwissenschaftlichen Projekte CESSDA (Consortium of European Social Science Data Archives), ESS (European Social Survey) und SHARE (Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe). Die jeweils beteiligten deutschen Partner sind dank der nationalen Förderung des BMBF wichtige Säulen der europäischen Infrastrukturprojekte.

Wirtschaftswissenschaftliche Forschung

Moderne und praxisorientierte empirische wirtschafts- und finanzwissenschaftliche Forschung trägt dazu bei, frühzeitig volkswirtschaftliche Entwicklungen aufzuzeigen und zu bewerten und die Wirkungen wirtschafts- und finanzpolitischer Entscheidungen quantitativ abzuschätzen. Wirtschaftswissenschaftliche Forschung kann z. B. dazu beitragen, globale gesellschaftliche Herausforderungen wie den Klimawandel und die nachhaltige Transformation der Städte zu bewältigen.

In den vergangenen Jahren unterstützte das BMBF mit den Fördermaßnahmen Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit I und II Forschungsvorhaben zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsökonomik und den Aufbau der dafür notwendigen Kapazitäten. Die Förderschwerpunkte Ökonomie des Klimawandels und Sozial-ökologische Forschung knüpfen im neuen Rahmenprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA3) daran an, indem ökonomische Konzepte und Perspektiven zum Verständnis drängender gesellschaftlicher Fragen und zur Entwicklung adäquater Lösungsoptionen genutzt werden. So bearbeitet die Ökonomie des Klimawandels in der zweiten Förderphase ab 2018 gezielt Herausforderungen und Themen der internationalen und nationalen Klimapolitik (Transformationspfade der Dekarbonisierung, klimapolitische Instrumente und Politiken, Umgang mit Klimarisiken, Gestaltung internationaler Klimapolitik). Wichtige Bezugspunkte sind dabei z. B. die Beschlüsse der Weltklimakonferenz von Paris oder der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung. (siehe auch III 1.2 Nachhaltigkeit, Klima und Energie). Auch auf dem Feld der Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomik leistet die wirtschaftswissenschaftliche Forschung anwendungsrelevante Beiträge; sie wird vom BMBF gezielt gefördert, z. B. durch die Einrichtung von Zentren der gesundheitsökonomischen Forschung (siehe auch III 1.4 Gesundheit und Ernährung).

Gute Wirtschaftspolitik, aber auch Sozialpolitik, basiert auf fundierter, flexibler und am aktuellen Bedarf orientierter wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Forschung. Verschiedene Bundesressorts – das BMWi, das BMF, das BMAS u. a. – vergeben zur Vorbereitung wie auch zur Evaluation wirtschafts-, technologie-, finanz- und sozialpolitischer Entscheidungen im Rahmen wettbewerblicher Verfahren entsprechende Forschungsaufträge an wirtschaftswissenschaftliche Forschungsinstitute. Im Interesse der Exzellenz, der Unabhängigkeit und der Wertfreiheit der Forschung bedarf es eines intensiven Wettbewerbs zwischen unabhängigen Instituten. Bund und Länder fördern daher institutionell sieben Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, die wirtschafts- und finanzwissenschaftliche Forschung oder wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen (siehe auch Organisationenband).

Sozialpolitische und sozialrechtliche Forschung

Eine unabhängige und leistungsfähige Sozialpolitikforschung ist von hoher Bedeutung für den Sozialstaat in Deutschland. Analysen über den tagespolitischen Zeithorizont hinaus sind wichtig, um politische Gestaltungsbedarfe erkennen zu können. Unabhängige und theoretisch fundierte Forschung zu den verschiedenen Aspekten der sozialen Sicherung kann den öffentlichen Diskurs aufklärerisch zu Rolle und Funktion des Sozialstaats informieren. Es ist daher von hoher wissenschafts-, sozial- und gesellschaftspolitischer Relevanz, die sozialpolitische Forschungsinfrastruktur nachhaltig zu stärken und einem Rückgang sozialpolitischer Forschung in verschiedenen Disziplinen entgegenzuwirken.

Aus diesen Gründen unterstützt das BMAS mit dem Aufbau des Fördernetzwerks Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS) die Sozialpolitik- und Sozialrechtsforschung in Deutschland in den Disziplinen Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geschichtswissenschaften, Sozialethik, Politikwissenschaften und Soziologie. Ausrichtung und Umsetzung der FIS-Aktivitäten werden maßgeblich unterstützt durch einen eigens berufenen unabhängigen wissenschaftlichen Beirat. Zentrales Anliegen des FIS ist die Forschungsförderung in den Förderlinien Professuren, Projekte und Nachwuchsgruppen. Basierend auf der Richtlinie zur Förderung der Forschung und Lehre im Bereich der Sozialpolitikforschung werden hierzu in regelmäßigen Abständen (erstmals 2016) Förderbekanntmachungen veröffentlicht.

Weiterhin wurde seit dem Jahr 2017 mit der jährlichen Veranstaltung FIS-FORUM ein neues Dialogformat etabliert, um die Kommunikationswege zwischen Politik, Verwaltung und Wissenschaft zu intensivieren und neue Gelegenheiten für den Praxistransfer zu schaffen.

Darüber hinaus setzt das BMAS erfolgreich die klassischen Elemente der Ressortforschung ein, um künftige sozialpolitische Entscheidungen frühzeitig vorzubereiten und die Anforderungen an die Gestaltung von Maßnahmen zu ermitteln. Die Ressortforschung des BMAS dient weiterhin der Evaluierung geltender rechtlicher Regelungen sowie der Erfüllung gesetzlicher Berichtspflichten. Ressortforschungsaufträge werden zu allen zentralen Fragen und Aspekten der Sozialpolitik vergeben. Dazu gehören die soziale Sicherung, die Arbeitsmarktpolitik und der Arbeitsschutz, die Rehabilitation, die Behindertenpolitik und die Sozialhilfe (siehe auch III 1.3 Arbeit, Produktion und Dienstleistung).

Innovationen für den demografischen Wandel

Forschung aus allen Wissenschaftsdisziplinen kann dazu beitragen, die Auswirkungen des demografischen Wandels frühzeitig zu erkennen und zu gestalten. Die Forschungsagenda der Bundesregierung für den demografischen Wandel Das Alter hat Zukunft (2011–2016) war daher ein zentrales Element der Demografiestrategie der Bundesregierung Jedes Alter zählt – Für mehr Wohlstand und Lebensqualität aller Generationen; die demografiepolitische Bilanz der Bundesregierung zum Ende der 18. Legislaturperiode wurde auf dem Demografiegipfel im März 2017 vorgestellt.

In der Agenda Das Alter hat Zukunft wurden die Forschungsprogramme der Bundesressorts gebündelt und verstärkt auf die Herausforderungen des demografischen Wandels ausgerichtet. Im Rahmen der Agenda wurden u. a. Forschungsprojekte zur Mensch-Technik-Interaktion (siehe auch III 1.1. Digitalisierung und Schlüsseltechnologien), zu Medizintechnik, Pflege und Prävention gefördert (siehe auch III 1.4 Gesundheit und Ernährung).

Auch die Altenberichterstattung der Bundesregierung leistet einen wichtigen Beitrag. Stand schon beim 6. Altenbericht die Sensibilisierung für die „Altersbilder in der Gesellschaft“ im Mittelpunkt, greift der 7. Altenbericht die relevanten Forschungsthemen auf. Unter der Überschrift „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ nimmt er die kommunale Perspektive in den Blick.

Das Maßnahmenprogramm des BMG zur Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger enthält Modellprojekte, die sich mit der Fortentwicklung der pflegerischen Versorgungsstrukturen befassen.

Der demografische Wandel ist auch in vielen anderen Industriestaaten schon Realität. Die nationalen Förderschwerpunkte werden daher durch internationale Kooperationen ergänzt. Deutschland beteiligte sich aktiv an der Entwicklung des Europäischen Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020. Darüber hinaus bringen wir uns maßgeblich in die europäischen Programmplanungsinitiativen zum demografischen Wandel und zu neurodegenerativen Erkrankungen ein. Die von Deutschland angeregte Gemeinsame Programmplanungsinitiative „Mehr Jahre, Bessere Leben – Die Herausforderungen und Potenziale des demografischen Wandels“ (Joint Programming Initiative More Years, Better Lives: The Potential and Challenges of Demographic Change, JPI-MYBL) soll die nationalen Forschungsaktivitäten der europäischen Staaten zum demografischen Wandel koordinieren und damit effektiver und effizienter gestalten. Darüber hinaus betont der 7. Altenbericht die zentrale Rolle der Bildung als einen wichtigen Impulsgeber, um den aus dem demografischen Wandel erwachsenden Herausforderungen zu begegnen. An der Gesellschaft teilzuhaben heißt auch, an Bildung teilzuhaben. Eigenständigkeit und Souveränität im Alter werden gestärkt, die wiederum auf die Lebensqualität und Lebenszufriedenheit wirken.

Als wichtige Maßnahme zur Umsetzung im Bereich „Digitale Teilhabe der älteren Generation“ fördert das BMFSFJ im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel den Aufbau einer bundesweit unterstützenden Struktur. So soll bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen eine Servicestelle „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“ eingerichtet werden, die die Themenbereiche „Bildung im und für das Alter“ sowie „Alter und Digitalisierung“ in den gesellschaftlichen Fokus rückt, als Informationsdrehscheibe insbesondere für Multiplikatoren fungiert und bis in das Lebensumfeld der älteren Menschen wirkt.

Chancengerechtigkeit für Frauen in Bildung und Forschung

Die Bundesregierung will Chancengerechtigkeit für Frauen. Für einen attraktiven Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort ist sie im globalen Wettbewerb zwingend erforderlich.

Bund und Länder fördern seit 2008 mit bisher insgesamt 300 Mio. Euro in zwei Förderphasen das Professorinnenprogramm und haben am 10. November 2017 in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz die Fortsetzung des Programms beschlossen. Das
Programm erhöht die Anzahl der Professorinnen und stärkt durch spezifische Maßnahmen die Gleichstellungsstrukturen an deutschen Hochschulen. Bisher haben insgesamt 169 deutsche Hochschulen erfolgreich an dem Programm teilgenommen. Ende 2017 wurden bereits über 500 Professuren gefördert. Die dritte Programmphase läuft von 2018 bis 2022. Bund und Länder wollen hierfür weitere Fördermittel in Höhe von insgesamt 200 Mio. Euro im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel bereitstellen.

Die Integration von Gender in die Forschung ist eine Priorität des Europäischen Forschungsraums, sie wird auch von der Bundesregierung verfolgt. Exzellente und innovative Forschung ist nur möglich, wenn die Kategorie Geschlecht konsequent berücksichtigt wird.

Mit der Förderung von Maßnahmen zum Ausbau von innovativen Forschungskooperationen und zur Stärkung der Netzwerktätigkeit werden seit 2012 Maßnahmen gefördert, die innovative Forschungskooperationen zur Integration von Gender in die Forschung auf- und ausbauen, die Netzwerktätigkeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus diesem Bereich sowie Transfer und Verstetigung der entsprechenden Ergebnisse stärken. Dass die Kategorie Geschlecht in sehr unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen Anwendung findet, zeigt sich in der thematischen Breite der umgesetzten Projekte wie z. B. „Kompetenznetzwerk Chancengerechtigkeit im Klimawandel (GenderNETCLIM)“, „Transfermaßnahmen zur gendergerechten Karriereförderung von Frauen in der Medizin (TransferGenderMed)“, Internationale Tagung zum Thema „Lexikografie, Gender und Musikgeschichtsschreibung“ und „Gender in der Energietechnik (GeNergie)“. Die bisherigen Ergebnisse der Projekte belegen, dass die Integration von Geschlechteraspekten die Qualität der Forschung nachhaltig verbessert, da vermeintlich geschlechtsneutrale Bereiche darauf untersucht werden, in welcher Art und Weise Geschlecht konstruiert ist und welche Auswirkungen dies auf die Lebenslagen von Frauen und Männern hat.

Im Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen – Komm, mach MINT vernetzen sich seit 2008 Unternehmen und Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien. Ziel des Pakts ist, junge Frauen für innovations- und zukunftsträchtige MINT-Studiengänge und -Berufe zu begeistern und den Frauenanteil an Führungspositionen in der Wirtschaft zu erhöhen. Mit der 2015 vom BMBF gestarteten Förderinitiative Erfolg mit MINT wird der Pakt nachhaltig unterstützt; sie ist zugleich ein Baustein der Digitalen Agenda 2014–2017 (siehe auch III 1.1. Digitalisierung und Schlüsseltechnologien).

Der jährliche Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag, den BMBF und BMFSFJ fördern, setzt bereits früher an und bricht geschlechterstereotype Berufswahlprozesse von Mädchen im MINT-Bereich auf. Am zeitgleich stattfindenden Boys’Day – Jungen-Zukunftstag können Jungen Berufe kennenlernen, in denen bislang wenige Männer arbeiten.

Im Dezember 2016 hat die Bundesregierung die Initiative Klischeefrei – Nationale Kooperationen zur Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees gestartet. Dieses Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Praxis, Forschung und Wissenschaft wirbt für einen breiten gesellschaftlichen Ansatz, um Rollenmuster bei der Berufs- und Studienwahl zu überwinden. Das Webportal „klischee-frei.de“ stellt unterschiedlichen Zielgruppen Materialien und Informationen bereit, um sie bei ihrer klischeeüberwindenden Begleitung von jungen Menschen zu unterstützen. Damit sollen die Jugendlichen zur Lebensplanung entsprechend ihren Talenten und Möglichkeiten befähigt werden.

2007 initiierte das BMBF die Kontaktstelle Frauen in die EU-Forschung. Ziel ist es, Forscherinnen in Deutschland über ihre Beteiligungsmöglichkeiten an den europäischen Rahmenprogrammen zu informieren.

Sportförderung und Sportforschung

Entsprechend den verfassungsrechtlichen Vorgaben konzentriert sich die Sportförderung des Bundes auf den Spitzensport sowie herausragende Aktivitäten von gesamtstaatlichem Interesse.

Mit einer effektiven und effizienten wissenschaftlichen Unterstützung soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Spitzensportlerinnen und Spitzensportler gesichert bzw. mittelfristig ausgebaut werden. Die Förderung der Sportwissenschaft zielt auf eine menschennahe, sportartspezifische, interdisziplinäre und komplexe Trainings- und Wettkampfforschung sowie Technologieentwicklung ab. Zudem werden gesellschaftliche und politische Gegenstandsbereiche sowie Themen der baulichen und technologischen Sportinfrastruktur bearbeitet. Das Spektrum der Anwendungsforschung reicht von der grundlagenorientierten Forschung über praxisnahe Begleitforschung bis hin zu gerätetechnischer Entwicklungsforschung.

Diese Zielsetzungen werden im Wissenschaftlichen Verbundsystem für den Leistungssport (WVL) realisiert. Im obersten Steuerungsgremium des WVL, dem Strategieausschuss, übt das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) im Wechsel mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) den Vorsitz aus.

Zwei Programme dienen als inhaltlicher Orientierungsrahmen der sportwissenschaftlichen Forschungsförderung: das Programm zur Schwerpunktsetzung sportwissenschaftlicher Forschung des BISp und das Langfristige strategische Forschungsprogramm für das Wissenschaftliche Verbundsystem im Leistungssport des Strategieausschusses (WVL). Mit beiden Programmen wird die Forschung konsequent auf die Zielgrößen der Wettkampfleistung im Spitzensport, ihre Einflussgrößen und die Möglichkeiten zur Beeinflussung unter der Prämisse eines humanen Leistungssports und unter den Bedingungen der offenen Gesellschaft ausgerichtet. Dabei werden der olympische und paralympische Spitzensport vordringlich behandelt. In beiden Programmen kommt der Dopingbekämpfung eine herausgehobene Bedeutung zu.

Um die Zukunftsfähigkeit der Strukturen der Spitzensportförderung – einschließlich der wissenschaftlichen Unterstützung des Spitzensports – zu sichern, wurde 2016 ein Konzept zur Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung verabschiedet.