Die Kooperation der EU mit internationalen Partnerländern

In der sich rasch wandelnden globalen Wissenschaftslandschaft ist es von enormer Bedeutung, dass die EU, Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten ihre Zusammenarbeit mit internationalen Partnerländern untereinander abstimmen. Die internationale Dimension ist ein elementarer Baustein bei der Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums.

Die Bundesregierung nutzt konsequent die Chancen der internationalen Zusammenarbeit. Dabei spielen der europäische Rahmen und insbesondere der strategische Schwerpunkt von EU-Forschungskommissar Carlos Moedas „Open to the World“ eine stetig wachsende Rolle. Deutschland gestaltet europäische Drittstaatenkooperation aktiv mit, bringt Präferenzen ein und nutzt dabei die Steuerungsmechanismen der EU auf drei Wegen:

  1. Beteiligung an internationalen Kooperationsprojekten in Horizont 2020

Die Bundesregierung setzt sich für Ausschreibungen in Horizont 2020 ein, die die Beteiligung internationaler Partnerländer erforderlich machen. Insbesondere thematische Kooperationen, die zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen, können von der Partizipation nicht europäischer Länder und Regionen profitieren. Außerdem arbeiten deutsche Forscherinnen und Forscher in Horizont 2020 bereits mit Partnern aus 139 Ländern weltweit zusammen. Gemessen an den Beteiligungen ist die Zusammenarbeit mit folgenden Drittstaaten am stärksten: USA (415 Beteiligungen), China (179 Beteiligungen) und Kanada (94 Beteiligungen) (Stand Dezember 2017).

  1. Strategieforum für internationale FuE-Zusammenarbeit

Das Strategieforum für internationale FuE-Zusammenarbeit (SFIC) wurde 2008 als Empfehlungsgremium für den Rat der EU und die EU-Kommission eingerichtet. SFIC-Mitglieder sind auf gleichrangiger Ebene die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission. Die assoziierten Länder sind als Beobachter beteiligt. Aufgaben des SFIC sind der verbesserte Informationsaustausch zur internationalen Zusammenarbeit in Europa sowie die Anregung gemeinsamer Initiativen der EU und der EU-Mitgliedstaaten gegenüber internationalen Partnerländern. Zur Erarbeitung kohärenter Internationalisierungsansätze und zur besseren Abstimmung nationaler Aktivitäten und Instrumente erstellte das SFIC im Berichtszeitraum eine Übersicht mit Instrumenten und Gute-Praxis-Beispielen der internationalen FuE-Zusammenarbeit.

  1. Beteiligung der Mitgliedstaaten an internationalen Vereinbarungen der EU

Die Beteiligung der Mitgliedstaaten an internationalen Vereinbarungen der EU zu Forschung und Innovation erfolgt zum einen durch Treffen von hohen Beamtinnen und Beamten (SOMs – engl. Senior Official Meetings) und zum anderen bei der Planung und Umsetzung von Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ-Abkommen) der EU. Bei den SOMs handelt es sich um politische Dialoge, in denen Vertreterinnen und Vertreter der EU und der Mitgliedstaaten mit Drittstaaten oder Weltregionen gemeinsame Maßnahmen diskutieren und beschließen sowie deren Umsetzung begleiten.

Auf EU-Ebene werden politische Dialoge mit folgenden Regionen geführt: Lateinamerika und Karibik, ASEAN-Staaten (ASEAN– engl. Association of South East Asian Nations), Staaten der Afrikanischen Union, Indien, Staaten des westlichen Balkans, Staaten der Euro-Mediterranen Partnerschaft sowie Staaten der Östlichen Partnerschaft.