Die Hightech-Strategie als ressortübergreifende Forschungs- und Innovationsstrategie weiterentwickeln

Deutschland gehört zu den erfolgreichsten Exportnationen und ist einer der weltweiten Innovationsführer. Wir sind so stark, weil wir konsequent auf eine Politik setzen, die unter dem Dach der HTS seit mehr als einem Jahrzehnt Forschung und Innovation einen hohen Stellenwert zuschreibt.

Auch in Zukunft bedarf es einer umfassenden Forschungs- und Innovationspolitik, die akademische Spitzenleistungen, Erfindergeist und unternehmerischen Mut befördert. Wir müssen Forschung und Innovation, Wissenschaft und Wirtschaft langfristig und strategisch verzahnen, innovative Ideen "Made in Germany" bis zur Anwendungsreife begleiten und Gründergeist bereits in Hochschulen und Forschungseinrichtungen wecken.

Die Bundesregierung wird die HTS als ressortübergreifende FuI-Strategie weiterentwickeln. Sie soll das Ziel, in Deutschland bis zum Jahr 2025 3,5 % des BIP in FuE zu investieren, strategisch untermauern. Im Koalitionsvertrag ist die Einführung einer steuerlichen Forschungs- und Entwicklungsförderung vereinbart. Gegenwärtig prüft die Bundesregierung Möglichkeiten, wie diese insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eingeführt werden kann. Die Ausbildung – von der Schule über die berufliche Bildung bis hin zur akademischen Ausbildung – soll entsprechend dem steigenden Bedarf ausgerichtet werden. So soll finanziell und personell die Basis für ein leistungsfähiges Innovationssystem gelegt werden.

Die HTS wird auf die großen Herausforderungen Digitalisierung, Gesundheit, Klimawandel, Energie- und Mobilitätswende, Sicherheit, soziale Innovationen und die Zukunft der Arbeit fokussiert. Die Bundesregierung wird neue Instrumente zur Förderung von Sprunginnovationen und des Wissenstransfers in die Wirtschaft entwickeln. Die neue FuI-Strategie soll dazu beitragen, in Deutschland eine offene Innovationskultur zu etablieren, die Raum für kreative Ideen bietet und die neben technischen auch soziale Innovationen befördert. Die Bundesregierung wird den Transfer von der Grundlagenforschung in nutzbringende Anwendungen für Wirtschaft und Gesellschaft forcieren. Umfassende Technologieoffenheit in der Forschungsförderung ist ein wichtiges Grundprinzip unserer Forschungspolitik.

Deutschland soll mit Technologiesprüngen nicht nur Schritt halten, sondern diese Entwicklungen anführen und gestalten. Die Bundesregierung will Kompetenzen in zukunftsweisenden Technologien ausbauen – darunter in Schlüsseltechnologien der Digitalisierung, wie Mikroelektronik, Kommunikationstechnologien, künstliche Intelligenz, Datenwissenschaften, IT-Sicherheit, Blockchain-Technologie und Quantentechnologien. Biologische Ressourcen, Prinzipien und Verfahren sollen noch stärker in moderne Lebens- und Wirtschaftsbereiche integriert werden.

Es gilt heute, Data Science in allen Bereichen insbesondere aber in den Hochschulen auszubauen. Dazu muss der Umgang mit Daten zu einem eigenen Wissenschaftsfeld und einer eigenen Disziplin werden. Wir brauchen eine Ausbildungs- und Forschungsoffensive in allen Digitalisierungsfeldern. Als besonders wichtig erachten wir dabei digitale Souveränität und Interdisziplinarität. Den digitalen Wandel als gesamtgesellschaftlichen Entwicklungs- und politischen Gestaltungsprozess begleiten wir u. a. mit der Arbeit des Weizenbaum-Instituts und dem Kompetenzzentrum für Öffentliche Informationstechnik beim Fraunhofer-Institut FOKUS.

Die Gründungskultur in Deutschland soll gestärkt und der Mittelstand auf dem Weg in eine moderne, digital basierte Wirtschaftsweise unterstützt werden. Nicht zuletzt wird die europäische und internationale Zusammenarbeit in Forschung und Innovation intensiviert. Wir wollen unsere internationalen Forschungs- und Innovationspartnerschaften ausbauen und insbesondere die internationale Kooperation mit den Ländern Afrikas in Bildung, Wissenschaft und Forschung intensivieren, z. B. bei der Erforschung von armutsbedingten Krankheiten.

In der Umsetzung der FuI-Strategie wird die Bundesregierung die Ressortkoordinierung und den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft stärken und Wissenschaftskommunikation und Partizipation in den Fokus rücken.