Datenschatz zur Bekämpfung von Volkskrankheiten

„Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft“ – so lautet das Motto der NAKO Gesundheitsstudie, der größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. 200.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren sollen über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren untersucht werden. Die Daten sollen Erkenntnisse ermöglichen, die eine wirksame und dauerhafte Bekämpfung von Volkskrankheiten erlauben.

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt. Wer heute geboren wird, hat gute Chancen, 90 Jahre und älter zu werden. Damit nimmt jedoch auch das Risiko zu, an einer Volkskrankheit zu erkranken. Bereits jetzt steigt die Zahl derjenigen, die an Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Infektions-, Lungen- oder neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer leiden. Um die Lebensqualität der Bevölkerung so lange wie möglich zu erhalten, bedarf es neuer Erkenntnisse über Ursachen, Symptome und Verlauf dieser Krankheiten.

Dieses Bild zeigte eine Geruchssinn Untersuchung für die NAKO Gesundheitsstudie.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im CRC Clinical Research Center Hannover. Für die NAKO Gesundheitsstudie wird dort unter anderem der Geruchssinn untersucht.

BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Erforschung von Volkskrankheiten ist daher Kernelement des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung. Eine zentrale Rolle spielt dabei die NAKO Gesundheitsstudie, die vom BMBF, den Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gefördert wird. Die Studie funktioniert so: Im ersten Schritt wird eine Vielzahl medizinischer Daten der Teilnehmenden ermittelt – zum Beispiel Körpergröße und -gewicht, Taillenumfang, Blutdruck, Herzfrequenz, Konzentrationsvermögen oder Lungenfunktion. Außerdem werden Daten zum familiären Hintergrund, zu Ausbildung und Beruf sowie Vorerkrankungen und Lebensstil erhoben. Bei einigen Teilnehmenden wird außerdem eine Ganzkörperuntersuchung mittels Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt. Nach etwa vier Jahren erfolgt eine zweite Untersuchung, um festzustellen, welche Veränderungen und Erkrankungen in der Zwischenzeit aufgetreten sind. In regelmäßigen Abständen erfolgt außerdem eine Nachbeobachtung über Fragebögen.

Die Langzeitbetrachtung soll helfen, Erkenntnisse über chronische Erkrankungen zu gewinnen, um wichtige Fragen zu beantworten wie: Welche biologischen Merkmale oder Lebensumstände begünstigen die Entstehung von Volkskrankheiten? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt werden? Und können wir uns wirksam davor schützen? An der Studie sind 18 Studienzentren aus ganz Deutschland beteiligt. Mit ihrem innovativen Ansatz und der umfangreichen Datensammlung gilt die NAKO Gesundheitsstudie als wichtiger Motor für weiterführende Forschungsvorhaben im In- und Ausland.