Chancen und Risiken der Genom-Editierung

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Die Methoden der Genom-Editierung revolutionieren die molekularbiologische Forschung. Ihre Werkzeuge, beispielsweise die „Gen-Schere“ CRISPR-Cas, können Gene einfach und zielgenau schneiden. Genome von Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und des Menschen lassen sich damit sehr präzise verändern. Dadurch eröffnen sich Erfolg versprechende Anwendungsperspektiven, wie beispielsweise die Herstellung von Mikroorganismen für die Antibiotikaproduktion oder die schnellere und kostengünstigere Züchtung widerstandsfähiger Pflanzen. Beim Menschen erweitert die Genom-Editierung das Spektrum denkbarer genbasierter Therapiemöglichkeiten, z. B. bei Krebserkrankungen.

Chancen und Risiken der Genom-Editierung in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen müssen sorgfältig abgewogen werden. Daneben stellt sich im Einzelfall auch die Frage nach der Anwendbarkeit des Gentechnikrechts. Im Bereich der gesundheitsbezogenen Anwendungen gelten Veränderungen von Genen an Körperzellen des Menschen weitgehend als ethisch und rechtlich unbedenklich. Veränderungen von Keimbahnzellen bei Menschen, bei denen die Veränderungen an die nachfolgende Generation weitergegeben werden können, werfen hingegen grundsätzlich ethische und rechtliche Fragen auf. Die internationale Forschungsgemeinschaft diskutiert die vertretbaren Grenzen ihres Handelns. In Deutschland gilt nach dem Embryonenschutzgesetz ein umfassendes Verbot von Keimbahninterventionen und verbrauchender Embryonenforschung.

Seit 2016 fördert das BMBF über die ELSA-Forschung unterschiedliche Formate der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und des gesellschaftlichen Diskurses zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der Genom-Editierung. In den interdisziplinären Projekten arbeiten Akteure der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Lebenswissenschaften und der Öffentlichkeit eng zusammen. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Analysen zu den gesellschaftlichen Implikationen der Anwendung der Genom-Editierung bei Pflanzen, Tieren und beim Menschen vorzulegen.