Ausgaben und Personal für Forschung und Entwicklung

Wirtschaft und Staat stellen umfangreiche Ressourcen für FuE-Aktivitäten in Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und FuE-Einrichtungen in der privaten Wirtschaft bereit. Die Aufwendungen und das Personal für FuE sind in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 88,8 Mrd. Euro für FuE aufgewendet.[1] Die Ausgaben der FuE-durchführenden Akture werden von der inländischen Wirtschaft, dem Staat, privaten Institutionen ohne Erwerbszweck und dem Ausland finanziert. Die Wirtschaft finanzierte 2015 mit ca. 58,2 Mrd. Euro knapp zwei Drittel der Bruttoinlandsausgaben für FuE (FuE-Inlandsausgaben). Dieser Anteil ist im internationalen Vergleich sehr hoch und gilt als ein charakteristisches Merkmal des deutschen FuI-Systems. Rund 25,1 Mrd. Euro wurden durch Bund, Länder und private Institutionen ohne Erwerbszweck finanziert. Die restlichen 5,5 Mrd. Euro kamen aus dem Ausland.

Mit nahezu 61 Mrd. Euro im Jahr 2015 werden gut zwei Drittel der FuE-Inlandsausgaben in der Wirtschaft verwendet. Der weitaus überwiegende Teil davon wird vom Wirtschaftssektor selbst finanziert (knapp 90 %). Auf öffentlicher Seite verwenden die Hochschulen rund 15,3 Mrd. Euro. Die bundes-, landes- und gemeindeeigenen Forschungseinrichtungen sowie die privaten Institutionen ohne Erwerbszweck weisen Ausgaben in Höhe von 12,5 Mrd. Euro auf. Forschungsaktivitäten an Hochschulen sowie an außeruniversitären und staatlichen Einrichtungen sind größtenteils staatlich gefördert (siehe auch Abb. II-3).

Abbildung II-3: Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland 2015 - Durchführungsbetrachtung

Abb. II-3: Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland 2015 (Durchführungsbetrachtung)

BMBF

Die Bruttoinlandsausgaben für FuE sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichen im Jahr 2015 rund 88,8 Mrd. Euro. Gegenüber dem Jahr 2005 haben sich damit die Bruttoinlandsausgaben für FuE um rund 59 % erhöht. Deren Verteilung auf die durchführenden Sektoren Wirtschaft, Hochschulen sowie Staat und private Institutionen ohne Erwerbszweck schwankt allerdings nur geringfügig (siehe auch Abb. II-4).

Abbildung II-4: Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung nach durchführenden Sektoren - in Millionen Euro und in Prozent

Abb. II-4: Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung nach durchführenden Sektoren (in Mio. Euro und in Prozent)

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In Deutschland waren 2016 insgesamt etwa 658.000 Personen in FuE beschäftigt (gemessen in Vollzeitäquivalenten – VZÄ). Gegenüber dem Jahr 2005 hat sich damit die Gesamtzahl der in FuE beschäftigten Personen um mehr als ein Drittel (38 % erhöht. 2015 waren ca. 175.000 Frauen in FuE beschäftigt (27 %). Im Vergleich zu 2005, als 122.000 Frauen in FuE beschäftigt waren, ist dies ein Anstieg um mehr als 40 %. Trotz des merklichen Anstiegs im letzten Jahrzehnt sind Frauen in FuE immer noch unterrepräsentiert (siehe auch Abb. II-5). Deutliche Unterschiede bestehen zwischen den Sektoren. 2015 lag der Frauenanteil in den Hochschulen bei gut 43 % und in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Ressortforschungseinrichtungen bei 40 %. Im Wirtschaftssektor sind dagegen nur ca. 19 % des gesamten FuE-Personals Frauen (siehe auch Datenband).

Abbildung II-5: Entwicklung des FuE-Personals in Deutschland (in Vollzeitäquivalenten)

Abb. II-5: Entwicklung des FuE-Personals in Deutschland (in Vollzeitäquivalenten)

BMBF

 

[1]    Im Jahr 2016 haben Staat und Wirtschaft nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts insgesamt etwa 92,2 Mrd. Euro für die Durchführung von FuE ausgegeben. Der Bundesbericht Forschung und Innovation 2018 arbeitet in der Regel mit den endgültigen Zahlen. Bezogen auf die FuE-Ausgaben und das FuE-Personal liegen diese für das Referenzjahr 2015 vollständig vor. Auf vorläufige Berechnungen wird gesondert hingewiesen.