­Weltweite Zusammenarbeit

In der Forschung arbeitet Deutschland mit Industrieländern genauso zusammen wie mit Schwellen- und Entwicklungsländern. An Großgeräten wie Teilchenbeschleunigern forschen viele Nationalitäten gemeinsam. Diese Zusammenarbeit trägt dazu bei, ein weltweites Verständnis für globale Herausforderungen zu bilden und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Die deutsche Forschungslandschaft und ihre Akteure sind traditionell weltweit sehr gut vernetzt. Deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren und sind mobil, und Forscher aus anderen Staaten sind regelmäßig zu Gast in Deutschland. Dieser internationale Austausch nimmt in Breite und Tiefe rasch zu. Durch vielfältige Kooperationen weltweit spielt Deutschland eine Schlüsselrolle in einer globalisierten Welt.

Deutschland hat mit zahlreichen Partnern weltweit verlässliche Rahmenbedingungen für Kooperationen geschaffen. Die Zusammenarbeit findet auf Ebene der Regierungen, Verwaltungen und Mittlerorganisationen ebenso statt wie auf Ebene der Forschungsorganisationen und Hochschulen. Dabei ist es in jedem Einzelfall wichtig, sowohl die Besonderheiten der Partnerländer als auch den jeweiligen deutschen Bedarf zu berücksichtigen. Dementsprechend variabel sind die Kooperationsinstrumente, die Deutschland in der Zusammenarbeit einsetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Die deutsche Forschungs- und Innovationspolitik verfolgt das Ziel, in Ländern mit strategisch bedeutsamen Wissenschafts- und Technologieressourcen besonders präsent zu sein und mit diesen enge Kooperationsbeziehungen aufzubauen. Das betrifft zum einen die Industriestaaten und zum anderen die Schwellenländer. Zunehmend relevant wird die Kooperation mit ausgewählten Ländern, die rasch und dynamisch ihren Entwicklungsstatus verbessern.

Die wichtigste Basis für bilaterale Kooperationen bilden Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) bzw. zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung. Mit einigen Schwerpunktländern der internationalen Zusammenarbeit finden regelmäßige Regierungskonsultationen statt, bei denen Bildung und Forschung eine zentrale Rolle spielen.

In der forschungs- und bildungspolitischen Zusammenarbeit mit Regionen in der Welt (ASEAN, MENA, African Union, MERCOSUR) setzt Deutschland verstärkt auf regionale Ansätze und speziell zugeschnittene Maßnahmen. Darüber hinaus nimmt Deutschland seine globale Mitverantwortung wahr, indem es sein Know-how in internationale Organisationen und Foren (z. B. OECD, G7, WHO, UN), Programme und Initiativen einbringt. Im Bereich Energieforschung ist eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen eines Technologienetzwerks der Internationalen Energie Agentur (IEA) etabliert, in das rund 6.000 Expertinnen und Experten weltweit eingebunden sind. Darüber hinaus ist während der 21. UN-Klimakonferenz von 20 Staats- und Regierungschefs eine weltweite Initiative Mission Innovation gestartet worden, mit der die beteiligten Staaten die Ausweitung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und der Kooperation im Thema „Saubere Energietechnologien" betreiben wollen. Im Fokus steht dabei auch die Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft.